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Sehnsucht Deutschland - Film

UNESCO-Welterbestätten in Deutschland - Teil 1

Welterbe ist ein großes Wort. 981 ist eine große Zahl. So viele UNESCO-Welterbestätten gibt es auf dem Globus. Bis jetzt. Herausragende Zeugnisse der Menschheits- und Naturgeschichte gibt es auch in Deutschland.

Text: David Pohle und Melanie Kiel

Fotos: Lübeck Tourismus Marketing LTM/Uwe Freitag; TMB

Historische Zeitzeugen

Das preußische Versailles: Weltkulturerbe Schloss Sanssouci

Das preußische Versailles: Weltkulturerbe Schloss Sanssouci

Wir sind reich gesegnet. Aktuell mit 35 Weltkultur- und drei Weltnaturerbestätten. Nur Italien und Spanien können sich über mehr freuen. Aber was verbindet das norddeutsche Wattenmeer mit dem Grand Canyon, das Kloster Lorsch mit den Pyramiden von Gizeh, den Limes mit der Chinesischen Mauer? Sie sind alle anders. Aber vor allem sind sie – egal, ob uns bekannt oder eher nicht – großartige Zeugnisse von den Möglichkeiten der Menschheit und der Natur sowieso. Deshalb wäre ihr Verlust ein Verlust für uns alle. Und das zu verhindern, ist Aufgabe der Völkergemeinschaft. Dafür gibt es den Titel. Dürfen wir vorstellen?

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1. Aachener Dom
1978
Ein neues Rom wollte Karl der Große um 786 mit dem Dombau manifestieren. Es gelang. Aachen wurde Mittelpunkt seines gigantischen Reiches, 30 deutsche Könige wurden hier gekrönt. Der Dom ist als Wahrzeichen der Stadt von universeller Bedeutung und das erste deutsche Kulturdenkmal, das es 1978 auf die Liste der UNESCO schaffte. Domschatz und Pfalzkapelle sind ein Muss, ebenso die 1.200 Jahre alten Gebeine von Karl.
www.aachendom.de

2. Dom zu Speyer
1981
Bescheidenheit hatte früher einen anderen Stellenwert, Kaiser Konrad II. wollte um 1030 die größte Kirche des Abendlandes bauen. Auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes erbaut, gilt der Kaiserdom bis heute als Hauptwerk romanischer Baukunst im Land, als Symbol mittelalterlichen Kaisertums und natürlich auch als Wahrzeichen der Stadt am Rhein. Seine Krypta ist die größte romanische Säulenhalle Europas.
www.welterbe-speyer.de

3. Würzburger Residenz
1981
Die Residenz, 1744 nach Plänen von Balthasar Neumann fertiggestellt, gehört zu den bedeutendsten barocken Schloss anlagen Europas. Weltweit einmalig ist die Raumfolge vom Vestibül zum Gartensaal über das Treppenhaus mit einer der größten Deckenfresken der Welt und dem von Tiepolo verzierten Kaisersaal. Sehenswert ist die Ausstellung „So wohnte der Groß herzog“ vom 11. April bis Jahresende.
www.residenz-wuerzburg.de

4. Die Wies
1983
Von wegen Pfaffenwinkel! Jährlich kommen mehr als eine Million Besucher auf dem Weg nach Neuschwanstein in die – nur vermeintlich – gottverlassene Gegend, um eine der schönsten Rokokokirchen der Welt zu sehen. Doch wie genau kommt die dahin? Nachdem einer Bäuerin Jesus-Tränen an einer Geißelsäule erschienen waren, baute Dominikus Zimmermann von 1745 bis 1754 die Wies, offiziell Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies. Täglich offen,Eintritt frei. Kerze anzünden.
www.wieskirche.de

5. Augustusburg & Falkenlust
1984
Zwischen Köln und Bonn liegen die Augustusburg, ein Meisterwerk des Rokoko und ehemals Lieblingsresidenz des Kölner Kurfürsten Clemens von Wittelsbach, und sein nur einen Katzensprung entferntes Jagd- und Lustschloss Falkenlust. Der zauberhafte Schlosspark vollendet das Gesamtkunstwerk aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Fast 50 lang Jahre war Augustusburg das Repräsentationsschloss des Bundespräsidenten.
www.schlossbruehl.de

6. Dom & St. Michaelis
1985
Hildesheim punktet mit St. Michaelis und dem Mariendom als außergewöhnlichen Zeugnissen religiöser Kunst im Heiligen Römischen Reich. Der Dom ist zwar bis August 2014 geschlossen, dafür lohnt der Weg schon allein wegen des legendären tausendjährigen Rosenstocks an der Apsis. Ebenso alt ist die St. Michaeliskirche, die als Schlüsselwerk mittelalterlicher Kunst gilt. Der Domschatz war jetzt gerade im berühmten Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen.
www.welterbe-hildesheim.de

7. Welterbe Trier
1986
Die alte Dame, Zentrum der Antike und einstige Residenz römischer Kaiser, blickt auf über 2.000 Jahre bewegte Geschichte zurück und ist Deutschlands älteste Stadt. Ein begehbares, quicklebendiges Freiluftmuseum an der Mosel mit Amphitheater, Kaiserthermen und dem Dom samt benachbarter Liebfrauenkirche mit Stilelementen unterschiedlicher Epochen, von der Römerzeit bis zum Barock. Nicht zu vergessen: die Porta Nigra, das schwarze Tor, das seit den Anfängen der Stadt an Ort und Stelle steht und wohl auch in weiteren zwei Jahrtausenden noch stehen wird.
www.welterbe-trier.de

8. Hansestadt Lübeck
1987
Selbst wer die Hansestadt mit der siebentürmigen Silhouette nicht gesehen hat, kennt doch so manches Lübecker Original: das berühmte Marzipan oder auch das Holstentor mit seinen zwei mächtigen Wehrtürmen, das einst den 50-Mark-Schein zierte. Ein Spaziergang durch Lübecks Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, Giebelhäusern und Kirchen der Backsteingotik ist wie eine kleine Reise durch die Jahrhunderte. Im Herzen der Altstadt liegt Lübecks Marktplatz mit dem Rathaus, dessen älteste Teile bis auf das 13. Jahrhundert zurückdatieren.
www.luebeck.de

9. Schlösser Berlin & Potsdam
1990
Das 1745 bis 1747 von Friedrich dem Großen erbaute Schloss Sanssouci und die riesige Parkanlage – auch als preußisches Versailles bekannt – sind der älteste Teil der Potsdamer Kulturlandschaft, zu der heute zum Beispiel noch Park und Schloss Babelsberg, das Jagdschloss Glienicke, der Neue Garten im Norden Potsdams samt Marmorpalais und Schloss Cecilienhof, die russische Kolonie Alexandrowka sowie die Berliner Pfaueninsel gehören. Die rund 500 Hektar großen Parks mit ihren ca. 150 Bauwerken sind laut UNESCO ein Kultur gut von außergewöhnlicher Qualität.
www.sanssouci.de

10. Kloster Lorsch
1991
Die ehemalige Benediktinerabtei Lorsch liegt an der Hessischen Bergstraße zwischen Odenwald und Worms und wurde etwa im Jahr 764 gegründet. Die berühmte Tor- oder Königshalle ist eines der ganz wenigen Denkmäler der Karolingerzeit, sie hat über die Jahrhunderte hinweg ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt und wird mit ihren Arkaden, Pilastern und Halbsäulen als „Juwel karolingischer Renaissance“ gerühmt. Ende des 12. Jahrhunderts entstand der Codex Laures hamensis, das vermeintlich wichtigste Gedächtnis der Weinbaugeschichte.
www.kloster-lorsch.de

>> Lesen Sie mehr aus der Reihe UNESCO-Welterbestätten in Deutschland

UNESCO-Welterbestätten Teil 2

UNESCO-Welterbestätten Teil 3

UNESCO-Welterbestätten Teil 4

© Oliver Franke/Tourismus NRW © Speyer © Congress-Tourismus-Wirtschaft Würzburg/ A. Bestle © BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH/Jörg Lutz

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