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Sehnsucht Deutschland - Film
Burg Pottenstein; Foto: Michael Schwalbach/www.foto-m-design.de

Deutschlandreise Fränkische Schweiz – Leckerland

Ulf Poschardt schmeckt die Idylle in der Fränkischen Schweiz, die doch gar nicht zu Bayern gehören möchte. Herzlich willkommen im Leckerland!

Text: Ulf Poschardt

Fotos: Michael Schwalbach/www.foto-m-design.de; Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.

Geschmackssache Fränkische Schweiz

Tüchersfeld in der Fränkische Schweiz; Foto: DZT

Tüchersfeld in der Fränkische Schweiz; Foto: DZT

Anthony Quinn, so raunt man sich im Herzen Frankens sichtlich stolz zu, war spät seiner großen Liebe begegnet: der Fränkischen Schweiz. Bei Dreharbeiten entdeckte er die heitere Pracht dieses Landstrichs. „This is not a landscape, this is a garden“, wird er zitiert. Der Hollywoodstar Quinn war schon über 81 Jahre alt, als er bei Heroldsbach für den Film Sieben Diener vor der Kamera stand. Oft fuhr er in das Hotel Feiler in Muggendorf, um die wohl eleganteste Variante fränkischer Deftigkeit zu genießen.

Quinn fühlte sich so wohl, dass in den Zeitungen Gerüchte auftauchten, er habe bei Bärnfels ein Grundstück gekauft, um dort ein Haus zu bauen und seinen Lebensabend zu verbringen. Es kam anders. Quinn starb in Rhode Island. Noch heute jedoch sind im Hotel Feiler Bilder von Quinn zu sehen – mit jenem Strahlen auf dem Gesicht, das nur ein saftiges Schäufala erzeugen kann. „Schäufala“ ist der fränkische Kosename für eine flache Schweineschulter, die zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth obsessiv gebraten und genossen wird.

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Es gibt Schäufala-Führer, -Rezeptbände, -Kulturgeschichten. Auch in die zeitgenössische Popkultur hat es das Schäufala geschafft . Der in Bubenreuth am Rande der Fränkischen Schweiz geborene Fotograf Juergen Teller hat mit seinem Fotoband namens Zwei Schäuferle mit Kloß und eine Kinderportion Schnitzel mit Pommes Frites diese fränkische Spezialität der globalen Boheme bekannt gemacht. Leitmotivisch und trotz aller realistischen Schärfe liebevoll setzt er sich in seinem Werk mit der mitunter bizarren Schönheit seiner Heimat auseinander.

In den Tropfsteinhöhlen von Pottenstein, im Volksmund „Teufelshöhle“ genannt, porträtierte er sich nackt neben phallischen Stalagmiten. Wer in die Fränkische Schweiz reist, sollte die Teufelshöhle besuchen, ebenso die Binghöhle bei Streitberg und die Oswaldhöhle im Hohlen Berg bei Muggendorf, um sich nach der aufregenden Tour mit einem Schäufala oder einer üppigen Portion Sauerbraten mit „Glöß“ (Klößen) zu belohnen. Wenn die freundliche Bedienung den Gast dann fragt: „No, schmägds?“, darf man sein kulinarisches Glück gerne euphorisch schildern und sich dafür bedanken. Ein keckes „Sigsdes“ als Antwort markiert auf Fränkisch die Zufriedenheit über die Zufriedenheit des Gastes. „Sigsdes“ heißt auf Hochdeutsch: „Siehst du das?“, und meint: „Na also!“.

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