Wo Genuss zu Hause ist: Zwischen Franken und Schwaben liegend, vereint diese Region den Kreis Hohenlohe, den Landkreis Schwäbisch Hall und Teile des Lieblichen Taubertals. Eine kulinarische Reise zwischen Tradition und Moderne.
Die Schafzüchter
Karl Jauernik und seine Schafe; Foto: Stevan Paul
Die Flüsse Jagst, Tauber und Kocher prägen die reiche Naturlandschaft mit ihren Weinbergen,
Schluchtwäldern und Streuobstwiesen.
Hohenlohe ist ein Paradies für Geniesser, die kulinarisch gesegnete Region ist Heimat des Schwäbisch-Hällischen Landschweins und des berühmten Bœuf de Hohenlohe.
In Landgasthöfen und Sternerestaurants wird heimische Küche in bester Qualität auf den Tisch gebracht, dazu schmecken saftige, sonnenverwöhnte Weine der Gegend: Riesling, Silvaner, Lemberger und Spätburgunder.
Es sind vor allem aber die Menschen der Region, es sind die Bauern, Winzer, Produzenten, Köche und Gastwirte, die den Landstrich zum kulinarischen Glücksfall machen, die mit harter Arbeit, fortschrittlichem Denken und Unternehmergeist die Traditionen ihrer Heimat wahren und weiterentwickeln.
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Als Karl Jauernik z. B. nach 39 Jahren seinen Arbeitsplatz als Elektriker in einem Stromkonzern verlor, besann sich der gelernte Landwirt auf seine Wurzeln. Die Abfindung reichte für den kleinen Hof und die ersten Tiere, seine Frau gab ihre Stelle in einem Kommunikationsunternehmen auf.
Mit Begeisterung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten starteten die Jauerniks vor über zehn Jahren mit drei Schafen in ein neues Leben: „Das ist alles von alleine gegangen“, erzählt Karl Jauernik und sieht dabei aus, als wundere er sich immer noch ein bisschen.
Heute besitzt das Paar 130 Ostfriesische Milchschafe, dazu eine Handvoll Rinder und auf den grünen Hügeln hinter dem Hof stehen Rehe und Hirsche in der Sonne.
Ungefähr 20 Hektar umfasst der biozertifizierte Grünlandhof. Hauptgeschäft sind die Schafzucht und die Verarbeitung der Milch zu Quark, Frischkäse, mildem Fetakäse und würzigem Schnittkäse.
Das ist viel Arbeit, zweimal täglich wollen 90 Mutterschafe gemolken werden, an sieben Tagen in der Woche. Allein das Melken der Tiere beansprucht insgesamt vier Stunden täglich, dann wird die frische Milch sofort weiterverarbeitet, die Rinder und das Dammwild versorgt.
Auch in den luftig-sauberen Außenklimaställen ist immer was zu tun. Und was ist mit Urlaub? „Doch, machen wir. Zwei Tage, an Weihnachten, da kommen die Kinder und übernehmen den Stall für uns.“
Tatkräftig und mit vollem Einsatz widmen sich die Jauerniks ihren Tieren und der Produktion der hofeigenen Delikatessen.
Die kulinarischen Köstlichkeiten finden reißenden Absatz, Privatpersonen kaufen direkt ab Hof, auch viele Köche und Wirtsleute aus der Umgebung sind begeisterte Kunden.
Ab März, zur besten Lammzeit, bis tief in den Herbst hinein schmecken die tagesfrischen Milchprodukte,
die gereiften Käse, aber auch die zahlreichen Fleischerzeugnisse aus eigener Schlachtung.
Ingrid Jauerniks Bruder ist Metzger und produziert die hofeigene Schafs-Lyoner, butterzartes Rauchfleisch und würzige Hirschsalami.
Köstlich schmeckt auch der hausgemachte Apfelsaft, 600 Kilo Äpfeln werden beim Pressen noch 10 Kilo Quitten beigemischt, das ergibt eine ganz besonders erfrischende Mischung.
Bewerben müssen die Jauerniks ihr Angebot nicht mehr: „Wir gehen nur wenig auf Märkte, dafür müssten wir extra jemanden einstellen, das rechnet sich nicht und wir können ja hier nicht weg.“
Stattdessen kommen die Leute zu ihnen: „Einmal haben wir einen Tag der offenen Tür gemacht. Es kamen 3.000 Besucher!“ Heute geben die Schafbauern noch vereinzelte Hoffeste und immer am ersten Augustwochenende den beliebten „Brunch auf dem Hof“, um Anmeldung wird gebeten.
Neugierige Genießer sind aber rund ums Jahr willkommen. „Wir sind ja immer da“, lacht Ingrid Jauernik. Für Kinder ist der Hofbesuch ein Abenteuer, neben Schafen und Lämmern sind samtfellige Hasen zu bestaunen und hinterm Haus wartet Paul, ein zahmer Dammhirsch mit Zottelfrisur.
Den hat Frau Jauernik mit der Flasche aufgezogen und der zahme Paul lässt sich im Tausch gegen ein paar Apfelstücke gerne mal das Fell streicheln.
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