Scherben bringen Glück und es ist sicher viel zu Bruch gegangen in den letzten Jahrhunderten. Denn 2010 feierte das von Friedrich Böttger erfundene Porzellan 300. Geburtstag. Uta Buhr feierte mit.
Johann Friedrich Böttger - Der Alchemist von Sachsen
Jedes Stück per Hand bemalt. Foto: Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen
Meissen! Welche Magie geht von diesem Namen aus. Wenn auch viele Ausländer – zumal Amerikaner – häufig nicht einmal wissen, wo diese von der mächtigen Albrechtsburg und dem spätgotischen Rathaus beherrschte Stadt liegt, so ist ihnen eines bekannt: Hier wird das schönste und kostbarste Porzellan der Welt hergestellt.
Doch das ist noch nicht alles. Meissen – oder genauer gesagt – die hoch über der Elbe thronende Albrechtsburg ist die Geburtsstätte des europäischen Porzellans. Hinter ihren dicken Mauern wurde 1708 – also vor gut 300 Jahren – das erste Porzellan auf dem alten Kontinent erfunden.
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Zuvor war Europa auf die teuren Importe aus China angewiesen. Die Europäer versuchten zwar, an das Rezept seiner Herstellung heranzukommen. Aber die Herren im Reich der Mitte hüteten das Geheimnis wie ihren Augapfel. Eigentlich war die Erfindung des „weißen Goldes“ in Meissen ein genialer Irrtum.
Denn August der Starke, der mächtige Kurfürst von Sachsen, hatte den selbsternannten, etwas großmäuligen Alchimisten Johann Friedrich Böttger aus dem Vogtland vor den Häschern des preußischen Königs Friedrich I. gerettet, damit er ihm Gold mache. Der Prunk liebende Monarch benötigte für seine ehrgeizigen Bauprojekte jede Menge davon. Und damit der Bursche ihm nicht entkam, setzte er ihn kurzerhand auf der Albrechtsburg fest. Unter der Aufsicht martialischer Wachen gab es kein Entkommen.
Die ständige Ausstellung auf der Albrechtsburg „Schaff Gold, Böttger“ demonstriert, unter welchen Bedingungen Böttger unter Anleitung des Naturforschers und Philosophen Ehrenfried von Tschirnhaus seine Versuche durchführen musste. Eine Reihe von Gerätschaften sind auf der „Bühne“ ausgestellt – Kolben, Zangen, Tiegel sowie ein großer Blasebalg. Mit diesen einfachen Mitteln wollte man seinerzeit der Herstellung des Edelmetalls zu Leibe rücken.
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