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Arthurs Tochter kocht

Kulinarische Blogs - Arthurs Tochter

Im Zeitalter des Internets verkörpern Foodblogs die Vielfalt eines Kochbuchs gepaart mit dem Charakter eines Tagebuchs. Hinter diesen Küchentagebüchern stehen Menschen, die sich täglich dem Kochen und essen widmen. Ariane Bille hat diese Menschen in ihrem Projekt „Kulinarische Momentaufnahmen – die bunte Welt der Foodblogs“ porträtiert. Teil 1: Astrid Paul, Köchin, Genussmensch, kulinarische Berichterstatterin und Arthurs Tochter

Text: Ariane Bille

Fotos: Porträt: Phillip Geier; Foodfotografie: Ariane Bille

Arthurs Tochter kocht und schreibt

Aperol macht eine Tomatensuppe zur kleinen Sensation

Aperol macht eine Tomatensuppe zur kleinen Sensation

Astrid Paul zählt als Arthurs Tochter zu den meistgelesenen deutschsprachigen Foodbloggerinnen. Für SEHNSUCHT DEUTSCHLAND hat sie Ariane Bille Einblick in ihre Töpfe gewährt.

Astrid, wie wurde aus dir ein Genussmensch?
Geprägt wurde ich sicher in erster Linie durch meine Eltern, die ein sehr offenes Haus führten. Wir hatten oft und viele Gesellschaften. Meine Mutter hat gekocht und gebacken, dass sich die Tische bogen. Das habe ich mir bewahrt – die Gastfreundschaft und die Freude daran, andere verwöhnen und umsorgen zu dürfen.

Arthur hattest du für lange Zeit verloren. Wie habt ihr wieder zusammengefunden und warum hast du deinen Blog nach ihm benannt?

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Wie ich meinen Vater wiedergefunden habe, soll ruhig so geheimnisvoll bleiben, wie es scheint. Der Name selbst kam einfach zu mir; ich glaube fast, er hat sich mich ausgesucht und nicht etwa umgekehrt. (lacht) Er (der Name) war einfach da.

Was zeichnet deinen Blog aus?
Mein Blog steht mitten im Leben. Er handelt vom Genuss in jeder Form und jeder Lage. Ich möchte aus allem immer das Beste machen, auch aus dem ganz Einfachen – im Leben und in der Küche. Der Blog ist wie ich: etwas verrückt, sehr experimentierfreudig, spontan, humorvoll. Er nimmt sich selbst nicht so ernst, die Menschen, die ihn lesen, aber sehr.

Was war für dich der Anreiz, einen eigenen Foodblog zu schreiben?
Zum Bloggen hat mich wohl Eveline vom Küchentanz inspiriert. Irgendwann schickte sie mir den Link (www.kuechentanz.com) zu ihrem Blog, und da war es um mich geschehen. Das wollte ich auch haben/machen/können. Als jahrelanges Mitglied von chefkoch.de machte sich bei mir steigende Unzufriedenheit mit diesem Forum breit, aber der Drang, mich weiterhin zu Themen rund um den Genuss austauschen zu können, wuchs unvermindert. Es gibt in meinem Freundeskreis niemanden, der diese Leidenschaft in vollem Umfang mit mir teilt (wobei meine Freunde natürlich immer gern zum Essen und Trinken kommen); so brauche ich das Internet einfach zum Austausch. Ich kann sogar noch eine Leidenschaft verfolgen – das Schreiben. Dieses Hobby war lange verschüttet und blüht jetzt wieder auf. Manchmal weiß ich gar nicht, ob ich vielleicht auch nur koche, damit ich hinterher etwas darüber erzählen kann.

Wenn du nun Eveline zu Gast bei dir hättest, aus welchen deiner Blogrezepte würdest du ein Menü für euch beide zusammenstellen?
Ich würde gern ein Degustationsessen mit ihr veranstalten. Ich glaube, dass wir nur so genügend Facetten unserer Geschmäcke zusammenbekommen würden. Oder du müsstest uns mehr Abende zugestehen. Es gäbe viele kleine Happen und sie dürfte die Weine dazu mitbringen. Dann stelle ich mir einen wunderbaren Abend vor, inspirierend und voller Lachen. Und nach dem letzten Glas Wein würde sie mir noch mal zeigen, wie man einen Walzer tanzt.

Rezepte
Kalte Tomatensuppe mit Aperol und Limetten-Crème-Fraîche
Zutaten für 2 Liter Tomatensuppe
1 kg vollreife Tomaten, 300 ml helle Geflügelbrühe, 4 EL Olivenöl, 2 EL Tomatenmark, etwa 75 ml Aperol, jeweils 1 Prise Salz, Zucker, schwarzer Pfeffer, 1 Bio-Limette (gepresst)

Limetten-Crème-Fraîche
125 g Crème fraîche, 50 ml Milch, abgeriebene Schale von 1 Bio-Limette, jeweils 1 Prise Salz, Zucker, Pfeffer

Zubereitung
Die Tomaten waschen, vierteln, den Strunk herausschneiden. Mit heißer Geflügelbrühe kurz pürieren und das Olivenöl hinzufügen. Durch ein feines Haarsieb passieren, mit Tomatenmark mischen und abschmecken. Mit dem Aperol zunächst vorsichtig sein und sich langsam an den persönlich akzeptablen Bittergeschmack herantasten. Mit Salz, Zucker, Pfeffer und Limettensaft abschmecken und kalt stellen. Für die Limetten-Crème-Fraîche die Crème fraîche mit Milch glatt rühren, Limettenschale fein unterheben. Mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken. Die Tomatensuppe kunstvoll mit der Limetten-Crème-Fraîche verzieren.


Lesetipp
Ariane Billes Buch Kulinarische Momentaufnahmen – Die bunte Welt der Foodblogs erscheint im Juni 2013 in der Caramelized iPad-App und im Herbst 2013 als Printversion im Hädecke Verlag.

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