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Flaschensammlung im Weinkeller

Mit Captain Cork in den Weinkeller

So viele Weine, so wenig Raum für „artgerechte“ Lagerung. Also los, erlaubt ist, was Platz schafft. Gelsenkirchener Barock auf den Sperrmüll, Pappkartons ins Altpapier und eine konstante Raumtemperatur sind gute erste Ansätze. Was wirklich wichtig ist, um schönen Weinen eine gute Heimat zu geben, erzählt Manfred Klimek alias Captain Cork.

Text: Manfred Klimek alias Captain Cork

Fotos: Deutsches Weininstitut

Captain Cork und der Weinkeller

Edle Tropfen hinter Schloss und Riegel

Edle Tropfen hinter Schloss und Riegel

Es gab Zeiten – sie sind noch nicht so lange her –, da hatte jeder gute Haushalt einen Vorrat an Wein im Keller liegen. Abends stieg ein Familienmitglied, meistens der Hausherr, in die Gewölbe des Hauses hinab und trug ein oder mehrere Gebinde in das Kunstlicht der Küche. Dort wurde entkorkt und meistens schon während der Zubereitung des Abendessens getrunken. Beim Servieren der Hauptspeise hatten die Familie und ihre Gäste ordentlich einen in der Krone. Das ist vorbei. Und schade drum.

Denn heute holt man den Wein aus der Vinothek und lässt ihn gerade mal ein paar Stunden ruhen. Nur das Besaufen während des Kochens ist geblieben. Da sehnt man sich nach den alten Zeiten zurück. Die mit Keller und Kultur.

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Richtig. Jetzt wird nachgedacht, was bei einem selbst so im Keller herumliegt. Die alten Kartons des Flachbildschirms beispielsweise. Dann die der digitalen Spiegelreflexkamera und des Apple-Notebooks. Könnte man alle entsorgen. Auch die Reste der Ikea-Kommode aus dem vorangegangenen Haushalt. Können auch weg. Dann ist Platz genug für ein Weinregal. Oder für einen ganzen Weinkeller.

Doch wie soll so ein Keller aussehen, wie soll er eingerichtet sein? Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Weinkeller haben muss? Zumindest auf die letzte Frage gibt es eine einfache Antwort. Ein guter Weinkeller muss eine konstante Temperatur aufweisen, am besten zwischen 8 und 12 Grad. Die jahreszeitlich bedingten Schwankungen sollten maximal 4 Grad ausmachen und die Luftfeuchtigkeit muss relativ hoch sein (etwa 70 Prozent). Um den Keller sollten weder Wasserrohre noch Heizungsrohre platziert sein. Denn Heizungsrohre geben Wärme ab, Wasserrohre können nach strengen Wintern platzen. Und der Keller sollte ruhig liegen.

Schwieriger wird es bei der Einrichtung. Ein kleiner Keller lässt sowieso nur ein bis zwei Regale zu, da muss man über die Gestaltung nicht viel nachdenken. Trotzdem darf man beim Regal nicht sparen; so manch billiges Weingestell bricht unter der jahrelang getragenen Last unerwartet zusammen. Besser massives Material. Und gut an die Wand genagelt. Wer einen alten Gewölbekeller mit mindestens 10 Quadratmetern zur freien Verfügung hat, kann sich leicht einen gemütlichen Wein-Hobbyraum basteln. Die Ziegel kärchern, den Boden eventuell mit Sand oder Kies bestreuen und in die Mitte ein altes Weinfass stellen – fertig ist die Weinidylle.

Kitschig? Stimmt, doch wer will schon einen Weinkeller mit grauen Betonwänden und glänzendem Estrichboden? Ist der Keller richtig groß, kann man spezielle Kellerarchitekten anheuern, die nachträglich ein Gewölbe einbauen und eigene Klimazonen schaffen. Meistens kommt dann auch ein Verkostungstisch rein, vorzugsweise eine Holzplatte mit Beinen aus rostigem Metall. So ein Designerkeller kostet Geld, macht aber Sinn. Er schafft Atmosphäre. Es soll Menschen geben, die solche Weinbunker das ganze Wochenende nicht verlassen.

Wer keinen Keller hat, sich aber Sorgen um die korrekte Lagerung seiner Weine macht, dem sei der Weinschrank angeraten. Der schaut meistens aus wie ein Kühlschrank mit Fenster. Auch die sanftbräunliche Glastönung macht das Objekt nicht schöner. So ein Weinschrank ist ein echter Fremdkörper in einer Küche. Doch wo soll er sonst hin?
Weinschrank? Besser als Einbauteil? Da gibt es wenige Möglichkeiten.

Wenn man eine Küche neu plant, dann ist es ratsam, den Weinschrank als Einbaugerät zu konzipieren. In eines der Möbel integriert. Nicht unbedingt neben dem Backofen – da ist es natürlich viel zu warm. Ein guter Weinschrank hat zumindest zwei separate Klimazonen. Eine für Weißweine. Und eine für rote Gebinde. Ebenso kann er die Luftfeuchtigkeit konstant halten. Langzeitversuche haben zudem bestätigt, dass man Weine im Klimaschrank auch jahrelang aufbewahren kann. Will man Romantik beim Öffnen, muss man die Flasche aber mit künstlichem Staub bestreuen. Den kann man bei Ausstattern bestellen. Kein Witz.

Über Captain Cork
Weingeschwätz mag er nicht. Klartext umso mehr. Manfred Klimek (51) ist Chefredakteur von Captain Cork, der Wein-Tageszeitung im Netz. www.captaincork.com

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