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Sehnsucht Deutschland - Film
Der Schwarzwald - mehr als Bollenhutromantik und Kuckucksuhrenidyll

Schwarzwaldabstauber

Wenn ich an den Schwarzwald denke, denke ich an die Reisegeschichten von Oma und Opa. Staub rieselt durch mein Gedankenkabinett. Doch rund um den Feldberg ist der Hochschwarzwald längst aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Zeit, den Staub auch aus meinem Kopf zu pusten. Vergessen Sie das angegilbte Image von Omas Sepiafotos! Heimatbotschafter polieren das Bild des Hochschwarzwalds erfolgreich auf Hochglanz.

Text: Janika Ewers

Fotos: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Der neue Ruf des Schwarzwalds

Die Heimatbotschafter des Hochschwarzwalds

Die Heimatbotschafter des Hochschwarzwalds

Was weiß ich eigentlich wirklich über den Schwarzwald? Klar, die Torte, die kenne ich − und meine Hüften erst. Auch den Schinken, keine Frage. Der Hochschwarzwald ist die Wiege des deutschen Skilaufs, lese ich. Aha. Das ist mir neu. In Schollach wurde 1908 der erste Skilift der Welt in Betrieb genommen. Der Lift hat heute ausgesurrt, aber der Schneckenhof mit seinem Gasthof bleibt einen Besuch wert.

Lange Zeit nach Robert Winterhalder und seinem Liftpatent schien der Schwarzwald in einen tiefen Schlaf gefallen. Von Innovationskraft wenige Spuren. Doch jetzt geht es immer mehr los. Vor allem vom Hochschwarzwald aus schrillt der Weckruf über die Wipfel. Das Gebiet um den Feldberg rekelt sich der Moderne entgegen. Wieder sind es die Menschen aus der Region, die das Erwachen vorantreiben und ihre Botschaft laut herausrufen: Im Hochschwarzwald wurde abgestaubt. Mit ihrer fröhlich-bodenständigen Art und der Neugier auf Neues machen sie Lust auf ihre wiedererwachte Heimat. Und die Torte? Die schmeckt noch immer gut. Am besten nach althergebrachtem Rezept aus Omas Zeiten. Manche Dinge ändern sich doch besser nie.

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Katrin Ernst
Tätigkeit: Erste weibliche Försterin im Revier Titisee-Neustadt
Lieblingsprodukt: Frische Weidemilch von Schwarzwälder Kühen
Sehnsuchtsort: Blick von Schwärzenbach bis zum Titisee
Einkehrschwung: Gasthaus Ahorn in Schwärzenbach, www.gasthaus-ahorn.de
Infos: Forstbezirk Titisee-Neustadt, Goethestraße 7, 79822 Titisee-Neustadt, www.breisgau-hochschwarzwald.de

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen? Da kann Katrin Ernst nur lachen. Sie kennt sich aus im Schwarzwald. Als erste weibliche Försterin im Revier Titisee-Neustadt berät sie Bauern und Waldbesitzer, zeichnet die zu fällenden Bäume aus und hilft mit schwerem Gerät, die Stämme aufzunehmen. Für sie hat der Wald etwas Kraftgebendes und strahlt Ruhe aus. Was sie an der Heimat, dem Hochschwarzwald, schätzt? Das raue Klima, die schroff-sanfte Landschaft und die kernigen Leute mit ihrer ehrlichen Art.

Tipp: Bäume versetzen. Gruppen nimmt Katrin Ernst mit auf geführte Touren durch ihr Revier



Adrian Probst
Tätigkeit: Ehrenamtlich bei der Bergwacht
Lieblingsprodukt: Kein Produkt, sondern der Rohstoff Holz
Sehnsuchtsort: Herzogenhorn (1.415 Meter), zweithöchster Berg im Schwarzwald
Einkehrschwung: Bilderbuchidyll, der Raimartihof am Feldsee, www.raimartihof.de
Infos: www.bergwacht-schwarzwald.de

Beim Wandern den Fuß verknackst? Unfälle im Gelände sind ein Fall für Adrian Probst und seine Bergwachtkollegen. Ehrenamtlich kümmern sie sich um die Rettung von Unfallopfern. Unerschrocken klettern sie bis zu 30 Meter hohe Tannen hinauf, um fehlgelandete Gleitschirmflieger aus den Wipfeln zu befreien, oder tief in den Fels hinab, um unvorsichtige Freizeitsportler zu bergen.



Anja Keller
Tätigkeit: Grafikdesignerin und Schwarzwaldgastronomin
Lieblingsprodukt: Die Klassiker Schwarzwälder Kirschtorte, Schinken und Heidelbeerlikör
Sehnsuchtsort: Wandern auf dem Premiumweg Menzenschwander Geißenpfad
Einkehrschwung: Traditionell-urig geht es in der Menzenschwander Hütte am Feldberg zu www.menzenschwanderhuette.de
Infos: Berg-Beizle Zum Kuckuck, Hinterdorfstraße 58, 79837 Menzenschwand, www.kuckuck-schwarzwald.de

Zum Kuckuck! Ihr Heimatort darf nicht aussterben, findet Anja Keller und hat kurzerhand einem alten Schwarzwaldgasthof neues Leben eingehaucht. Der Kuckuck ist ei n Berg-Beizle mit 2000er-Pfiff statt Annodazumal- Muff. Zwischen modern interpretierten Schindelwänden und Kuckucksuhren gibt es Schwarzwälder Küche. Das Aussterben ist damit erst einmal auf Eis gelegt.

Tipp: Lokale Produkte mit HEIMATsinn haben, bis ein größerer Laden gefunden ist, auch im Kuckuck ihren Platz


Nicole Raff
Tätigkeit: Biolandwirtin aus Überzeugung
Lieblingsprodukt: Wissen, was drin ist. Fleisch der Vorderwälder-Rinder vom eigenen Hof
Sehnsuchtsort: Mathisleweiher mit seinen naturgeschützten Ufern Einkehrschwung: Der eigene Hofladen mit Vesper aus biologischem Anbau
Infos: Mathislehof, Oberzartener Weg 2, 79856 Hinterzarten, www.waelder-gbr.de


Eigentlich hätte es sie überallhin verschlagen können. Ohne einen elterlichen Hof war sie flexibel, nur Bio sollte es sein. Am Ende schlug die gebürtige Stuttgarterin im Hochschwarzwald Wurzeln. Rinder, Schweine, Hühner und der Sohnemann sorgen für reichlich Leben auf ihrem Schwarzwaldbauernhof. Besonders schätzt sie die verlässlichen Menschen in der Nachbarschaft.

Tipp: Schon mal geWWOOFt? Wer mit anpackt, darf über Nacht bleiben, www.wwoof.de


Simon Stiegeler
Tätigkeit: Bildhauer und der Herr der Masken
Lieblingsprodukt: Schwarzwälder Schinken und Rothaus-Bier
Sehnsuchtsort: Schlüchtsee bei Grafenhausen
Einkehrschwung: Im Rothauser Land gibt es viele kleine Gasthöfe, sie sind alle gut und immer einen Besuch wert
Infos: Holzschnitzerei Stiegeler, Kirchsteig 5, 79865 Grafenhausen, www.holzschnitzerei-stiegeler.de


Kunst war schon immer sein Ding, sagt er über sich selbst. Dass es wie beim Vater die Masken werden würden, hat der Lauf der Zeit gebracht. Wer seine Masken kauft, der will nicht einfach bloß eine Fasnachtsmaske, der will eine vom Stiegeler. Auf jedem Kontinent gibt es mindestens ein Exemplar des Schwarzwälders, der Tradition mit modernen Elementen aus Steampunk, Pop-Art oder Tattookunst mischt.

Tipp: Den Skulpturenpark in Grafenhausen hat Simon Stiegeler mit initiiert, www.skulpturen-im-park.de


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