Siedlungen der Moderne - UNESCO Weltkulturerbe Berlin

Zum ersten Mal nimmt die UNESCO Wohnanlagen in ihre Liste auf: Sechs Siedlungen der Moderne aus dem frühen 20. Jahrhundert sind gemeinsam die dritte UNESCO Welterbestätte von Berlin.

Luftaufnahme der Hufeisensiedlung; Foto: Deutsche Wohnen AG


Siedlungen der Moderne: dritte Welterbestätte in Berlin

Die so genannte Rote Front der Hufeisensiedlung; Foto: Deutsche Wohnen AG

Berlin kann sich sehen lassen- nun auch auf der begehrten Liste für Denkmalschutz.
Die sechs Wohnsiedlungen der Berliner Moderne wurden im Juli 2008 in die UNESCO-Liste für Welterbe aufgenommen.

Die deutsche Hauptstadt ist damit eine von weltweit vier Orten, die mit drei Welterbestätten glänzt. Neben den Schlössern und Gärten von Berlin und Potsdam ist auch die Museumsinsel vertreten. Mit der dritten Stätte steigt Berlin in die Top 4 der UNESCO auf - zusammen mit Mexico Stadt, Rom und Peking.

Die Berliner Wohnsiedlungen, die zwischen 1913 und 1943 entstanden sind, dokumentieren einen "Wendepunkt im Städtebau und Wohnungswesen". So begründet die UNESCO ihre Entscheidung, erstmals eine Wohnanlage aufzunehmen.

Architekten wie Walter Gropius, Bruno Taut oder Hans Scharoun prägten mit ihrer funktionalen Bauweise und klaren Formensprache die Architektur des 20. Jahrhunderts nachhaltig. Die Reformsiedlungen sind international einflussreiche Vorbilder und nach wie vor beliebt.

Im Gegensatz zu den zeitgenössischen Mietskasernen bieten die Siedlungen der Moderne zu ihrer Zeit einen hohen Lebensstandard für ihre Bewohner: helle, modern eingerichtet Wohnungen haben Bad, Küche und Balkon. Da sie bezahlbar sind, bieten sie besonders der ärmeren Bevölkerung Wohnqualität.

Damit sind die Anlagen auch Ausdruck ihrer politischen Zeit: die linken Ideen der Weimarer Republik spiegeln den Wunsch nach einer neuen Gesellschaftsordnung wider.

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Fotos: Deutsche Wohnen AG

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (08.01.2011)