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Sehnsucht Deutschland - Film
© PIA Stadt Frankfurt am Main

Frankfurt - Stadt Land...Geld

Man ist ja so schnell ganz woanders - im Rheingau, in der Pfalz, im Elsass. Frankfurts Vorzüge scheinen eher vor der Tür als in der Stadt zu liegen. Ein hartnäckiges Vorurteil, das ungerecht ist.

In Sachsenhausen schlägt das Frankfurter Herz

Aushängeschild am Römer © Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main/ Goesta A. C. Ruehl

Aushängeschild am Römer © Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main/ Goesta A. C. Ruehl

Ein ganz normaler Mittwochabend und kein Platz ist mehr frei im Gemalten Haus in der Schweizer Straße im südlichen Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Die Kellner in weißen Jacken holen sich die Teller von der Durchreiche zur kleinen Küche, aus der unaufhörlich dampfender Nachschub kommt. Schwer beladen umkurven sie die Gäste, die mit suchendem Blick im Weg stehen.

Ein ganzes Frankfurter Himmelreich wird da an ihnen vorbeigetragen, herzhafte Rippchen mit würzigfeinem Sauerkraut und rotem Rindsolber, der selten gereichte hessische Tafelspitz mit aromatischer Grüner Soße und gelben Kartoffeln.

SDTV - Frankfurter im Kaufrausch

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Und Haspel mit Kraut, eine Pökelhaxe, die unter der Schwarte so schmackhaftes mageres Fleisch verbirgt. Oder auch Sauermilchkäse mit Kümmel und Zwiebeln. „Handkäs’ mit Musik“ sagt man hier dazu, der am besten gemeinsam gegessen werden sollte, denn die Musik kommt später nicht nur aus dem Radio …

Auf den Tischen stehen die „Gerippten“ – so heißen die traditionellen 0,3-Liter-Gläser mit dem typischen Rautenmuster, in denen der Äppelwoi, auch „Stöffsche“ oder kurz „Schobbe“ genannt, gereicht wird.

Das flüssige Frankfurter Heiligtum ist bekannt seit Karl dem Großen und war zunächst eher minderwertiges Gelegenheitsgetränk. Erst Mitte des 19.Jahrhunderts wurde der Apfelwein als Weinersatz kultiviert. Die Reblaus hatte die Weinstöcke vernichtet und so unabsichtlich den Boden bereitet für seine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Es entstand eine einzigartige Äppelwoi-Kultur, die gastronomisch in fast allen Stadtteilen Frankfurts verwurzelt ist.

„Dribb de Bach“, also drüben vom Bach, womit der Main gemeint ist, liegt Sachsenhausen, das durch die Vielzahl historisch-traditioneller Apfelweinwirtschaften ein sehr beliebter Anziehungspunkt für viele Besucher ist.

Im Wirtshaus mit hübsch bemalter Fassade und Innenräumen wird er im Keller in großen Eichenholzfässern selbst gekeltert. Das Sauer-Stöffchen ist ein durchaus umstrittenes Getränk, denn was dem einen süffig-herbsäuerlich-frisch, ist dem anderen nur ein saurer Graus mit unberechenbarer Wirkung.

Andreas Rupf, Küchenchef des Gemalten Hauses und jeden Abend hinter der Theke beim Apfelweinzapfen, ist stolz auf die Eigenproduktion in der familiengeführten Traditionswirtschaft. „Unbedingt beste Äpfel von der Streuobstwiese und der seltene Speierling für die gewisse herbe Note gehören bei uns dazu. Der Rest ist Geheimnis“, lächelt er.

Kein Geheimnis ist die hauseigene Fleischverarbeitung. Alles wird frisch für den Abend vorbereitet, gepökelt, gekocht. Offenbar weiß man die Qualität zu schätzen.

Die Kundschaft ist gemischt, die Stimmung bestens. Japanische Touristen sitzen auf rustikalen Holzbänken neben einer gutgelaunten Meute Eintracht-Frankfurt-Fans, junges, schickes Abendpublikum lacht neben Geschäftsleuten und Stammgästen aus der Nachbarschaft. Da wird Hessisch gebabbelt, dass es eine Freude ist, die Ansprache ist herzlich, aber robust.

Elfie Klaproth, geborene Sachsenhausenerin, isst heute mal nur einen Spundekäs, angemachten Camembert. „Hier isses wie dahaam“, lacht sie, und ihr Mann Werner nickt kauend. „Und man hat was zum Gugge.“

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