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Sehnsucht Deutschland - Film
Legendenreich - Das Weinfelder Maar; Foto: Eifel Tourismus GmbH

Eifelsteig: Allein durch die Urzeit

Im Krater eines Vulkans soll einst ein Schloss verschwunden sein, In den Büschen lauerten Räuber - auf dem Eifelsteig um Gerolstein ist es schön einsam und manchmal ganz schön unheimlich.

Text: Willi Winkler

Fotos: Eifel Tourismus GmbH

Kalt ist des Todes Hand und alt ist auch das Maar

Auf den Pfaden der Urzeit wandeln; Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Dominik Ketz Fotografie

Auf den Pfaden der Urzeit wandeln; Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Dominik Ketz Fotografie

Ein Bettler klopfte einst an das Schlosstor und bat in all seiner Schäbigkeit um
ein Almosen, ein Stück Brot nur, einen Schluck Wasser. Doch hart war das Herz
der Herrin auf Schloss Weinfeld. Sie wies den Bett ler von ihrer Schwelle und schickte
ihn fort in die Wälder. Lieber sollte er verhungern, als dass sie ihm auch nur eine Krume gegönnt hätt e. Ihr Gemahl, der Graf Weinfeld, wusste nichts von alledem, doch als er heimkam von der Jagd, fand er sein Schloss nicht mehr. Untergegangen war es mit Mann und Maus und hartherziger Gattin, ersoff en in einem See, der sich plötzlich gebildet hatt e, und mitten auf dem Wasser schaukelte, unberührt von diesem unbegreifl ichen Schicksalsschlag, des Grafen Söhnchen, schlafend in seiner Wiege.

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Das Totenmaar liegt im Sommerlicht so still und starr da, wie es Name und Legende vermuten lassen. Die satt grünen Bäume spiegeln sich darin und vielleicht ruhen drunten tausend Tote. Statt einer Wiege ist es ein einsamer Schwimmer, der im Wasser schaukelt. Er hat es jedoch ziemlich eilig, das gegenüberliegende Ufer zu erreichen, wo er gleich steifgefroren anlanden wird. Kalt ist des Todes Hand, und kalt auch das Maar.

Die Legende vom Untergang von Schloss Weinfeld ist leider zu schön, um wahr zu sein. Der Vulkanologe erzählt sie zwar gern, aber nur mit dem Lächeln des Wissenschaft lers, der beweisen kann, dass es sich bei dem kreisrunden See bei Schalkenmehren um den auff älligsten Beleg dafür handelt, dass dieser Teil der Eifel hochaktives Vulkangebiet ist. Was sind schon 10.000, 50.000, was 100.000 Jahre in der Geologie? Erdgeschichtlich betrachtet hat es hier noch vor einem halben Wimpernschlag ganz fürchterlich rumort. Die Vulkaneifel im Gebiet um die Stadt Gerolstein kann – Sizilien und Island sind fern – die jüngste Lavaaktivität in Mitteleuropa aufweisen. Vor erst 11.000 Jahren trat zum letzten Mal Lava aus. Mit weiteren Eruptionen ist jederzeit – nach erdgeschichtlichen Zeitdimensionen – zu rechnen.

Die Vulkane ernährten die Bewohner der Eifel noch in jüngerer Zeit: Wie ihre neusteinzeitlichen Vorfahren retteten sie sich winters in die ausgeschürften Höhlen und meißelten dort bei halbwegs erträglichen Temperaturen, aber bei garantiert rheumafördernder Luft feuchtigkeit in hingebungsvoller Heimarbeit nichts Kunstgewerbliches, sondern riesige, manchmal mehr als 2 Meter messende kreisrunde Scheiben, die, wenn die tonnenschweren Trümmer beim Ablösen aus der Felswand nicht gleich zerbrachen, als Mühlsteine in alle Welt verschickt wurden. Heute ist es durch Basalt geläutertes Bier und Tafelwasser, das in die Welt jenseits der ginsterbestandenen Vulkanhügel hinausgeht.

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