Man trifft sie in Oldenburg, Bremen, Hamburg und Umgebung. Wie in jedem Jahr machen sich Kohlfahrer mit zünftigen Spielen und viel (flüssiger) Marschverpflegung Appetit auf das traditionelle Kultgericht „Kohl und Pinkel“.
Oldenburger Palme - liebevoller Spitzname für ein Lieblingsgericht
Oldenburger Palme. Foto: Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH
Wenn der Winter Einzug hält und der erste Bodenfrost unter den Füßen knirscht, beginnt in Oldenburg, Bremen, Hamburg und Umgebung die Zeit des Grünkohls und der Kohlfahrten. Dass
den Norddeutschen das äußerst vitaminreiche Wintergemüse am Herzen liegt, zeigt sich schon an seinem Spitznamen: „Oldenburger Palme“ nennen seine Fans ihn liebevoll; doch auch als Kraus- oder Winterkohl ist der Grünkohl bekannt. Aus der Reihe tanzen die Bremer: Denn obwohl er eine eindeutig grüne Farbe aufweist, wird der Grünkohl in Bremen Braunkohl
genannt.
Einig ist man sich jedoch in einem: Grünkohl ist ein kulinarisches Highlight. Allerdings nicht solo: Denn obwohl Grünkohl die Hauptrolle spielt, so tritt er doch stets gut begleitet auf. Besonders die Wurst mit dem Namen „Pinkel“ gehört zu jedem Grünkohlessen dazu. Eigens für die
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Grünkohlsaison aus gewürzter Grütze mit Speckwürfeln, Bauchfleisch und Zwiebeln hergestellt, gibt sie dem Kohl die richtige Würze. Doch auch geräucherter Speck, Kochwurst und Kasseler dürfen bei einem zünftigen Grünkohlessen mitspielen. Ergänzt wird dieses üppige Mahl, das
übrigens am besten aufgewärmt schmeckt, dann noch durch Salz- oder (mit Zucker karamellisierten) Bratkartoffeln und Senf. Dazu genießt man ein frisches Pils und einen Korn. Kein leichtes Vergnügen.
Um den Kalorien des Kohls und seiner Beilagen tatkräftig entgegen zuwirken, geht deshalb einem typischen Grünkohlessen die Kohlfahrt voraus. Bewehrt mit zünftiger Marschverpflegung, die üblicherweise in einem Bollerwagen mitgeführt wird, treffen sich jedes Jahr ab November Vereine, Sportclubs, Betriebe und Nachbarschaften zu Ausflügen in die norddeutsche Landschaft.
Traditionell amüsieren sich die Teilnehmer solcher Kohlfahrten mit Spielen wie Bosseln, Besenwerfen oder Sackhüpfen, die nicht nur für Unterhaltung, sondern vor allem für „Kohldampf“ – Riesenhunger sorgen. Guten Appetit!
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