Internationales Maritimes Museum Hamburg

Am 25. Juni 2008 eröffneten Bundespräsident Horst Köhler, Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust und Professor Peter Tamm das Internationale Maritime Museum Hamburg.

Außenansicht mit Zugangs-Bruecke. Foto: IMMH, ZAPF


Expedition durch 3.000 Jahre Seefahrtsgeschichte

Minimodelle. Foto: IMMH, Zapf

Die neun Ausstellungs-Decks im historischen Kaispeicher B erzählen von Entdeckern und Eroberern, von Kapitänen und einfachen Seeleuten – eine Expedition durch 3.000 Jahre Menschheitsgeschichte.

Der Besucher entdeckt auf seinem Rundgang neue Horizonte. Er spürt die Verlockung ferner Ufer. Er erlebt, wie die Natur den Menschen herausfordert und ihm immer wieder seine Grenzen aufzeigt. Und er erkennt, wie Neugier und Machtstreben die Entwicklung der Seefahrt vorantreiben.

Die Ausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg schlägt verschiedene Kapitel der Geschichte auf und ordnet Ereignisse und Entwicklungen in den internationalen Kontext ein. Modellschiffe und Dioramen, kostbare Objekte und Schriftstücke, Tondokumente und Filmaufnahmen veranschaulichen die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Basis des Museums ist die Sammlung von Professor Peter Tamm. Die weltweit größte maritime Privatsammlung wurde in eine Stiftung überführt und im Kaispeicher B in der Hafencity der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für die 1.000 großen und 36.000 Miniaturmodelle, 5.000 Gemälde, Grafiken Aquarelle sowie viele weitere Exponate wurde ein modernes Museumskonzept entwickelt. So können zwei Drittel seiner Stücke dauerhaft gezeigt werden.

In der Bibliothek und im Archiv stehen unter anderem 120.000 Bücher und Atlanten, 50.000 Konstruktionspläne, 2.000 Filme, 500.000 Fotos und 15.000 Schiffs-Speisekarten für Forschungszwecke zur Verfügung.

Neun Decks - neun Schwerpunkte

Die Ausstellung gliedert sich in neun Decks mit eigenen Themenschwerpunkten. Jedes Deck ist chronologisch aufgebaut. Ein Zeitstrahl mit den wichtigsten Daten zum jeweiligen Aspekt erleichtert die historische Einordnung, ein Leitsystem und ein Info-Blatt weisen den Weg durch jede Etage.

Die Decks im Überblick:
Deck 1: Die Entdeckung der Welt: Navigation und Kommunikation
Kinderbereich „Das Schwimmende Klassenzimmer“
Deck 2: Mit dem Wind um die Welt: Schiffe unter Segeln
Deck 3: Geschichte des Schiffbaus: Vom Handwerk zur Wissenschaft
Deck 4: Dienst an Bord: Im Zeughaus der Geschichte
Deck 5: Krieg und Frieden: Marinen der Welt seit 1815
Deck 6: Moderne Seefahrt: Handels- und Passagierschifffahrt
Deck 7: Expedition Meer: Das letzte Geheimnis der Erde
Kinderbereich „Forschungsstation“
Deck 8: Kunstsammlung: Marinemalerei und Schatzkammer
Deck 9: Modelle: Die große Welt der kleinen Schiffe
Deck 10: Salon 10. Längengrad: Eventbereich, Sonderveranstaltungen

Der Kaispeicher B am Magdeburger und Brooktorhafen wurde 1878/79 im Auftrag der Silospeicher Kommandit-Gesellschaft J.W. Boutin nach Plänen von Bernhard Georg Jacob Hanssen und Wilhelm Emil Meerwein gebaut. Das zehnstöckige Backsteingebäude ist damit etwa zehn Jahre älter als die Häuser der Speicherstadt – und heute der älteste Speicher Hamburgs. Die Fassade mit ihren Giebeln, Gesimsen und Spitzbögen zeigt bereits den neogotischen Stil der „Hannoverschen Schule“, der für die Speicherstadt typisch werden sollte. Wie die anderen Gebäude der Speicherstadt war er zwar ein Zweckbau – aber ein repräsentativer.

Hamburg hat ein neues Seezeichen

Der Kaispeicher B ist an zwei Seiten von Wasser umgeben. Schuten und Schiffe liefen von der Elbe kommend in den Magdeburger Hafen ein und wurden über Ladeöffnungen mit Winden entladen. Vom Brooktorhafen aus wurden Waren auf kleineren Booten weitertransportiert. An der Südseite führte außerdem ein Eisenbahnanschluss bis in das Erdgeschoss des Gebäudes.
Im Jahre 1890 erwarb die Stadt Hamburg den Komplex. Sie ist noch heute Eigentümerin des Gebäudes und vermietete es über die stadteigene Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) bis 2003 für die Lagerung von Waren.

Am 14. Juni 2005 legten Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust und Museumsgründer Peter Tamm einen zweiten Grundstein im unrenovierten Speicher. Wenige Tage später begann der Umbau, für den die Stadt Hamburg 30 Millionen Euro aufbrachte.

Der Plan für die Renovierung und – behutsame – Umgestaltung stammt von der Hamburger Architektin Mirjana Markovic. Sie sah vier korrespondierende „Lufträume“ vor, die jeweils drei Stockwerke des Speichers verbinden. Eine Fußgängerbrücke im Norden und die öffentliche Passage durch das Gebäude, Shop, Café und Restaurant machen das Museum zu einem Bindeglied zwischen Speicherstadt und Hafencity.

Das denkmalgeschützte Gebäude erforderte Fingerspitzengefühl. Mehr als 150 Bauleute stemmten 50.000 Steine von Hand heraus, begutachteten und überarbeiteten sie und setzen sie wieder ein. Auch bei der Einrichtung der für ein modernes Museum notwendigen Treppenhäuser und Aufzüge verzichteten die Arbeiter weitgehend auf schweres Gerät.

Ein zweites Richtfest feierte die Peter Tamm sen. Stiftung am 12. Mai 2006, und am 21. Dezember 2006 wurde der fertige Bau abgenommen: Das Internationale Maritime Museum Hamburg konnte einziehen.

Sehnsucht Deutschland wünscht allen Besuchern viel Vergnügen!

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (16.04.2009)