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Sehnsucht Deutschland - Film
Chalwa Heigl enthupfte den Gugl

Lokalheldin/11: Chalwa Heigl - Die Guglbäckerin

Es sind der Kaufmann an der Ecke, der Bauer im Nachbardorf oder die Wirtin in unserer Stammkneipe, die unsere Heimat Tag für Tag liebenswert machen. In unserer Rubrik „Lokalhelden“ stellen wir starke Frauenzimmer und echte Pfundskerle vor. Sie alle sorgen dafür, dass es zu Hause am schönsten ist. Teil 11: Chalwa Heigl/DerGugl

Text: Fritz Vossiek

Fotos: DerGugl

Chalwas kleines Glück

DerGugl versüßt jede gepflegte Kaffeetafel

DerGugl versüßt jede gepflegte Kaffeetafel

As ich das letzte Mal einen Gugelhupf angeboten bekam, befand ich mich in der guten Stube einer älteren Nachbarin, die sich dafür bedanken wollte, dass ich ihr als Student einen Gefallen getan hatte. Es roch ein wenig ungelüftet, das Sofa war etwas durchgesessen und das Kaffeeservice schien noch aus Kaiser Wilhelms Zeiten zu stammen. Der Napfkuchen, das ist ein Gugelhupf nämlich, war groß, trocken und mit reichlich Puderzucker aufgehübscht worden. So wird er noch viele Generationen lang von netten älteren Damen gereicht werden.

Doch es gibt eine Alternative: Chalwa Heigl, die das Image des Gugelhupfs revolutionierte, wie es nur eine Frau machen kann: Mit Auge und Gefühl nahm sie dem Gugel den Hupf, verzichtete auf eine Brechstange und einen Businessplan und investierte eigenes Geld, um ihre moderne Version von „Das Auge isst mit“ umzusetzen.

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Chalwas „Gugl“ sind so klein und appetitlich, dass man sie mit einem Happs zum Kaffee verputzen kann. Sie sind dank Geheimrezept saftig, kommen in Sorten wie Schokolade, Wildrose-Berberitze oder Zitrone-Eierlikör (Chalwas Favorit, den sie gern liebevoll vierteilt) und sind stets in hübschen bunten Schachteln verpackt. Das Glück kann also auch klein sein.

Eher zufällig sei sie darauf gekommen, sagt die attraktive 45-jährige Münchnerin mit dem hübschen Vornamen (Chalwa ist persisch und heißt „Die Süße“). „Ich war lange Jahre PR-Beraterin, hatte Geld und Erfolg, aber keine Zeit. So kündigte ich und ließ mich ohne festes Ziel durch die Welt treiben.“ Südafrika war ihr zu gefährlich, Indien im Sommer zu heiß, Portugal zu schwermütig und im spanischen Sevilla gab es keinen Job.

Zurück in München wollte sie etwas Eigenes machen, nicht wieder PR für andere. Nachdem ein monströser Kaffeeketten-Backpulvermuffin in ihrer Handtasche zerbröselt und der von der Mutter ihres Freundes gebackene Kuchen größenmäßig wieder mal viel zu gut gemeint gewesen war, kam Chalwa auf die Idee, eine Kleinigkeit zu erfinden, vergleichbar mit Tapas oder Sushi. Diese Kleinigkeit sollte nach Kuchen schmecken, aber von der Größe einer Praline sein. Eine Kuchenpraline eben, Kampfname: Gugl, DerGugl.
„Deutschland ist ein Backland, das habe ich in der ganzen Welt immer wieder gehört“, lächelt Chalwa, „aber ein Pendant zu Petits Fours oder Macarones habe ich nie gefunden. Jetzt habe ich halt selbst etwas kreiert und führe das tradiert-freundliche Oma-Image des Gugls in die Moderne.“
„Eine Freundin ist Patissière, mit ihr testete ich, bis wir 2009 Prototypen auf einem Weihnachtsmarkt verkaufen konnten. Etwas größere Gugl und zum Testen ganz kleine. Die kleinen wurden uns aus den Händen gerissen, da stand fest, wir machen nur noch Minigugl“, sagt Chalwa, die wenige Monate später in einem unscheinbaren Hinterhof Büro, Produktion und Lager einrichtete. Nachdem immer mehr Kunden in ihrem Büro auch einen Kaffee haben wollten, zog sie mit der Verwaltung noch einmal weiter, die alten Räume sind jetzt fest in Kundenhand und ein Geheimtipp für Genießer wie Chalwa, die so wie sie das Naschen als hohe Kunst des kleinen Glücks begreifen.

Von hier aus soll ihr Gugl weltberühmt werden. Profane Dinge wie etwa ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum sind nur eine Hürde, die Chalwa auf dem Weg zur „feschesten Bäckerin Münchens“ (FTD) durch die labortechnisch geprüfte Zugabe von Ascorbinsäure locker übersprungen hat. Die PR für ein eigenes Produkt fällt ihr nicht schwer. „Manchmal ist es nicht leicht, aber der Gugl ist zu 100 Prozent mein Baby“, strahlt Chalwa glücklich. Und fügt hinzu: „Darauf bin ich stolz.“ Wie eine Mutter eben.

Chalwa im Glück
Dass das Glück ein kleines sein kann, ist die gelebte Philosophie von Chalwa Heigl. Die mit Herz, Hand und Liebe produzierten Glücksbringer kosten ab 2,50 Euro plus Versand und kommen in schmucken 1er-, 4er-, 9er- und sogar 35er-Schachteln. Zum Mutter-, aber auch zum Vatertag, zur Wiesn und zu Weihnachten gibt es Sondergugl. In der Frühlings- und Sommerkollektion locken Sorten wie Marzipan-Feige oder Haselnuss-Johannisbeere. Wer sich oder andere glücklich machen möchte, kauft über den Onlineshop www.dergugl.de, direkt bei den Vertriebspartnern, produziert selbst mithilfe Chalwas neuem Gugl-Backbuch oder geht einfach in den Hinterhof, wo alles anfing.

DerGugl Manufaktur GmbH & Co. KG
Müllerstraße 46A, 80469 München
Tel.: (089) 23 03 24 20
www.dergugl.de

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