Was kann man mit Algen aus der Ostsee anfangen? Zum Beispiel hochwertige Naturkosmetik herstellen, wie Oceanwell es in Kiel erfolgreich tut. Ein Besuch auf der Algenfarm
Eine Ostsee-Alge blüht auf
Die Oceanwell Produkte basieren auf Laminaria-Algen; Foto: Oceanwell
Sie ist hellbraun, glitschig und nass – und ich stecke mir ein Stück davon in den Mund, von Saccharina latissima, einer Laminaria-Alge aus dem Oceanwell-Labor am Kieler Thiessen-Kai. Zu meinem Erstaunen ist auf der Zunge nichts Glitschiges zu spüren und nach ein paar herzhaften Bissen schmeckt die Alge wie ein leicht nussiges, sehr festes Salat-Blatt.
So fängt natürlich nicht jeder Pressetermin an, wenn es um Naturkosmetik geht. Doch Oceanwell ist ein wenig anders als andere Naturkosmetik-Hersteller. Hier in Kiel hat die Idee mit den Algen und der Kosmetik begonnen, kurz unter der Wasseroberfläche. Meeresbiologen gründeten 2001 das Forschungsunternehmen oceanBASIS, das eine nachhaltige Algenfarm in der Förde für wissenschaftliche Untersuchungen betreibt.
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Die Braunalge, auch Zuckertang genannt, wird vorgezüchtet und an Leinen, ähnlich wie Hopfen, einige Meter unter Wasser angebaut. Nach der Ernte im Spätsommer werden die Algen dann zerkleinert und wie bei der Weinproduktion vergärt. Der gewonnene Extrakt enthält etwa 15 Prozent Alkohol und schmeckt wie ein kräftiger Sherry.
Er bildet die Grundlage für die Kosmetik-Linie, die eigentlich ein Nebenprodukt der biologischen Forschung ist. Eher zufällig wurden die Eigenschaften dieses Algenextraktes entdeckt, die auch für die Pflege der menschlichen Haut zuträglich sind: Laminaria enthält unter anderem ungesättigte Fettsäuren, über 20 freie Aminosäuren und 12 Vitamine. Die Naturkosmetik, die daraus entwickelt wurde, ist feuchtigkeitsspendend, durchblutungsfördernd, regt die Zellerneuerung an und den Stoffwechsel.
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