Völklinger Hütte - Weltkulturerbe zwischen Himmel & Hölle

Wie ist sie wohl, die Hölle? Vielleicht wie die Völklinger Hütte, beeindruckendes Weltkulturerbe im Saarland, deren Besuch ein surreales Abenteuer ist. Arbeiten Sie sich vor bis Sie vor dem bebenden, blubbernden, zischen- und dampfenden Hochofen stehen. Das wäre sogar dem Teufel zu heiß.

Die Völklinger Hütte bei Nacht. Foto: Völklinger Hütte / Gerhard Kassner


Eine Zukunft nach der Stilllegung - dank der UNESCO

Die gewaltigen Gebläsemaschinen. Foto: Völklinger Hütte / Franz Mörscher

Die am 4. Juli 1986 still gelegte Roheisenproduktion der Völklinger Hütte wurde 1994 als erste Anlage aus der Blütezeit der Hochindustrialisierung Weltkulturerbe der UNESCO.

Heute ist die Völklinger Hütte das bedeutsamste vollständig erhaltene Eisenwerk in der Welt aus dem 19. / 20. Jahrhundert und Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur. Mit weit über einer Million Besuchern seit der Öffnung für Individualbesucher im Jahr 2000 ist die Völklinger Hütte, auf einer Fläche von 600.000 m2, mit ihren Projekten heute der am stärksten besuchte Kulturort der Großregion Saar-Lor-Lux und ein aufregender Themen- und Erlebnispark.

Die über 6.000 m2, große Gebläsehalle mit ihren dinosaurierhaften Maschinen und der Hüttenpark mit seinen sechs riesigen Hochöfen sowie dem weltweit einzigartigen Schrägaufzug sind Sternstunden technischer Ingenieurleistung vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wenn Sie denken, Industrie interessiert Sie nicht, stillgelegte Anlagen ohnehin nicht, dann liegen Sie vermutlich völlig falsch.

Die Multimedia-Einführung in der Sinteranlage schickt auf eine Zeitreise von den Anfängen der Völklinger Hütte bis in die Gegenwart. Vom Dach der Erzhalle öffnet sich der Blick über die Stadt Völklingen und das aktive Werk der Saarstahl AG.

Ein beeindruckendes Panorama zu jeder Jahreszeit und bei Tag und Nacht!

An der Granulieranlage lädt der Picknickplatz zum Verweilen ein: entspannen zwischen bunten Wasserpflanzen und trotzigem Stahl. Aufstieg zur Gichtbühne in 27 Metern Höhe: hier wurden die Rohstoffe in die Hochöfen gefüllt. Wer noch höher hinaus will, erklimmt die Aussichtsplattform der Hochofengruppe.Hier bietet sich ein unvergleichlicher Rundblick.

Seit 2007 ist die Gichtbühne in ihrer ganzen Länge von über 200 Metern begehbar. Ein eindrucksvolles Erlebnis. Über das Kohlegleis mit der neuen 20 Meter langen Wendelrutsche und den Gebläsesteg geht es in die Gebläsehalle. Die Gebläsemaschinen, Kolosse aus Eisen und Stahl,haben den Wind erzeugt, der in die Hochöfen eingeblasen worden ist.

Der Rundgang mit mehr als 5000 Meter spannenden, gut beschilderten Wegen durch das Weltkulturerbe dauert zwei bis drei Stunden.

Weltkulturerbe Völklinger Hütte - einer der spannendsten Orte der Welt.

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (20.11.2017)