Im östlichen Teil der Uckermark liegt ein Internationalpark: Das Untere Odertal hat eine polnische und eine deutsche Hälfte. Naturfreunden geht in den weitläufigen Oderauen und bewaldeten Talhängen das Herz auf.
Flussauen und Laubwäler
Lebt im Schilf: der Drosselrohrsänger; Foto: Bernhard Grimm.
Das Untere Odertal gehört zu den letzten naturnahen Flussauenlandschaften Mitteleuropas, weiträumig unverbaut und von mitunter wilder und herber Schönheit. Deutsche und polnische Naturschützer haben daher gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ein grenzüberschreitendes völkerverbindendes Naturschutzprojekt entwickelt.
Seit 1993 ist der polnische Teil (ca. 6.000 ha) als Landschaftsschutzpark, seit 1995 der brandenburgische Teil (10.500 ha) als Nationalpark ausgewiesen. Dieses Kerngebiet des Internationalparks ist auf polnischer wie auf deutscher Seite von ausgedehnten Schutzzonen umgeben, auf der deutschen Seite handelt es sich dabei um das rund 18.000 ha große Landschaftsschutzgebiet Nationalparkregion Unteres Odertal.
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Die Oderaue ist geprägt von periodisch überfluteten Feuchtwiesen und natürlichem Auwald, auf den Talhängen finden sich artenreiche Laubwälder und blumige Trockenrasen. Neben seltenen Pflanzenarten wie Schwimmfarn und Adonisröschen sind hier Seeadler und Schwarzstorch, Wachtelkönig und Seggenrohrsänger, Biber und Fischotter zu Hause.
Im Frühjahr und im Herbst nutzen weit über 100.000 Gänse und Enten, aber auch 10.000 Kraniche und andere Zugvögel das Untere Odertal als Rast- und Überwinterungsgebiet. 160 Brutvogelarten wurden allein im deutschen Teil des Internationalparks gezählt, darüber hinaus 50 Säugetier-, 6 Reptilien-, 11 Amphibien- und 49 Fischarten. 1.726 Pflanzenarten wurden nachgewiesen. Viele von ihnen sind in ihrem Bestand bedroht und stehen auf den Roten Listen der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Brandenburg.
Darüber hinaus reinigen die überschwemmten Wiesen des Unteren Odertals das Wasser des Oderstroms mit ihrem umfangreichen Röhricht-, Schilf- und Seggenbestand und schützen die Menschen vor Überschwemmungen. Während des letzten verheerenden Hochwassers im Sommer 1997 haben sich die weitläufigen Überflutungsgebiete des Unteren Odertals als Hochwasserschutz bewährt. Nirgends waren menschliche Einrichtungen in Gefahr.
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