Vor 300 Jahren träumte der sächsische Kurfürst August der Starke von unermesslichen Schätzen, von Diamanten, Silber und Gold. Doch Augusts Gold war weiß, fast durchsichtig und mit feinem Dekor bemalt.
Der ewige Traum vom Goldmachen
Johann Friedrich Böttger: Entwickelte das erste europäische Porzellan. Foto: DWT, Rulff
Porzellan kam damals aus Japan oder China, was man damals alles „indianisch" nannte, und es war durch aufwendige Produktion und lange Transportwege fast unbezahlbar.
August war versessen auf das Porzellan. Seinen Goldschmied Johann Melchior Dinglinger beauftragte er, „das schöne Goldne mit Edelstein versetzte Thee Service" so zu gestalten, dass die goldenen Tassen emailliert und bemalt den Eindruck von Porzellan erweckten. Das 1703 geschaffene Service ist heute eines der Prunkstück im „Grünen Gewölbe", der königlichen Juwelensammlung. Zwei Jahre zuvor hatte August den 19-jährigen Apothekerlehrling und Alchimisten Johann Friedrich Böttger (1682-1719) von Wittenberg nach Dresden bringen lassen. Böttger, der versprach, aus unedlen Metallen Gold herstellen zu können, wurde nämlich vom preußischen König verfolgt.
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August und die sächsischen Adligen hofierten zunächst den vermeintlichen Goldmacher, der zeitweise sogar im Schloss residierte. Dessen Versuche scheiterten allerdings. Da halfen auch die bezeugten Stoßgebete des Sachsenherrschers nichts. Der sächsische Gelehrte Ehrenfried Walter von Tschirnhaus lenkte daher Böttgers Erfinderdrang hin zum weißen Gold.
Niemand sollte von Böttgers Experimenten erfahren. Und so ließ August den Alchimisten während der schwedischen Belagerung 1706 auf die sichere Festung Königstein bringen.
Am 22. September 1707 nahm Böttger die Arbeit in der Jungfernbastei unterhalb der heutigen Brühlschen Terrasse auf. Die Gewölbe der Dresdner Festungsanlagen sind heute teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Räume selbst aber wurden bei der Bombardierung des Belvederes verschüttet. Auf der Terrasse erinnert eine Porzellanstele an Böttger.
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