Fossiliengoldschatz - Grube Messel - UNESCO Weltnaturerbe

Als eine der reichsten und mit über 40.000 Funden eine der ergiebigsten Säugetier-Fossillagerstätten der Welt, ist die hessische Grube Messel in der Nähe von Darmstadt ein einzigartiges Dokument eines Zeitalters mit dramatischen Veränderungen der Biosphäre. Welterbe Deutschland!

Messel: Blick von der Besucher-Plattform. Foto: F.J. Harms


70 Urpferde und über 10.000 weitere Funde in der Goldgrube Messel

Grabungsstelle in Messel. Foto: Grube Messel gGmbH

Die in der Nähe von Darmstadt gelegene Grube Messel offenbart die Wunder der Evolution und des Lebens vor etwa 47 Millionen Jahren. Die hohe Qualität der Fossilien ermöglicht ein präzises Bild von Anatomie und Lebensweise der bislang 100 nachgewiesenen Wirbeltierarten, darunter 40 Säugetiere.

Sie dokumentiert die Entwicklungsgeschichte der Erde, als nach dem Aussterben der Saurier explosionsartige Veränderungen die Tier- und Pflanzenwelt bestimmten. Der Ölschiefer der Grube birgt Fossilien, die das gesamte Spektrum der Lebewesen im Eozän (57 bis 36 Millionen Jahre v. Chr.) umfassen, in einer Artenvielfalt und Qualität wie sie bisher von keiner anderen Fundstelle belegt ist.

Die Fundauswertung der Grube Messel, die der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft anvertraut ist, öffnet das Fenster in die Vorgeschichte menschlichen Lebens. Die Fossillagerstätte gibt Aufschluss über Kontinentaldrift und Sedimentation, über Ozeanbildung und Landbrücken zwischen sich verschiebenden Kontinenten, über Tiefe und Erstreckung der Biosphäre und über Klima- und Lebenszyklen.

Zu den spektakulären Fossilienfunden gehören die Überreste von mehr als siebzig Urpferden, darunter über 30 vollständige Skelette. Von Wirbeltieren blieben Skelette mit Weichteilkonturen und sogar Mageninhalten erhalten. Fossilienfunde von Vögeln versprechen völlig neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung der frühtertiären Vogelwelt mit einem überraschenden Artenreichtum. Die Vielfalt der Reptilien- und Amphibienfauna ermöglicht Rückschlüsse auf Nahrungsketten und das ökologische System des fossilierten Biotops.

Sehnsuchts-Tipp

Messel ist auch eine der bedeutendsten Fundstellen fossiler Insekten. Die Flora von Messel gilt unter Paläobotanikern als eine der artenreichsten des Alttertiärs. Die Pflanzenreste lassen Rückschlüsse auf klimatische Verhältnisse und besondere Standortbedingungen zu. Mit bislang rund 10.000 Funden ist Messel weltweit eine der ergiebigsten Fossilienlagerstätten.

Die UNESCO hat die Grube Messel im Dezember 1995 als erstes deutsches Naturdenkmal in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Auf Führungen von pädagogisch ausgebildeten Wissenschaftlern können Besucher teilhaben an den Erkenntnissen um eine vergangene Welt. Rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen.

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Fotos: Grube Messel gGmbH; F.J.Harms; I. Hoffmann

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (04.04.2013)