Pilgerpfade und Jakobswege im Saarland - Ich bin dann mal weg

Pilgerwandern boomt - seit Hape Kerkelings Bestseller über seine Erfahrungen auf dem spanischen Jakobsweg interessieren sich immer mehr Menschen für die traditonellen Pfade.

Die stilisierte Muschel, das Jakobssymbol, ist seit 2006 gelb.


Wallfahren auf tausendjährigen Tradtionswegen

Immer der Jakobsmuschel nach. Foto: www.wikipedia.de

Pilgerwandern boomt - spätestens seit Hape Kerkelings Bestseller über seine Erfahrungen auf dem spanischen Jakobsweg interessieren sich immer mehr Menschen für die traditonellen Pfade, die schon vor tausend Jahren Pilger durch ganz Europa zum Grab des Apostels Jakob nach Santiago de Compostela in Galicien führten.

Was die wenigsten wissen: Auch in Deutschland kommen Pilgerwanderer auf ihre Kosten. Zum Beispiel auf den Jakobswegen und Pilgerpfaden im Saarland: Zahlreiche Routen von 8 bis 150 km Länge stehen zur Auswahl und bieten für jede Kondition das Richtige.

Das Städtchen Auersmacher ist der traditionelle Knotenpunkt. Dort an der gotischen Kathedrale St. Etienne treffen sich zwei bedeutsame traditionelle Routen:

Ein Weg brachte im Mittelalter Pilgerscharen von der Sammelstelle Aachen über Trier nach Süden. Eine Ost-West-Achse kommt von Speyer über die pfälzischen Jakobswege, die sich ab dem Kloster Hornbach über eine saarländische Nord- und eine Südroute weiter durch Nordlothringen nach Metz fortsetzt.

Seit 2006 weist die gelbe Jakobsmuschel - das traditionelle Symbol des Jakobus - dort wieder den Weg durch das südöstliche Saarland. Eine weitere Lücke in dem europäischen Netz der Jakobswege wurde so wieder geschlossen.

Den Alltag hinter sich lassen

Neben den klasisschen Jakobswegen bietet das Saarland eine Vielzahl an kleineren Strecken, die das Herz des "spirituellen" Wanderers ebenfalls höher schlagen lassen.

Die schönste ist vielleicht die ca. 10 km lange Route zum Litermont-Gipfel:
Ausgangspunkt ist der Waldparkplatz beim Hotel Maldix in Nalbach. Von dort weist das Gipfelkreus bereits den Weg auf die gut 400 Meter hohe Pilgerstätte Litermont. Ein Steg erschließt den Wanderern das Biotop "Froschparadies". Hinter der "Mariengrotte" begleitet der Weg einen Bach, bevor sich nach einem kurzen Schluchtenstück der Blick über Feldern und Wiesen weitet. Beim Klingelborn geht es zurück in den Wald.

An einem Bachbett entlang steigt der Pfad an und führt an den Überresten einiger Westwall-Bunker vorbei. An der steilen Südflanke des Litermont helfen Handseile. Mit dem Felsensteig können die Wanderer dann über in den Fels geschlagene Treppen das Gipfelkreuz stürmen und die grandiose Aussicht genießen. Das letzte Wegviertel umrundet das Naturdenkmal "Grauer Stein", macht einen Schlenker durch den Nalbacher Wald und steigt spektakulär über die "Himmelsleiter" und "Teufelsschlucht "wieder ab.

Wegen der kurzen steilen Abschnitte ist die Route meist nur von April bis Oktober zu bewandern. Nach heftigem Regen ist zudem mit matschigen und rutschigen Stellen zu rechnen.



Pilgern als Erlebnisreise

War früher der religiöse Aspekt der Hauptgrund, der die Menschen bewog, eine Pilgerreise zu unternehmen, so steht für viele Menschen heute das Erlebnis im Vordergrund:

Grandiose Landschaften, Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur, das gute Gefühl, einmal etwas für sich zu tun und dabei vielleicht auch einmal an körperliche Grenzen zu gehen, machen heute für viele die Motivation aus, den Rucksack zu packen.

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (21.11.2017)