Hessische Bergstraße - wo der Frühling früher kommt

Wenn andere Orte noch im tiefen Winterschlaf ruhen, hat an der hessischen Bergstraße bereits der Frühling Einzug gehalten. An den malerischen weinbewachsenen Hängen gedeihen die Reben zwischen blühenden Mandelbäumen, Kirschen und Aprikosen.

Weinberge an der hessischen Bergstraße, Zwingenberg; Credit: © Deutsches Weininstitut DWI


Qualitätsversprechen der Bergsträßler - Klasse statt Masse

In sanftes Grün gehüllt - Die hessische Bergstraße; Credit: © Deutsches Weininstitut DW

Die hessische Bergstraße verfügt über rund 440 Hektar Rebfläche, die sich in zahlreiche kleine Parzellen unterteilen, die die Steillagen und Terrassenfelder schmücken und für ein malerisches Landschaftsbild sorgen. Das verhältnismäßig kleine Weinbaugebiet wird von einer vergleichsweise großen Anzahl verschiedener Winzer bestellt. Wer Massenproduktion und eine Aneinanderreihung von Groß-Weingütern sucht, ist hier fehl am Platz.

Aus der Rheinebene ragen die Berge des Odenwaldes empor. Ganz sanft schmiegen sich die Weingärten der Bergstraße an die steilen Hänge an. Von Darmstadt bis zum romantischen Heppenheim reicht die hessische Bergstraße, von Laudenbach bis Heidelberg ist sie badisch. Der Wein der hessischen Bergstraße zeichnet sich durch die Vielfalt der Winzer, unter ihnen auch etliche Feierabend- und Hobbywinzer, aus. Da entlang der Hessischen Bergstraße der Wein in vergleichsweise kleinen Mengen produziert wird, gilt er nicht nur als Spezialität, sondern darüber hinaus auch als Rarität.

Die klimatische Besonderheit dieser Region ist der frühe Frühlingsbeginn. Wenn andernorts nach langem Winter allenfalls die ersten Knospen zu sprießen beginnen, steht die hessische Bergstraße bereits in voller Blüte. Als erstes tragen die Mandelbäume ihr zartes Frühlingskleid zur Schau, bald schon folgen Forsythien, Kirschen, Aprikosen und Magnolien.

Wie ein schützender Paravent reihen sich die Berge des Odenwaldes auf und schützen die Landschaft und das Weingebiet gegen raue Nord- und Ostwinde ab. An diesem natürlichen Wall prallen Wind und Wetter ab und so herrschen bereits im frühsten Frühling gute Klimabedingungen für den erfolgreichen Weingedeih. Das milde Klima wussten bereits die Römer zu schätzen. Sie siedelten an der "Strata Montana" an und betrieben hier schon vor etlichen Jahrhunderten ihren Weinbau.

Als typische Rebsorte für dieses Anbaugebiet hat sich der Riesling einen Namen gemacht. Aber auch Rivaner, Grauburgunder, Silvaner, Kerner und Weißburgunder gedeihen hier prächtig. Ergänzt wird das Sortiment der weißen Reben durch ihre roten Schwestern, die mittlerweile stark im Kommen sind. Spätburgunder, Dornfelder und St. Laurent finden sich auf den Parzellen in dieser Region. Der Schwerpunkt liegt allgemein auf trocknen und halbtrocknen Weinen. Gekostet werden kann in den vielen Wirtschaften oder bei einem der zahlreichen Weinfeste, die von Mai bis September stattfinden.

Der „Erlebnispfad Wein und Stein“ in Heppenheim empfiehlt sich für alle, die nicht nur den Wein kosten möchten, sondern auch mehr über seine Natur und Geschichte erfahren wollen. Der Rundkurs geht auf einer Strecke von 6,9 Kilometern Fragen zur regionalen Geologie und Geschichte eben so auf den Grund wie Hintergründen zu Flora, Fauna, Klima und Lebensart. Erholung und Wissensvermittlung gehen auf diesem Weg Hand in Hand.

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Fotos: © Deutsches Weininstitut DWI

Quelle: www.sehnsuchtdeutschland.com (20.11.2017)