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Sehnsucht Deutschland - Film
Männer mit Bärten. Chefredakteur David Pohle und Steven Gätjen trafen sich im Kultlokal Park 26.

Nachgefragt - Interview mit Steven Gätjen

Alles ist möglich, das ist die Maxime, die den charismatischen Kerl weit gebracht hat. Warum er nicht Arzt, sondern TV-Moderator wurde, erzählt er SEHNSUCHT DEUTSCHLAND

Text: David Pohle

Fotos: René Supper

Turnschuhe und seine freundliche Art. Charakteristisch für Steven Gätjen.

Turnschuhe und seine freundliche Art. Charakteristisch für Steven Gätjen.

Blitzend blaue Augen, freundlicheinnehmende Art und mit einer guten Portion Tiefenentspannung gesegnet: Steven Gätjen ist groß im Geschäft als Moderator aller denkbaren TV-Formate von ProSieben-Superstar Stefan Raab. Und hat Nehmerqualitäten. Raab prophezeite, er würde „ein Jahr auf die Fresse kriegen“, nachdem er die Moderation der Samstagabend-Sendung Schlag den Raab übernommen hatte. So kam es. Heute ist Gätjen einer der beliebtesten TV-Moderatoren des Landes.

Familie und Freunde sind dem zweifachen Vater das Wichtigste. Um das zu unterstreichen, guckt er sogar etwas ernst und erzählt, dass er kürzlich mit seinen besten Freunden einen Strandsegelkurs gemacht hat, danach auf Einladung seiner Eltern mit der ganzen Familie, dazu gehören noch zwei jüngere Brüder, auf eine USA-Reise gegangen ist. Und da strahlt er dann auch schon wieder aus seinen blauen Augen. Carpe diem. Und das tut er.

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Drei gute Gründe für ein Leben in Hamburg?
Das Wasser, die steife Brise und die Menschen.

Was ist Glück für Sie?
Zeit für die Dinge zu haben, die mir richtig Spaß machen. Und ich mache beruflich und privat nur noch Sachen, die mir Spaß machen.

Vier Tage frei! Ideen für einen Kurztrip in Deutschland, wer kommt mit?
An die Ostsee nach Scharbeutz mit der Familie, nach Sylt mit den Kumpels und nach St. Peter-Ording zum Strandsegeln.

Was sollte ein ausländischer Gast im Lande machen?
Den Hamburger Fischmarkt besuchen. Am besten nach einer durchfeierten Sommernacht auf St. Pauli. Der Berliner Schnauze eines alten Taxifahrers lauschen. In den Starnberger See hüpfen. Einen Syltstrandspaziergang im Herbst.

Und was auf keinen Fall probieren?
Nichts nicht. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Was ist Ihr typisch deutsches Leibgericht?
Bratkartoffeln mit einer fetten Finkenwerder Kutterscholle.

Wovor – kulinarisch – gruselt es Sie?
Ich habe vor Jahren in Schanghai einen Sandwurm gegessen. Der Händler sagte, ich solle die lebende, 10 Zentimeter lange Made einfach in den Mund stecken und auslutschen. Ich habe bis heute Albträume.

Worüber lachen Sie am liebsten?
Ziemlich vieles. Schlechte Witze, gut gemachten Slapstick, meine Freunde und wenn Haustiere so wie ihre Besitzer aussehen. Außerdem das Comic Calvin und Hobbes.

Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Unfreundliche Menschen, die arrogant oder wahlweise überheblich sind.

Lieblingshelden oder Vorbilder der Geschichte?
Der Schauspieler Steve McQueen und Robert Louis Stevenson, dem ich die bis heute packende Schatzinsel verdanke.

Und analog für die Gegenwart?
David Bowie und der Schriftsteller Dan Brown (Da Vinci Code).

Sie sind Stammmoderator von Stefan Raab auf ProSieben und auch sonst sehr gut im Geschäft. Wie ist es dazu gekommen?
Puh, als kleiner Junge wollte ich jede Woche etwas anderes werden, später Entdecker in Afrika oder Forscher. Dann wollte ich Arzt werden. Gelandet bin ich dann beim Fernsehen. Ziemlich miserable Trefferquote.

Was sagen Sie zum Ende von Wetten, dass..??
Sehr schade. Das Konzept ist immer noch genial, wobei eine kleine Frischzellenkur wohl angebracht gewesen wäre. Aber wenn es einer TV-Sendung am Samstagabend gelingt, mehr als 6,5 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm zu locken, dann macht sie ganz vieles richtig.

Sie moderieren seit Jahren die Oscar-Verleihung in Hollywood live vor Ort, welcher Star hat Sie besonders berührt?
Der rote Teppich bei den Oscars folgt klaren Gesetzen. Wer zuerst kommt, ist nicht mehr in, die echten Stars wie Tom Cruise oder Angelina Jolie kommen kurz vor knapp. So auch Dame Judi Dench. Ich hatte einen Strauß Rosen dabei und habe sie auf dem Teppich verteilt. Eine war für sie. Da sagte sie: Junger Mann, das ist das schönste Geschenk, das sie mir machen können. Mein verstorbener Mann schenkte mir zu jedem Geburtstag eine rote Rose. Das erinnert mich an ihn. Vielen Dank für diesen schönen Moment.

Macht Bildung sexy bzw. attraktiv und anziehend?
Mens sana in corpore sano, würde ich sagen.

Mögen Sie sich?
Was für eine Frage, ja, an manchen Tagen sehr, an anderen noch mehr ... (lacht)

Sind Sie ein Kopf- oder ein Bauchmensch?
Ich bin ein totaler Bauchmensch, mein Kopf kann machen, was er will, wenn mein Bauch mit mir spricht, dann mache ich das auch so.

Was ist ein „mündiger Bürger“?
Ein selbstständiger, denkender, nachfragender Mensch mit klaren Grundsätzen.

Passiv: Fußball oder Boxen? Stadion oder Glotze?
Definitiv Fußball im Stadion. Boxen kann zu schnell vorüber sein.

Aktiv: Sport? Wenn ja, welcher? Oder frei nach Churchill?
Da auch gerne Fußball und Boxen. Ich muss mich auspowern. Bälle sollten im Spiel sein.

Sie sind viel in der Welt unterwegs. Wie sieht es aus mit Gätjen 2.0?
In meinem Job ermöglicht mir das Internet, immer auf dem neuesten Stand zu sein, egal wo ich bin. Und vor allen Dingen, den Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden via Skype, E-Mail oder WhatsApp zu halten.

Und wie fühlt sich nach Hause kommen an?
Gut, ich bin immer da zu Hause, wo meine Familie und meine Freunde sind. Und das kann in Hamburg und überall sein.

Wo, wenn nicht hier, würden Sie gerne leben?
Stockholm, Rom oder Kopenhagen.

Was ist Ihr – nicht bierernstes – Lebensmotto?
I can sleep when I’m dead, zu Deutsch: Schlafen kann ich, wenn ich tot bin …

Wie alt würden Sie gerne werden?
Solange ich noch klar denken und Dinge tun kann, darf es gerne weitergehen.

Vervollständigen Sie bitte: SEHNSUCHT DEUTSCHLAND ist …
Da halte ich es mit Mary Poppins: einfach nur superkalifragilistikexpialigetisch!

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