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Sehnsucht Deutschland - Film
Auf der Bühne fühlt sich die 46-Jährige pudelwohl. Foto:NDR/Frank Hempel

Nachgefragt - Interview mit Inka Bause

Inka Bause kann vieles, das meiste sogar mit Routine. Doch berühmt ist sie für das erfolgreiche Verkuppeln von ländlichen Junggesellen mit Frauen, die auf Bauern stehen. Warum sie selber lieber alleine lebt, erzählt sie SEHNSUCHT DEUTSCHLAND.

Text: David Pohle; Hanna Andresen

Fotos: NDR/Frank Hempel

Inka Bause als Kylie Minogue bei der ARD-Show

Inka Bause als Kylie Minogue bei der ARD-Show

Inka, gute Gründe für Ihr Leben in Berlin?
Meine Eltern sind 1974 mit uns Kindern von Leipzig hierhergezogen. Ich liebe diese Stadt, vor alle nachts und im Frühling mit Blick auf den Fernsehturm – für mich das schönste Gebäude der Welt. Die Menschen hier sind derb und direkt. Das ist anstrengend, aber man weiß, woran man ist.

Vier Tage frei! Ideen für einen Kurztrip in Deutschland, wer und was muss mit?
Meine Tochter, meine Mutter und die Hunde und dann ab auf den Darß an die Ostsee. Egal bei welchem Wetter übrigens.


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Was sollte ein ausländischer Gast im Lande sehen?
Die Vielfältigkeit Deutschlands – von der See bis zum Gebirge – und die weiten Ebenen in Mecklenburg, den Spreewald, das Elbsandsteingebirge, den Bayerischen Wald. Deutschland ist ein Traum.

Und was auf keinen Fall probieren?
Leider kann man nachts in Berlin nicht mehr so sicher U-Bahn fahren.

Was ist Ihr typisch deutsches Leibgericht?
Grüne Klöße mit Sauerbraten und Rotkohl – alles selbst gemacht natürlich. Oder „Tote Oma“, das ist Blutwurst mit Kartoffelpüree und Sauerkraut.

Was bedeutet Heimat für Sie?
Leipzig und Berlin, die Orte meiner Kindheit und Jugend. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, Deutschland zu verlassen.

Lieblingshelden oder Vorbilder?
Meine Lieblingshelden sind die Helden des Alltags, die im Kleinen helfen. Und das Team der Palliativklinik für Kinder in Datteln, das jeden Tag versucht, todkranken Kindern das verbleibende Leben zu verschönern und erträglicher zu machen.

Seit 2005 bringen Sie Bauern unter die Haube. War da nicht mal einer für Sie dabei?
Nein. Ich fand einige wirklich sehr sympathisch, aber zum einen bewerben die Bauern sich nicht um mich, zum anderen wissen die Jungs ganz genau, was sie suchen, und da steht ihnen sicher nicht der Sinn nach einer Frau, die in der Showbranche arbeitet und wenig zu Hause ist.

Und für Frauen mit Spinnenphobie?
Man kann alles überwinden und sich immer wieder selbst überraschen. Dennoch wundere ich mich manchmal, was Frauen auf den Höfen so erwarten.

Was sollte ein Mann denn mitbringen, um Sie – ich sag das jetzt mal so – auf den Trecker zu ziehen?
Schwer zu sagen, ich habe da kein Beuteschema. Ich lasse lieber alles auf mich zukommen.

Ganz ehrlich, müffeln Bauern eigentlich?
Wer sagt das? Ehrlich gesagt mag ich den Landgeruch nach Arbeit und Tier mehr als den Geruch des Bankers, der sein Hemd durchgeschwitzt hat.

Die blonde Schlagersängerin aus dem Osten – sehen Sie sich selbst auch so?
Nicht mehr. Der „Bauer“ und der Erfolg als Moderatorin haben vieles unter sich begraben.

Als Kylie Minogue landeten Sie auf dem Titel der Bild-Zeitung. Gutes Gefühl?
Es hat mich gefreut, bei dieser spannenden, unterhaltsamen Show mitzumachen. Es war für alle Mitwirkenden die Chance, sich einmal von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Vom harten Training davor über das Styling bis hin zum medialen Blätterrauschen im Anschluss – ich habe mich amüsiert.

Ein so tiefes Dekolleté und kein Gesetz der Schwerkraft. Wie war das möglich?
Natürlich war das ein spezieller BH. Auf alles andere hätte ich mich nicht verlassen.

Haben Sie als Jugendliche eigentlich jemals so etwas wie Sehnsucht verspürt?
Ich hatte ja das Glück, in Berlin in einer liberalen Künstlerfamilie aufzuwachsen. Ich fühlte mich nicht eingesperrt. Das Gefühl wäre sicherlich nach ’89 gekommen. Ich habe bis zur Wende studiert und schon als Sängerin sehr erfolgreich gearbeitet, mit Auslandsgastspielen in Polen, Bulgarien, Syrien, Jordanien. Da war keine Zeit und es gab wohl auch keinen Grund, unglücklich zu sein. Da hatten es andere viel schwerer.

Im Westen gab es Nutella und Coca-Cola. Was gab es im Osten?
Nudossi und Spreequell. Wir hatten alles, nur nicht so viel davon, und manchmal auch nicht ganz so lecker. Aber man kann durchaus auch ohne Austern und Mangos leben und dennoch glücklich sein.

Bei dem Gedanken an Ostdeutschland vermisst Inka Bause vieles aus ihrer Kindheit. Aber auch den Palast der Republik, Polikliniken, Kindergartenplätze für alle, Kultur, Bücher und Kunst für wenig Geld ... Sie ist ein Kind des Ostens, auch des Systems. Wenn sie hört, dass den Menschen aus dem Osten die Kindheit schlechtgeredet wird, kann sie schon mal sauer werden. Denn viele wären in und mit der DDR glücklich gewesen – nicht nur blauäugige, naive Parteisekretäre. Viele haben sich engagiert, arrangiert, gekämpft, geliebt und gelebt.

Ihr Vater war ein erfolgreicher Komponist. Was haben Sie sich vom ihm abgeguckt?
Ich bin sehr froh, seine fröhliche, aufgeschlossene Art geerbt zu haben. Seine künstlerische Ader. Er hat viel geredet, viel gelacht, sich schnell auf geregt und polarisiert. Leider kann ich nicht komponieren wie er – dafür singe ich besser.

Was ist Glück für Sie?
Selber gesund zu sein und natürlich Gesundheit für meine Familie und meine Freunde. Ein voller Kühlschrank und ein wärmendes Dach über dem Kopf sind auch nicht schlecht. Über wen und wann lachen Sie am liebsten? Über Loriot lache ich am meisten und liebsten. Ich lache viel und gerne, aber weniger über Menschen, die bewusst komisch sein wollen, wie Comedians.

Vervollständigen Sie bitte: SEHNSUCHT DEUTSCHLAND ist …
... die Sehnsucht nach Jahreszeiten, die Sehnsucht nach meinem Zuhause und meiner Familie und Freunden. Und natürlich diese Zeitschrift , die uns und unseren Besuchern dieses wunderbare Land mit den Menschen, die darin leben, in seiner herrlichen Vielfältigkeit näherbringt.

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