Zu Gast auf Landhaus Schloss Kölzow - Entschleunigung

Das rund 800 Jahre alte Landhaus Schloss Kölzow liegt in unberührter Abgeschiedenheit von Mecklenburg-Vorpommern am Rand des Naturschutzgebietes Recknitztal. Hier muss der Begriff Entschleunigung erfunden worden sein...

Schloss Koelzow. Foto: www.schloss-koelzow.de


Entschleunigung hat einen Namen - Landhaus Schloss Kölzow

Wie aus einer anderen Zeit - das Schloss und sein Teich. Foto: www.schloss-koelzow.de

Es ist ein Freitag im deutschen Sommer, das ganze Land hat Ferien, aber die Straßen
im Norden sind frei, kein Strandkorbwetter an der Ostsee.
Die Richtung ist gleich, doch das Ziel ist ein anderes und das Glück mit uns: über der Ostseeautobahn wird es heller, der Himmel reißt auf und wilde Wolken
ziehen über die weiten Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns.

Zweieinhalb Stunden von Hamburg, eineinhalb maximal von Berlin, würde man brauchen, so die sympathische Stimme am Telefon, um das Landhaus Schloss Kölzow zu erreichen, dass nur knapp 30 km südöstlich von Rostock liegt.

Detlef von der Lühe, die Stimme vom Telefon, kennt die Welt, Stationen in Afrika, Nordamerika
und vor allem drei Jahrzehnte in Asien haben dem Vater von drei erwachsenen Söhnen
eine souveräne und weltläufige Gastfreundlichkeit beschert. Doch ob in China, Namibia
oder Hongkong, wenn er gefragt wurde, wo er herkomme,
antwortet er: „Ich bin ein Mecklenburger”.

Renaissance von Schloss Kölzow

Lange Alleen führen durch die Weite Mecklenburg-Vorpommerns nach Kölzow, wo Ruhe, Gelassenheit und lässige Individualität des Schlosshotels Landhaus Schloss Kölzow sich wohltuend von den Touristenströmen der nahen Ostsee absetzen.

Als 1990 die Mauer fiel und der Osten Deutschlands wieder zugänglich wurde, passte das in die Lebensplanung, die stets eine Rückkehr nach Mecklenburg Vorpommern vorsah. Immerhin war der Besitz in Kölzow doch – mit Unterbrechungen – seit rund 800 Jahren in von der Lühe Händen gewesen. Kölzow aber war in desaströsem Zustand, die bewegte Geschichte des
heute wieder prachtvoll dastehenden Hauses stand unmittelbar vor ihrem letzten Kapitel als ein studentisches Gutachten das Potential des Schlosses offenlegte. Für von der Lühes mehr als eine Vision – Pläne für ein Schlosshotel wurden gemacht, durch- und umgesetzt und nach sechsjähriger Vorbereitung 2004 der erste Gast begrüßt.

Und der konnte nicht schweigen, sondern geriet ins Schwärmen. Seitdem ist wieder Leben in
Kölzow, Hochzeiten werden gefeiert, Konzerte gegeben, dem Trompeten der Kraniche lauschen und im Winter kann man sogar Wildschweine jagen.
Doch jetzt liegen noch chinesische Tempelhunde vor dem Schloss und halten böse Geister erfolgreich fern, drinnen wuseln jedenfalls nur gute Geister. Wie viele Einrichtungsgegenstände sind sie Mitbringsel aus Fernost, die sich harmonisch und unaufdringlich auch in der Inneneinrichtung des Schlosses wiederfinden.

„Halt“, würde der Schlossherr jetzt sagen, „ein Schloss ist der Sitz eines regierenden Fürsten und ein solcher wohnt hier nicht“. Ein Manorhaus nach britischem Vorbild hatte er im Sinn, Herrenhaus gefiel als Bezeichnung nicht, Gut ebenfalls schlecht. Landhaus traf es am besten. Doch Schloss hatte es immer geheißen, formell falsch, aber von der Gemeinde liebgewonnen.

Heute ist das Landgut Schloss Kölzow ein Hotel mit eigenem Koch, dass neben Turm- und Geheimzimmern Tradition ganz groß schreibt und von einem besonders schönen Stückchen Mecklenburg-Vorpommern umgeben ist.


Diese Ruhe. Einfach mal nichts tun. Auf und um Schloss Kölzow herum.

So einigte man sich auf den Namen Landhaus Schloss Kölzow. Stellen Sie sich Kölzow klein vor, eher ein Dörfchen mit historischer Hochzeitskirche, abseits der Touristenströme, Felder, Wiesen und Wälder so weit das Auge reicht. Mittendrin das Schloss, umgeben von einem denkmalgeschütztem Parkgrundstück mit dicken Eichen, Buchen und Kastanien.

Noch dümpeln drei weiße Enten auf den Schlossteichen, acht andere hat der Fuchs geholt. Vielleicht waren die Enten genauso entschleunigt wie wir nach zehn Minuten Kölzow. Wellness ist hier ein Stück Kuchen im Park, eine alte Angel in den fischarmen Teich zu halten, auf der Parkbank tagzuträumen oder durch große Laubwälder spazieren zu gehen. Für Kinder ist Kölzow wie ein Besuch bei den Großeltern auf dem Lande, Bäume werden erklettert, Frösche gejagt, Brombeeren gefuttert und die Geheimgänge des Schlosses entdeckt. Spielplatz und –gerät gleichermaßen ist die Natur in ihrer schlichten Schönheit.

Und abends gibt es bodenständige, regionale Küche, z.B. Wildspezialitäten aus benachbarten Jagden, die dampfend auf den Tisch kommen. Und wenn die Jagd ins Wasser fällt, gibt es manchmal sogar Falscher Hase, einen köstlichen Hackbraten, zu dem Koch Michael im Anschluss gerne mal einen Pudding serviert.

Nur ein Tag Kölzow und man schläft wie ein Murmeltier. Durch das offene Fenster strömt die frische Nachtluft, kein Wecker, keine Verpflichtungen, Stress und Hektik sind zurückgeblieben, die Entschleunigung wirkt.

Der denkmalgeschützte Park ist ca. 8 ha groß. Sehr alter und artenreicher Baumbestand wechselt ab mit großen Rasenflächen und Teichen.
Ein großer Gutsgarten ergänzt den Park und versorgt die Küche mit Kräutern und Gemüse. Über 55 Jahre Vernachlässigung von Park und Garten haben viel Wildwuchs treiben lassen. Die ursprüngliche Substanz blieb jedoch weitgehend erhalten, und damit das Erbe vergangener Generationen.

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (15.11.2012)