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Sehnsucht Deutschland - Film
Prosit! Stefan Krücken vom Ankerherz Verlag, Axel Prahl und Kreuzfahrtchef Oliver Steubner

Nachgefragt - Interview mit Axel Prahl

Mehr als 14 Millionen Zuschauer schalten ein, wenn Axel Prahl im Tatort Münster ermittelt. Wer wissen will, wie der beliebte Schauspieler wirklich ist, sollte mit ihm auf eine Seereise gehen. Am besten auf der Nordsee vor Deutschlands Küsten.

Text: Stefan Krücken

Fotos: Ankerherz Verlag

Axel Prahl ist Schauspieler, Sänger und nun auch Kreuzfahrer

Axel Prahl ist Schauspieler, Sänger und nun auch Kreuzfahrer

Eine kleine Episode erklärt am besten, wer Axel Prahl ist, wie er denkt und warum er so natürlich wirkt. Die Episode spielt in einer Bodega in Ushuaia, Feuerland, im Hafen der südlichsten Stadt der Welt. Die MS Deutschland, auch bekannt als das „Traumschiff“ aus dem ZDF-Abendprogramm, hatte hier angelegt, im letzten Hafen vor Kap Hoorn und der Antarktis. Seit mehr als einer Woche war Prahl damals auf See. Gemeinsam mit Kapitän Hans Peter Jürgens, dem letzten deutschen Kap Hoornier, der 1939 das Kap der Stürme auf dem Segelschiff umrundete. Axel Prahl las seine Biografie Sturmkap als Hörbuch ein – und die Reederei hatte beide zur Abenteuerreise eingeladen.

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Prahl wartete gerade auf sein Steak, als er mitbekam, dass am Nebentisch eine ältere Touristin ihren runden Geburtstag feierte. Er rief den Kellner heran und fragte nach einer Gitarre. Offensichtlich gehören Gitarren in Ushuaia zur Grundausstattung jeder Kneipe, jedenfalls ging Prahl, als das Instrument eintraf, zum Nebentisch und spielte der Seniorin ein Ständchen. Die Dame (offenbar aus dem Ruhrgebiet) konnte ihr Glück kaum fassen und rief immer wieder: „Hömma, das ist doch der Kerl aus dem Fernsehen!“ Es gab diverse Erinnerungsfotos, dann kam das Steak. Prahl grinste sein schelmisches Lächeln.

So ist Axel Prahl, 53, Schauspielstar, Adolf-Grimme-Preisträger, der beliebteste Fernsehkommissar seit Schimanski: bodenständig, allürenfrei, also genau so, wie er in seinen Rollen rüberkommt. FC Sankt Pauli statt Bayern München, Pils statt Champagner, Zigarette statt Havanna, er ist einer, der im Anzug verkleidet aussieht. Die Charaktere, die Prahl, Vater von vier Kindern, fürs Kino oder Fernsehen spielt, sind meist leise, unscheinbare Helden – ob er in Halbe Treppe einen Imbissbudenbesitzer in der Beziehungskrise gibt, im Roadmovie Die Schimmelreiter einen misanthropischen Gaststättenkontrolleur oder eben den notorisch grantelnden Kommissar Frank Thiel, der sich mit dem schnöseligen Gerichtsmediziner Boerne und einem kiffenden Vater herumärgern muss. Prahl liebt solche Rollen.

Er schätzt, so platt sich das anhört, den Stolz des „kleinen Mannes“ und mag die feine Ironie des Alltags mehr als den lauten Schenkelklopfer. Um sein Studium zu finanzieren, hat er einst als Bierkutscher und im Gleisbau malocht, und vergessen hat er das nicht. In einer Branche, in der manche die Diva vom Film geben, ist er jemand, der sich begeistern lässt. Axel Prahl ist an der Ostsee aufgewachsen, in Neustadt /Holstein. „Ich habe die eine oder andere Seefahrt bei Schietwetter und anständigem Wellengang hinter mich gebracht, ohne die Möwen zu füttern“, sagt Prahl (siehe nebenstehendes Interview). Die Ostsee hat ihn nie losgelassen.
Blick aufs Meer heißt sein Album, das der Musiker Prahl mit dem Insel-Orchester aufnahm. Und gerade hat er ein neues Hörbuch eingelesen, Northwestern, die Geschichte der Fischerbrüder Hansen auf der wilden Beringsee vor Alaska. Im Mai geht Prahl, das Küstenkind, auf eine besondere Kreuzfahrt vor der Haustür: „Heimathäfen“ heißt die Tour, bei der die MS Hamburg auf Borkum, Helgoland und Sylt festmachen wird. Prahl liest Geschichten von Menschen auf den Inseln und aus den Büchern vom Ankerherz Verlag. Seine Gitarre, so viel steht fest, hat er auf jeden Fall dabei.

Interview mit Axel Prahl
Zwischen Dreharbeiten, Gitarrensoli und großer Gelassenheit fand Axel Prahl immer noch genug Zeit und vor allem Muße, Stefan Krücken für SEHNSUCHT DEUTSCHLAND ein paar Fragen zu beantworten.

Herr Prahl, Sie stechen im Mai von Hamburg aus zweimal in See. Was ist das Konzept der Heimathäfen-Tour?
Axel Prahl: „Das Besondere daran: Es sind Kreuzfahrten vor der eigenen Haustür. Warum in die Ferne reisen, wenn das Gute so nahe ist? Wir laufen mit der MS Hamburg die Inseln Helgoland, Borkum und Sylt an und werden Menschen kennenlernen, die dort leben und außergewöhnliche Lebensläufe haben. Ein Schatztaucher ist dabei oder die Austernprinzessin von Sylt. Ich sage mal so: Wir werden bestimmt nicht dümmer zurückkehren, als wir hingefahren sind.“

War das Meer wichtig für Sie?
„Und ob! Ich bin ja auch an der Küste aufgewachsen. Als Kinder haben wir oft am Strand gespielt. Eine großartige Zeit war das, mit Lagerfeuern und Gitarrenromantik. Später dann haben wir manchmal Touristen auf Butterfahrten geärgert. Sobald die See etwas bewegter wurde, kam dabei ein Beutel mit Erbsensuppe zum Einsatz, den wir effektvoll in eine Tüte laufen ließen. Das sah echt aus. Ein teuflischer kleiner Spaß.“

Stichwort Tüte. Sind Sie denn seefest?
„Unbedingt. Und ich habe durchaus schon die eine oder andere Seefahrt bei Schietwetter und anständigem Wellengang hinter mich gebracht, ohne die Möwen zu füttern. Auf der Rückreise von Kap Hoorn nach Buenos Aires sind wir mit der MS Deutschland in einen heftigen Sturm geraten. Windstärke elf vor den Falklands im Südatlantik. Ein besonderes Erlebnis. Schlecht wurde uns nicht, als wir draußen auf dem Sonnendeck standen. Nur nass wurde es, als uns die Gischt einer großen Welle erwischte. Sehr nass.“

Sie lesen an Bord unter anderem aus der Familiensaga von Kapitän Sig Hansen, der mit der Northwestern in der stürmischen Beringsee auf Fischfang geht. Möchten Sie selber gerne auf einem Trawler hinausfahren?
„Offen gestanden bin ich mir nicht so sicher, ob ich das wirklich erleben möchte. Ein Trawler ist ja noch etwas anderes als ein großer Pott wie ein Kreuzfahrtschiff. Wenn ich an die Bilder von diesen gigantischen Monsterwellen im Buch denke, dann wird’s mir schon etwas flau im Bauch. Diese Männer sind unglaublich mutig. Solche Probleme werden wir auf der Nordsee bestimmt nicht bekommen. Die MS Hamburg soll ja wie ein Brett auf dem Wasser liegen, hat man mir gesagt.“ (lacht)

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