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Sehnsucht Deutschland - Film

48 Stunden Weimar

Sex, Mätressen, Intrigen neben ganz großer Kultur. Michael Dietrich konnte es kaum fassen. In Weimar? Wo Goethe, Schiller und Konsorten residierten? Nicht im Leben. Oh doch. Unvergesslicher Kurztrip in eine unterschätze Stadt

Text: Michael Dietrich

Fotos: Jens Hauspurg

Der Blick durch Goethes Haus. Auch hier ist alles durchgeplant.

Der Blick durch Goethes Haus. Auch hier ist alles durchgeplant.

Natürlich verliefen meine zwei Tage in Weimar völlig anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Entspannen wollte ich, mich treiben lassen, einfach mal nichts tun. Etwas Goethe, etwas Schiller– vielleicht. Besser im Café sitzen, lesen und Leutegucken. Oder durch die engen Gassen und weiten Parks der europäischen Kulturhauptstadt von 1999 schlendern. Für die Hin- und Rückreise hatte ich mir ein günstiges Ticket für die erste Klasse im Zuggegönnt. Letzter Abend dann in Hamburg: Im Fernsehen verkündet ein Nachrichtensprecher, die Bahn stehe gerade vor dem längsten Streik ihrer Geschichte. Super! In Weimar schließlich gut angekommen, gestalteten sich beide Tage dermaßen anregend, dass von Ruhe keine Rede mehr sein konnte. Wie denn auch, wenn das Hirn immer und immer wieder um Sex, Mätressen, Intrigen, Liebeleien und den Tod kreist? Aber alles der Reihe nach.

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12.03 Uhr: Ankunft und die virtuelle Annäherung an eine russische Schönheit

Mein Zimmer im Russischen Hof ist wirklich prima ausgestattet: bequeme Sessel, Kaffeemaschine, ein zweckmäßiger Schreibtisch, WLAN, nicht zu weiche Matratze. Auf der liege ich gerade und lese, dass mein Hotel anno 1805 eingeweiht wurde. „Russischer Hof “ deshalb, weil ein Jahr zuvor eine der schönsten und vermögendsten Frauen Europas, die Zarentochter Maria Pawlowna, den Sohn des damaligen Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach geheiratet hatte. Und da wird es auch schonspannend: Jener Carl August nämlich, der damals die ganzen Denker, Dichter und Gelehrten nach Weimarholte und so das verarmte Städtchen berühmtmachte, hatt e pikanterweise eine Mätresse. Die schenkte ihm zwar vier uneheliche Kinder, vermieste seinem besten Freund jedoch den Job als Theaterintendanten. Was zu einem Riesenkrach führte und in halb Europa die Runde machte. Besagter Freundhieß Goethe. Johann Wolfgang von Goethe. Schluss jetzt mit der Lektüre. Draußen scheint die Sonne und die Zeit drängt. Um Weimar ein wenig kennenzulernen, habe ich vor meiner Abreise eine Stadtführung gebucht. Und die beginnt in fünf Minuten. Vielleicht treffe ich unterwegs ja ein paar Ururenkelinnen von Maria, der attraktiven Russin ...

14.00 Uhr: Spaziergang durch die Stadt und die Sache mit Goethe und dem Sex

„Die Glocke tönt, wir bewegen uns jetzt bitt e zur Mitte des großen Marktplatzes zu Weimar.“ Frau Weske führt seit 15 Jahren durch die Stadt, zuvor hat sie als Mathe- und Physiklehrerin gearbeitet. „Die 35 Glocken da oben“, sagt sie und deutet dabei auf den Rathausturm, „sind aus Meißner Porzellan.“ Wir lauschen der Melodie Sah ein Knab ein Röslein stehn. Der Text stamme von Goethe. Geschrieben habe er ihn für die Elsässer Pastorentochter Friederike Brion, mit der er, 21-jährig, ein paar Monate herumflirtete und sie danach abrupt verließ. Warum? Und: War da mehr? Frau Weske sagt: „Wir wissen es nicht.“ Und geht dann mit schnellem Schritt voran. Auf unserem Spaziergang erfahren wir, wo Lucas Cranach der Ältere sein letztes Lebensjahr verbrachte, wo Goethe, Schiller, Herder und Wieland lebten und einkehrten, wo Johann Sebastian Bach und Franz Liszt ihre neuen Kompositionen vor sich hin summten, wie die mit dem herzoglichen Stall- meister verheiratete Charlott e von Stein ihren Geliebten Goethe nächtens lockte (nämlich mit einer Kerze, die sie immer dann anzündete, wenn ihr Gatte außer Haus weilte). Wir passieren das Deutsche Nationaltheater, in dem die Weimarer Republikausgerufen wurde. Und gelangen über das Stadtschloss(in dem Carl August residierte), die Hochschule für Musik (früher das Fürstenhaus) und die Bauhaus-Uni (gegründet von Walter Gropius)zum Historischen Friedhof von 1818.Am Fuße der Fürstengruft , in der auch die Gebeine Goethes ruhen, erzählt Frau Weske, das Genie habe kranke Menschen und Beerdigungen wie die Pest gemieden und vermutlich erst mit 39 Jahren körperlichen Sex gehabt – während seiner Italienreise. Faustina, „dunkler Teint, schwarze Augen“, hat er die 22-jährige römische Kellnerin genannt. Aha.

16 Uhr: Eine Original-Thüringer und das Haus des großen Dichters

Auf dem Frauenplan im Süden der Altstadt endet schließlich die Führung. Jetzt erst einmal durchatmen. Ich gleite auf eine Parkbank, mein Blickwandert über Pflastersteine zu bunten Barock- und Renaissancehäusern. Zu Goethes Lieblingswirtshaus etwa, dem lindgrün gestrichenen Gasthof zum weißen Schwan. Nur ein paar Meter weit entfernt steht dann das sonnengelbe Domizil des Dichters. Und hinter mir, da riecht es verdächtig gut. Den Duft verströmt ein Grillimbiss. Was für ein Segen, sich mal der Esskultur widmen zu dürfen.
Ich besorge mir eine „Original-Thüringer“, beiße herzhaft rein und bin nach fünf Minuten satt und selig. Kaum ist der Hunger gestillt, packt sie mich schonwieder, die Neugier. Mit was wohl hat sich Goetheumgeben, wie war er eingerichtet, wo hat er nun geschrieben? Zu seinem ehemaligen Wohnsitz ist es einen Katzensprung. Also auf. Unter mir knarzen Holzdielen, über mir spannen sich Deckengemälde. Dieses Haus – vollgepackt mitantiken Skulpturen, Büsten, mit Ölgemälden, Aquarellen und Radierungen – macht Ehrfurcht, und Menschen klein. 18 Zimmer sind zu besichtigen. Und eine raumgreifende Treppe mit kaum merklichen Stufen, die man, wie der Meister selbst meint, „nicht müd’ wird, auf- und abzugehen“. Im „kleinen Esszimmer“ erfahre ich, dass Goethe gern die Gunst der frühen Stunde nutzte, um zu arbeiten. Zu Mittag pflegte er erst spät zu essen, immer begleitet von einem Glas Wein (wie mir später zugetragen wird, waren es oft auch zwei oder drei). Goethes Arbeitszimmer ist schlicht und einfach ausgestattet. Eine Umgebung „von bequemen, geschmackvollen Möbeln hebt mein Denken auf und versetzt mich in einen passiven Zustand“, schreibt er. Das Wohnhaus schließt um 18 Uhr. Zwei Stundenhabe ich nun hier und im angrenzenden Goethe-Museum verbracht. Ein halber Tag wäre bessergewesen – in dieser so einzigartigen und aufschlussreichen Welt.

18 Uhr: Neue Erkenntnisseim Lustschloss von Belvedere

Schon wieder muss ich mich beeilen. Gregor Seiff wartet in seinem Fiat 500 bereits vorm Hotel. Mit Gregor, dem Bekannten einer Bekannten, hatte ich gleich nach der Stadtführung telefoniert. Wir waren sofort per Du: „Was hältst du davon, wenn wir uns heute Abend etwas die Umgebung von Weimaranschauen?“ Ich hielt viel davon. Gregor arbeitet antike Möbel auf, verkauft auf dem Wochenmarkthandwerklich produzierten Käse, ist nebenbei Vorsitzender der Weimarer Kunstgesellschaft und gehört zum Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums. Unser Weg führt über eine von Kastanien und Linden flankierte Allee zum vier Kilometer entfernten Lustschloss Belvedere. Maria Pawlowna, die bereits erwähnte Schönheit aus Russland, arbeitete und vergnügte sich hier während der Sommermonate. Die Anlage, mit Landschaftspark insgesamt 48 Hektar groß, gehört noch heute zu den schönsten Residenzen Thüringens und zählt – wieso manches in Weimar – zum UNESCO-Welterbe. Ein Traum, auf diesem Hügel mit Blick über die Stadt spazieren zu gehen. Gerade im Abendlicht, das lange, milde Schatten wirft .Und wieder lässt mir Goethe keine Ruh’. Warum diese Abstinenz, wenn die Lenden Lust verspürten? Gregor verweist auf die Prüderie jener Tage und Goethes Angst vor der Syphilis: „Leichte Mädchenkamen für ihn somit nicht in Betracht. Und seine Charlott e von Stein, die war verheiratet und hatte sieben Kinder. So eine Frau konnte und durfte sich damals keinen Liebhaber leisten.“ Goethe, erzählt Gregor weiter, wollte sich von all den verkrusteten Gesellschaftsnormen lösen und reiste unter anderem deswegen nach Italien – ganz ohne sich von seiner holden Frau von Stein zu verabschieden. Zurück in der Heimat lernte er jetzt Christiane Vulpius kennen und lieben, ein heiteres Mädchenaus einfachem Haus, das in einer Manufaktur Seidenblumen band – und später in Weimarer Damenzirkeln als ordinär bezeichnet und wegen ihres braunen Teints und ihrer fülligen Figur als „Blutwurst“ verhöhnt wurde. Der gregorianische Abend endet dann in der Dämmerung.

20 Uhr: Das Theater und Goethes Wunschgedanken

Gefüllte Bier- und Weingläser auf runden Bistrotischen, Flüsterstimmung im Publikum, das Licht im Saal erlischt. Bühne frei für Heike Meyer und Ute Wieckhorst und ihr Stück: Goethe und die Frauen. Das „Theater im Gewölbe“ im Lucas-Cranach-Hausscheint meinen Wunsch nach mehr Information erhört zu haben. Zwischen mächtigen Mauern erzählen die beiden Schauspielerinnen vom Adelsfrauenalltagaus jenen Tagen. Sie machen das spannend und mimen ihre Figuren täuschend echt – stets gespickt mit zotigen Zitaten. So etwa hat der damals26-jährige Dichter in seiner Satire Hanswursts Hochzeit geschrieben: „Und hinten drein komm ich bei Nacht / Und vögle sie, dass alles kracht.“

Nächster Morgen, 9 Uhr: Prosecco, Lachs und die Begegnung mit der Gegenwart

Mittlerweile ist mir die Altstadt so vertraut, dass ich keinen Stadtplan mehr brauche. Zu Goethes Zeiten wohnten hier gerade mal 6.000 Menschen. Heute zählt Weimar rund 65.000 Einwohner. Frühstücken im Café Frauentor macht Laune: Prosecco, Orangensaft , Lachs, Salami und cetera. Besuchergruppen gehen vorbei. Die Kinder tragen T-Shirts, die Erwachsenen Regenschirme. Vorausgesagt ist schönes, sonniges Wett er. Dann macht es „klack, klack, klack“. Es taucht eine Pferdekutsche auf. Drinnen sitzt ein asiatisches Pärchen, das fröhlich lachend fotografiert.

11 Uhr: Bauhaus, Gropius und das freie Leben der Studenten

„Das müssen am Anfang ziemlich wilde Zeiten an der Hochschule gewesen sein“, sagt Annika Eheim. Die Studentin sitzt vor dem Café der Bauhaus-Uni und streckt ihr Gesicht der Sonne entgegen. Gerade hat sie eine Führung hinter sich und Besuchern erzählt, dass Walter Gropius anno 1919 das „Staatliche Bauhaus“ gegründet hat. Seine Idee damals: Sowohl das Handwerkmit der Kunst als auch die Arbeit mit dem Privatleben zu verbinden, also etwas völlig Neues zu schaffen. Völlig neu war auch das Lebensgefühl, das der Schulleiter samt seinen Lehrern (darunter Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer und Lyonel Feininger) ihren Schülern vermittelten und die Weimarer in Angst und Schrecken versetzte – nichtselten wurde in jenen Tagen beobachtet, wie die Studenten bei Sonnenaufgang nackend und jauchzend ihrer Morgengymnastik huldigten. Ein Unding. Wie lebt es sich heute in Weimar und an der Uni? „Die Tage hier musst du nicht planen, die entwickeln sich von selbst. Hier triffst du ständig Leute, die etwas unternehmen wollen und dich dazu einladen, mitzumachen: etwa zusammen zu kochen, zu feiern, ins Nationaltheater oder in die Kneipe zu gehen, zu klettern oder zu bowlen oder oder ...“, sagt sie. Gestern etwa habe sie mit ihrer Freundin und einer Flasche Rotwein den Abend auf dem Theaterplatz verbracht und sich gefragt: Wie geil ist das denn hier? Die Stadt, die Uni, das Umland: perfekt, total ihr Ding. Goethe, Schiller und die ganzen Bildungstouristen: Damit muss sie halt leben.

13 Uhr: Mittagessen und die scharfe Ecke

Nahezu ganz Weimar ist sich einig: Die besten Klöße Thüringens gibt’s in der Scharfen Ecke. Momentan sind alle Tische belegt, nur der kleine am Eingang ist noch frei. Eine Kneipe für jedermann. Hendrik Thormeier führt sie seit acht Jahren. Das Kloß-Rezept hat er von seinen Vorgängern übernommen, und die haben hier 35 Jahre lang wacker gekocht. „Der Thüringer an sich“, sagt er, sei kein Feinschmecker, eher ein Gourmand, „Hauptsache viel auf dem Teller.“ Die Klöße schmecken trotzdem. Die halbe Ente auch.

15 Uhr: Die Fahrt nach Schloss Tiefurt und der Ruf des Rentners

Der Fluss, der durch Weimar fließt, ist die Ilm. Ihr will ich mit dem E-Bike vier Kilometer folgen. Vorbei geht’ san krummen Apfel- und Birnbaumveteranen, dazwischen wächst kniehoch das Gras. Hinter zwei, drei Kurven rutscht die Ilm sprudelnd über einen Wasserfalleinen Meter tief hinab. Die Fahrt geht nun durch einen frühlingsgrünen Wald. Auf Lichtungen sitzen Menschen mit Picknickkoffern und Kunststudenten mit Pinseln in der Hand. Kurz vor Tiefurt dann erste, aufgebretterte Datschen. Einen kurzen Buckel hoch, schon begrüßt mich das klare Glöcklein der Christophorus-Kirche, das gerade in den Nachmittag schlägt. Ich steige ab. Vor mir weitet sich nun ein Landschaftsgarten, an dessen Ende ein pavillongleicher Musentempel steht. Wunderschön ist auch das Schloss zur Linken, im klassizistischen Stil erbaut. Goethe und fast alle Größen Weimars trafen sich hier, auf dem Wohnsitz von Carl Augusts Mutter. Auf einer Parkbank ruft ein Rentner: „Schloss wegen Baustelle geschlossen.“ Dann eben in den Kaffeegarten der Dorfgaststätte. Ein ausladender Ahornbaum spendet herrlichen Schatten. Am Nachbartisch sitzen drei ältere, gut gekleidete Damen vor bunten Eisbergen. Eine sagt: „Ein Traum, dieses Schloss, wenn wir nur hinein könnten.“ Egal, allein der Park ist eine Pracht. Endlich malausspannen, endlich mal Ruhe und die Gedanken weit von Goethe weg. Zwei Stunden später, schon gehe ich mit meinem Handy wieder ins Netz. Google antwortet mir auf meine Frage nach den Phobien des Genies und verweist mich auf den amerikanischen Psychoanalytiker Kurt R. Eissler. Der Text ist ellenlang.

Wiedervorlage.18 Uhr: Rückkehr in die Stadt und eine rührende Inschrift

Die Frau, die Goethe sein Leben lang geliebt hat, liegt auf dem Friedhof der Jakobskirche – nicht neben ihm in der Fürstengruft . Die Inschrift auf Christianes Grab hat er selbst verfasst: „Du versuchst, oh Sonne, vergebens /Durch die düsteren Wolken zu scheinen! / Der ganze Gewinn meines Lebens / Ist, ihren Verlust zu beweinen.“

20 Uhr: Fußball und coole Typen

Pokalhalbfinale: Bayern gegen Barcelona, ha! Im Schwarzburger Hof sind so gut wie alle Plätze besetzt. Und das sind so um die 150 drinnen und nochmal rund 100 im Biergarten. Ich schnappe mir einen Stuhl, stelle ihn draußen irgendwo dazwischen. „Rück doch zu uns rüber“, ruft Olaf, selbst Bayernfan. Seine Kumpels Marco, Günther und Gerald nicken. Am Tisch wird mir nach und nach nahegebracht, dass Messi eine Oberpfeife und Flachzange ist, dass wir(bei Fouls) nicht beim Parallelschwimmen sind, dass Barcelona ständig am Rudern ist – und der SC 03Weimar in der sechsten Liga spielt und momentan auf dem zweitletzten Platz steht. Das Spiel endet mit3:0 für Barcelona. Während des Spiels legt Olaf seinen Arm auf meine Schulter und sagt mit Stolz in der Stimme: „Guck dich bei uns mal genauer um, da sieht du kaum noch ein graues Haus. Anders als im Ruhrgebiet. “

Nächster Morgen 9 Uhr. Ferdinand und der Spaziergang durch Goethes Garten

Henning Hacke, 65, Typ Luis Trenker, steckt in Wildlederstiefeln, trägt ein cremefarbenes Leinenhemd, Dreiviertel-Samthosen, weiße Trachtenkniestrümpfe, auf seinem Rücken hängt ein Weidenkorb. Hacke macht auf Gärtner, auf Goethes Gärtnernamens Ferdinand. Ich folge ihm durch den rund zwei Kilometer langen Park an der Ilm. Seit 200 Jahren wird er nur einmal im Jahr gemäht und beheimatet die artenreichsten Wiesen des Ilmtals. Im Park steht das Gartenhaus des Dichters und Carl Augusts Liebesnest, das „Römische Haus“. Hacke macht seinen Job perfekt, etwa wenn er sein Open-Air-Puppentheater aufbaut, die ganze Mischpoke von damals auf die Bühne bringt und in deren Sprache aufleben lässt.11 Uhr: Die Quintessenz Weimar ist schön, Weimar ist grün, es beflügelt die Sinne und bietet neben der allgegenwärtigen Prominenz genügend Raum zur Entspannung.12.15 Uhr: Die Heimreise und des Pudels Kern Trotz Streik fährt mein Zug pünktlich ab. Während der Fahrt finde ich im Internet des Rätsels Lösung. Eissler, der amerikanische Psychoanalytiker, schreibt: Goethe hatte ein platonisches Liebesverhältnis zu seiner Schwester Cornelia, die mit 26 Jahren verstarb. Deshalb wohl seine Angst vor dem Tod. Und sein langer Verzicht auf Sex. Welch ein Drama.


10 TopTipps


GRAND HOTEL RUSSISCHER HOF

FÜRSTLICH Hier wohnten ja schon Puschkin, Turgenjew und der Zar, wenn sie in die Stadt kamen. Auch unser Autor hat sich hier eingebucht –und sich rundum wohlgefühlt.126 Zimmer, 16 Suiten. Als Hausgeist wacht Franz Liszt über das Haus, der hierseine ersten Tage in Weimarverbrachte; siehe Text.DZ ab 105 Euro/Nacht. Goetheplatz 2, Telefon: (03643) 77 40

www.russischerhof-weimar.de


FAMILIEN HOTEL

AUSGEZEICHNET Wegen seines familienfreundlichen Konzepts und seiner Vollholzkonstruktion mit dem Thüringer Tourismuspreisausgezeichnet. Alle Wohnungen verfügen über Küche und Balkon, Fernseher sind hinter Schiefertafeln versteckt. Dachgarten mit Kräutergarten und Sandelplatz. Eine sehr gute Küche findet man im Restaurant Gretchens und eine schöne Weinauswahl. Darunter auch Reben von Prinz zu Lippe, der Weimarer Weine keltert und ausbaut. FW ab 90 Euro/Nacht. Seifengasse 8 Telefon: (03643) 457 98 88

www.familienhotel-weimar.de


AM FRAUENPLAN

ZENTRAL Im früheren Palais der Gräfin von Bernstorff .Von Insidern empfohlenes Dreisternehaus für Besuchermit schmalerem Budget.DZ ab 72 Euro/Nacht. Brauhausgasse 10Telefon: (03643) 494 40

www.hotel-am-frauenplan.de


RESTAURANT ANNO 1900

LEICHT UND LUFTIG Drinnen Winter-, draußen Biergarten. Wunderbar sitzt man hier und läßt den Abend verstreichen. Kreative Küche, netter Service. Der Autor hatte im Maigebratenen Spargel mit Erdbeeren und Pfeffer. Sehr gut. Hauptgerichte um 25 Euro. Geleitstraße 12aTelefon: (03643) 90 35 71

www.anno1900-weimar.de


CAFÉ AM FRAUENTOR

GENIESSEN Der perfekte Ort, um Leute zu gucken und sich in der Weimarer Atmosphäre einzufinden. Die hausgemachten Torten sind eine Wonne. Täglich werden hier ganze 18 Sortengebacken und der Thüringer Schmandkuchen muss unbedingt probiert werden! Auch das Frühstück mit Prosecco und allem Drum und Dran war sehr gut; siehe Text. Schillerstraße 2

www.cafe-frauentor.de


RESTAURANT ANNA AMALIA

TRADITIONSHAUS Ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern und 16 Gault-Millau-Punkten. Chefkoch Marcello Fabbri bringt mediterrane, vorzugsweise italienische Spezialitäten auf die Teller. Es gehört zum Hotel Elephant, dem ältesten und geschichtsträchtigsten Hotel hier. Ein 3-Gang-Überraschungsmenükostet 65 Euro. Markt 19, Telefon: (03643) 80 20

www.restaurant-anna-amalia.com


THEATER AM ABEND

UNTERHALTUNG Im „Theater im Gewölbe“ unter dem ältesten Renaissance-Haus der Stadt. Die Aufführungen widmen sich hauptsächlich Goethes und Schillers Werk und Leben. Am Markt 11/12www.weimar-tourist.deOder natürlich im Deutschen Nationaltheater. 1791 als Hoftheater eröffnet, Zentrum der kreativen Szene. Theaterplatz 2

www.nationaltheater-weimar.de


STADTSCHLOSS

ZU HAUS BEIM HERZOG Auch dies ist ein Gemeinschaftsprojekt der Freunde Carl August und Goethe. Nach einem verheerenden Brand bauten sie es ab 1789 innerhalb von 14 Jahren wieder auf. Beeindruckend im Schlossmuseum ist die ehemalige großherzogliche Kunstsammlung mit Gemälden von Cranach bis Beckmann. Burgplatz 4

www.klassik-stiftung.de


HERZOGIN ANNA AMALIA BIBLIOTHEK

PRUNKVOLL Eine der schönsten und hochkarätigsten Bibliotheken – weltweit. Unbedingt die Goethe-Büste ansehen und seinen altersmilden Blick erwidern. Limitierter Einlass, reservieren! Platz der Demokratie 1, Telefon: (03643) 54 54 00

www.anna-amalia-bibliothek.de


BAUHAUS

RADIKAL MODERN Galt das damals. Und heute? Mit Studenten in eineinhalb Stunden durch die Uni und durch das Leben von Henry van der Velde und Walter Gropius; siehe Text. Anmeldung erbeten. Geschwister-Scholl-Str. 6a, Telefon: (03643) 58 30 00

www.uni-weimar.de

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