Hamburger Hafenrundfahrt - ehrlich herrlich für Groß und Klein

Eine Seefahrt, die ist lustig... und beeindruckend, besonders in Hamburg. Sehnsucht Deutschland hat eine Hafenrundfahrt gemacht.

Hafenrundfahrt mit Hamburgs Wahrzeichen Michel im Hintergrund. Foto: HH Tourism


Hafenrundfahrt groß und klein mit Kapitän Hessenkamp

Hinter den Landungsbrücken geht es stromabwärts. Foto: Hamburg Tourism

Thomas „Tom“ Hessenkamp ist Kapitän. Auf großen Pötten hat der inzwischen 47-jährige Hamburger Jung seine Ausbildung zum „Matrosen in der Seeschiffahrt“ gemacht. Heute ist er für die Reederei Rainer Abicht vor allem im Hamburger Hafen unterwegs und schippert Touristen über die Elbe. „Sehnsucht Deutschland“ hat eine Tour mit ihm gemacht.

Kapitän Tom Hessenkamps Gesicht ist von Wind und Wetter gegerbt. Heute scheint die Sonne kräftig, und langsam trudeln etwa vierzig Fahrgäste ein. Die meisten sind Touristen. „Wie Huckleberry Finn habe ich mir Flöße gebaut, bin auf Booten und Kuttern mitgefahren, so oft ich konnte. Mit 17 habe ich dann meine dreijährige Lehre begonnen.“

Erklärungen mit Humor

Ein Ticketverkäufer, der selbst wie ein Seebär aussieht, reißt Tom aus dem Erzählfluss: „Setz deine Mütze auf!“ Und weiter: „Kapitäne woll’n sie sein, aber keiner setzt seine Mütze auf.“ Ein kurzes fröhlich-derbes Wortgefecht zwischen den beiden folgt. Das letzte Wort hat der Ticketverkäufer: „Los, leg ab!“ Tom winkt ab und geht an Bord. Direkt unter dem gigantisch wirkenden Bug des Segelschiffs „Rickmer Rickmers“ sticht die kleine Barkasse in See. Zunächst geht es durch die im Sonnenlicht orange leuchtenden Klinkerfassaden der 1881 errichteten Speicherstadt. Tom greift zum Mikrofon, mischt Döntjes mit technischen Informationen.

Die Fahrt führt vorbei am Schaufelraddampfer „Louisiana Star“. Unter einer Unterführung hindurch geht es Richtung Hauptarm der Elbe. Nur ein paar Meter auf dem Hauptfluss, Gischt überspült den Bug. Ein Scheibenwischer sorgt für Durchblick. Tom biegt in einen Seitenarm ein, nur wenige Meter vom Musicalzelt entfernt. Gemeinsam mit einer Barkasse einer anderen Reederei wartet die „Traute Abicht“, in eine Schleuse fahren zu dürfen. „Die Schleuse ist nur dazu da, damit die Hauptströmung auf dem Hauptarm bleibt“, erklärt er knapp die Funktion. Das Schleusentor öffnet sich wie „Das Tor zur Welt“.

Größte Reederei Hamburgs: Greenpeace

Ein mittelgroßes Frachtschiff wendet auf dem Seitenarm, um dann wie ein Auto einzuparken. Plötzlich liegt die Elbe in voller Breite vorm Bug der Barkasse.
Ein Bau des Architekten Teherani am Ufer sieht so aus, als wolle er ins Wasser kippen. Noch einmal macht Tom einen Scherz, während er das Schiff in Richtung Landungsbrücken wendet: „Vor uns sehen Sie die größte Reederei Hamburgs: Die Greenpeace-Zentrale hat mit 500 Schlauchbooten die größte Flotte“, ein paar Lacher sind zu hören.

Für einen Moment bleibt die Barkasse stehen. „Alles aussteigen, wir sind da“, ruft Tom, doch das Boot ist noch ringsum umgeben von der braunen Flut der Elbe. Tom lacht und legt die letzten Meter zurück bis zum Ponton an der Brücke 1. Die Gäste applaudieren und erheben sich. Beim Landgang lassen sie ein paar Euro Trinkgeld in die Kaffeekasse fallen, während Tom ihnen auf den schwankenden Ponton hilft und sich verabschiedet.

Eine einstündige Hafenrundfahrt kostet 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder.
Rainer Abicht Elbreederei GmbH
Bei den St. Pauli Landungsbrücken,
Brücke 1, 20359 Hamburg

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (23.04.2012)