Focke Museum - Kunst und Kulturgeschichte Bremens

Das Focke-Museum bietet als Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte einen umfangreichen Einblick in über 1.200 Jahre Geschichte der Hansestadt.

Das Foyer des Focke Museums; Foro: Focke-Museum


Bremische Geschichte

Haus-Riensberg ist Teil des Focke Museums; Foto: Focke-Museum

Zum Museum gehören neben dem modernen Haupthaus und dem innovativen Schaumagazin auch vier historische Gebäude, die in einem großzügigen Park liegen. Etwa weiter entfernt steht die ebenfalls zum Focke-Museum gehörende Mühle Oberneuland.

Im Haupthaus des Museums wird die Stadtgeschichte dargestellt. Wichtige Themen aus der bremischen Geschichte bilden den Anfang: Der Kampf um die Selbständigkeit, die Ansichten der Stadt, das Bremer Haus, die Weser als die Lebensader Bremens, die Automobil-, die Silberwarenindustrie und der Schiffbau des 20. Jahrhunderts werden mit bedeutenden Großobjekten – vom Rolandkopf bis zu Borgward-Autos – und durch eindrucksvolle Großobjekte repräsentiert und mit Hilfe moderner Medien erläutert.

Es schließt sich ein Gang durch die 1200jährige Geschichte Bremens an: Von den Grabungsfunden aus dem Mittelalter über die Zeugnisse der Reformation und die prächtigen Objekte aus Bremens Blütezeit um 1600 geht es über die Franzosenzeit ins 19. Jahrhundert, wo Schifffahrt und Handel, die Revolution von 1848, Auswanderung und Hafenbau, Industrialisierung und Arbeiterbewegung mit Hunderten von historischen Objekten, Bildern und Modellen dargestellt werden.

Bis ins 20. Jahrhundert mit dem Ersten Weltkrieg und der Revolution von 1918, der Zeit des Nationalsozialismus und dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geht diese Reise in Bremens Vergangenheit. Wie ein roter Faden durchziehen diese „Erzählung“ zwei Leitlinien, die Darstellung des jahrhundertelangen Ringens der Stadt um ihre Selbstständigkeit und die Präsentation von Kulturgeschichte und angewandter Kunst.

Modelle, Filme, interaktive Medien, Texttafeln und akustische Führer leiten durch die Ausstellung. Ein 20-minütiger Film über die Geschichte Bremens stimmt die Besucher eingangs auf den Rundgang ein.

Bürgerhaus Riensberg

Im 2002 fertig gestellten Kubus sind Teile des Museumsmagazins als Schaumagazin für Besucher zugänglich. Dabei wurden die Exponate spannungsreich geordnet von „A“ bis „Z“, von „Anfangen“ bis „Zugrabetragen“. Mit modernen Medien wie akustischen Führern und Computern können sich die Besucher diese vielen Tausend Exponate erschließen.

Bremens schönstes Haus steht den Besuchern mit Haus Riensberg offen. Hier wird bürgerliche Wohnkultur begehbar: Jeder Raum ist im Stil einer eigenen Epoche – vom Rokoko bis zum Art déco eingerichtet. Glanzlichter bilden die überregional bedeutenden Sammlungen Fürstenberger Porzellane und europäischer Glaskunst vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Eine phantasievolle Reise in das vergangene und gegenwärtige Kinderleben mit Puppenstuben und Gameboys, Baukästen und Teddybären bietet das „Kindermuseum“ im Obergeschoss.

In der reetgedeckten ehemaligen Scheune des Gutes Riensberg, dem Eichenhof, ist heute die Abteilung für Ur- und Frühgeschichte untergebracht, die einen Gang durch die kulturelle Entwicklung der Region von 350.000 v.Chr. bis zum 8. Jahrhundert bietet.

Das 1586 erbaute Haus Mittelsbüren aus dem Bremer Landgebiet musste in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem gesamten Dorf Mittelsbüren der Ansiedlung eines Stahlwerks weichen. Das Bauernhaus wurde auf das Museumsgelände umgesetzt. Die 1994 neu gestaltete Ausstellung behandelt Hausbau und Landwirtschaft sowie die Industrieansiedlung im bremischen Landgebiet.

In der Tarmstedter Scheune werden in sechs Abteilungen die bäuerliche Arbeit von der Feldbestellung bis zur Ernte und zur Lebensmittelherstellung, das ländliche Transportwesen und die Torfgewinnung dargestellt.

Als Außenstelle des Focke-Museums wird die Mühle Oberneuland betrieben, die ein eindrucksvolles Zeugnis der Mühlenbaukunst um 1848 darstellt. Im Innern sind sowohl die originalen Mahlgänge und ihr Antrieb über Spindel, Spindelrad und Stirnrad zu sehen wie auch die Ausstellung „Vom Korn zum Brot“.

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (20.11.2017)