Sehenswert: UNESCO Weltkulturerbe Lübecker Altstadt

Lübeck, die Königin der Hanse, wird im Jahre 1143 als erste "abendländische Stadt an der Ostseeküste" gegründet. Sieben Kirchtürme prägen die vom Wasser umschlossene Altstadtinsel mit ihrem historischen Stadtkern, die 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO geworden ist.

Lübecker Altstadthausfassaden mit Petrikirche. Foto: Reinhard Kruschel


Marzipan, Thomas Mann und Weltkulturerbe - Lübeck

Holstentor zu Lübeck. Foto: S. E. Arndt

Lübeck. Marzipan von Niederegger, Buddenbrooks von Thomas Mann, vielleicht noch die Trave, an deren Mündung die großen Fährschiffe kommen und gehen. Bei weitem nicht alles, was man über Lübeck wissen könnte, denn die Altstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO.

Als eines der bedeutendsten Zeugnisse der Backsteingotik ist die gesamten Altstadt zum Welterbe erklärt worden. Die Silhouette des zwischen 1464 und 1478 erbauten, weltberühmten Holstentores mit seinen bis zu 3,50 Meter dicken Mauern ist Wahrzeichen der Stadt Lübeck und zählt zu den bekanntesten und am besten erhaltenen Stadttoren des Spätmittelalters.

Der von der UNESCO geschützte Bereich bezieht die wichtigsten Bauwerke Lübecks ein: den Baukomplex des Rathauses, das Burgkloster, den Koberg - ein vollständig erhaltenes Viertel des späten 13. Jh. - mit Jakobskirche, Heiligengeist-Spital und den Baublöcken zwischen Glockengießer- und Aegidienstraße, das Viertel der Patrizierhäuser des 15. und 16. Jh. zwischen Petrikirche und Dom, das Holstentor und die Salzspeicher am linken Traveufer.

Der archäologische Untergrund Lübecks dokumentiert die Bedeutung der Stadt für die Siedlungsgeschichte. Auf dem Stadthügel ist ein mehrere Jahrhunderte altes slawisches Siedlungsgefüge mit Burgwallsiedlung entdeckt worden.

Die mittelalterlichen Strukturen sind noch heute erlebbar

Lübeck hat einen exemplarischen Charakter für die hansische Städtefamilie im Ostseeraum. Die Stadt wurde 1143 gegründet und 1159 unter Heinrich dem Löwen in den bis heute fortwirkenden Grundlinien angelegt.

Kerngerüst der Stadtarchitektur sind die in der Hochgotik errichteten Strukturen, die in der Parzellierung, der Aufreihung gleichartiger Giebelhäuser, Dachwerke oder Hochblendgiebel anschaulich werden. Die früh ausgeprägte wirtschaftliche und gesellschaftliche Differenzierung innerhalb des Stadtgefüges - im Westen die Kontor- und Wohnhäuser der wohlhabenden Kaufleute, im Osten das Kleingewerbe und die Handwerker - ist noch heute erlebbar.

Besonders deutlich wird sie in der Anordnung der "Gangbuden", Werkstätten auf dem rückwärtigen Grundstück der Kaufmannshäuser, zu denen ein enges Netz von "Gängen" führt.

------------------
Fotos: Reinhard Kruschel / S.E. Arndt

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (15.11.2012)