Der Hessenpark in Neu-Anspach - Freilichtmuseum für Alt und Jung

An über 100 Gebäuden, vom Tagelöhnerhaus bis zum Wirtshaus, können Besucher die ländliche Entwicklung Hessens der letzten 400 Jahre mitverfolgen.

Schmiede im Hessenpark. Foto: Hessenpark


Wo die Vergangenheit lebendig wird

Marktbrunnen im Hessenpark. Foto: Hessenpark

Im Hessenpark in Neu-Anspach (Hochtaunuskreis) sind andernorts abgetragene Fachwerkhäuser aus ganz Hessen, zwei Windmühlen aus Norddeutschlandund weitere Gebäude wieder errichtet worden, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Der Hessenpark umfasst mittlerweile über 100 Gebäude.

Zu den Einrichtungen des Freilichtmuseums zählen mehrere Dorfkirchen und eine Synagoge. Des Weiteren sind öffentliche Gebäude wie Post und eine Dorfschule vorhanden. Am Marktplatz des Museums befinden sich Geschäfte - beispielsweise ein Kolonialwarenladen -, Handwerksbetriebe wie Backhaus, Schmiede und Druckerei können besichtigt werden. Bekannt ist der Hessenpark auch für seine Windmühlen (ein Galerieholländer von 1822 aus Borsfleth und eine Bockwindmühle von 1869 aus Edemissen-Papenhorst) sowie die Wassermühle mit Hammerwerk.

An vielen Wochenenden sind auch klassische Handwerke wie Besenbinden, Nagelschmieden, Bürstenmachen, Drechseln, Pfeifenschnitzen etc. in Aktion zu erleben.

Der Hessenpark ist auch nach 30 Jahren noch nicht fertig aufgebaut. Über 100 Gebäude sind noch gelagert, um wiedererrichtet zu werden. In jedem Jahr beginnen die Verantwortlichen mit dem Wiederaufbau eines Gebäudes. Dies ermöglicht Besuchern, die Anwendung klassischer Handwerkstechniken live zu beobachten. Fragen werden gern beantwortet.

Daneben gibt es für Besucher die unmittelbare Möglichkeit, bei Vorführungen traditioneller Handwerkstechniken sowie beim Umgang mit alten Werkstoffen und Geräten zuzuschauen.

Landwirtschaft - Hessens Rückgrat

Hessen wäre ohne Landwirtschaft nicht denkbar. Deshalb nimmt sie auch Im Hessenpark einen breiten Raum ein. Auf den Museumsfeldern werden traditionelle Anbautechniken mit alten Getreidearten sowie Öl- und Faserpflanzen gepflegt. Auch die Tierhaltung orientiert sich an den traditionellen Beständen. Freilaufende Hühner und Enten gehören ebenso dazu wie der Erhalt alter Landrassen, wie z. B. das Rhönschaf und das Vogelsberger Rote, einer alten Rinderrasse.

Da der Hessenpark eine extensive Landwirtschaft betreibt, haben sich inzwischen wieder Tiere und Pflanzengesellschaften angesiedelt, die außerhalb des Hessenparks vom Aussterben bedroht sind.






Wechselndes Programm

Ausstellungen sind ein wichtiger Bestandteil des Hessenparks, um Besuchern zusätzlich vielfältige Hintergrundinformationen anzubieten. Das Freilichtmuseum nimmt mit seinen Dauerausstellungen und Sonderausstellungen diese Aufgabe sehr intensiv wahr. Mit mehr als 30 Dauerausstellungen, 12 wechselnden Ausstellungen im Jahr, 6 eingerichteten Häusern in der typischen Ausstattung einer bestimmten Zeit und vielen weiteren Anlagen, wie z.B. Bauerngärten, Wegkreuzen, Pechofen, Flachsröste, Bienenstöcken etc. wird die Lebenssituation früherer Generationen verdeutlicht.

Einen guten Überblick über das gesamte Angebot des Freilichtmuseums gibt der Museumsplan auf der Internetseite des Hessenparks.

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (07.04.2013)