Hauptkriterien für die Aufnahme in die Welterbeliste 1993 waren die nahezu ungestörte topographische Situation des Klosters mit seiner durch die Zisterzienser geprägten Kulturlandschaft und der Modellcharakter des Kulturgutes: In seiner Gesamtheit ist Maulbronn weltweit ein Einzelfall, der es ermöglicht, ein zuverlässiges Bild von zahllosen verstümmelten Klosteranlagen zu rekonstruieren.
Die 1147 gegründete Anlage bildet ein ungewöhnliches Bild der Geschlossenheit. Bis ins Detail lassen sich Leben und Arbeit des Zisterzienserordens vom 12. bis 16. Jahrhundert veranschaulichen. Die miteinander auf der Anlage verbundenen Gebäude bieten baukünstlerische Einzelleistungen im kirchlichen und profanen Bereich.
Bedeutend für die Architekturgeschichte im gesamten mitteleuropäischen Raum sind einige Bauteile aus der Zeit von 1200 bis 1210: die frühgotische Kirchenvorhalle, der Südflügel des Kreuzganges und das Herrenrefektorium, der wohl aufwändigste Speisesaal des 13. Jahrhundert. Hier zeigt sich die Kraft der Kunst am Anfang einer neuen Epoche. Das spezifische Formenrepertoire ist das frühste Zeugnis der Auseinandersetzung mit der neuen gotischen Baukunst aus Frankreich. In diesem Anfang geriet der Speisesaal der Herrenmönche zur Königshalle.
Die Klosterkirche hat die wichtigsten Teile ihrer Ausstattung bewahrt. Sie ist ein bedeutendes Beispiel der oberrheinischen Spätromanik. Ihre Architektur folgt den Forderungen Bernards von Clairvaux, Verbreiter des zisterziensischen Reformdenkens, schlichte Kirchen aus schmucklosen Stein zu errichten: keine Türme, keine Krypta, keine Empore, kein Bau- oder Kunstluxus. Aus der Wendezeit zur Spätgotik 1340/50 stammt das Brunnenhaus, ein Glanzstück der Maulbronner Klosterarchitektur.
1999 wurde die Eisenacher Wartburg in Thüringen als erste deutsche Burg als Welterbe der UNESCO anerkannt. Luther übersetzte hier das Neue Testament, Goethe war oft zu Besuch, eine würdige Wahl der UNESCO.
> mehrWie ist sie wohl, die Hölle? Vielleicht wie die Völklinger Hütte, beeindruckendes Weltkulturerbe im Saarland, deren Besuch ein surreales Abenteuer ist. Arbeiten Sie sich vor bis Sie vor dem bebenden, blubbernden, zischen- und dampfenden Hochofen stehen. Das wäre sogar dem Teufel zu heiß.
Die Burg Hohenzollern ist der Stammsitz der preussisch-brandenburgischen und der fürstlich-katholischen Linie des Hauses Hohenzollern. Spektakulär ist der Rundblick über die Schwäbische Alb und der Fernblick zum Schwarzwald, die schon Kaiser Wilhelm II. bewunderte.
Die großartige Architektur der Michaeliskirche, die monumentale, mittelalterliche Ausstattung des Doms und der prachtvolle Domschatz machen Hildesheim zum Zentrum romanischer Kunst und seit 1985 zum Welterbe der UNESCO.
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