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Sehnsucht Deutschland - Film
Sieht auch in dunklen Zeiten Licht am Horizont - Bobby Dekeyser; Foto: Rainer Hosch

Nachgefragt - Interview mit Bobby Dekeyser

Seine Geschichte handelt von einem Aufstieg, der ihm gelang, weil er immer wieder weitermachte. Schulabbrecher, Torwart des FC Bayern, Weltunternehmer. Das Leben von Bobby Dekeyser klingt wie ein Märchen- Und ist auch ein Drama, weil ihm das Schicksal das Liebste im Leben nahm.

Text: Stefan Krücken

Fotos: Rainer Hosch

Bobby Dekeyser ist unverkäuflich

Bobby Dekeyser hat die Welt der Gartenmöbel auf den Kopf gestellt

Bobby Dekeyser hat die Welt der Gartenmöbel auf den Kopf gestellt

Wer mit Bobby Dekeyser (48) reden möchte, muss mit ihm reisen. Er ist häufig unterwegs, wie auf einer ewigen Welttournee, und wenn er nicht reist, dann ist er in Bewegung. Sport ist wichtig in seinem Alltag. Die Energie muss irgendwohin. Diese Energie, mit der er von einem Resthof in Niedersachsen aus ein globales Möbelunternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern schuf. Diese Energie, mit der er es vom Schulabbrecher zum Millionär brachte.

Mit 15 war er im Unterricht aufgestanden und hatte verkündet, Fußballprofi zu werden. Vier Jahre später hütete er das Tor des FC Bayern München. Weil er über die Ersatzbank nicht hinauskam, wechselte er den Verein, wurde dann aber in einem Spiel schwer im Gesicht verletzt. Noch im Krankenbett gründete er die Firma Dedon, die heute Stars wie Brad Pitt , Präsidenten und sogar den Papst beliefert. Um Werte geht es Dekeyser häufig, aber er meint damit nicht Statussymbole. Freundschaft , Vertrauen, Familie, das sind Leitmotive in seinem Bestseller Unverkäuflich!. „Ich möchte anderen Menschen Mut machen. Man soll auf sein Herz hören und seinen Weg gehen“, sagt er. Das Buch, von den Medien wie etwa Welt am Sonntag oder ZDF-Talkmaster Markus Lanz in höchsten Tönen gelobt, löste eine regelrechte Welle von Briefen und E-Mails aus.

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Dekeysers eigener Weg beginnt über einer Fabrik für Waschmittelhenkel in Worms. Die Familie lebt in bescheidenen Verhältnissen und der junge Bobby ist ein Rebell, der die Nächte auf Baustellen verbringt. Der Sport bietet ihm einen Notausgang. Als er einen Wettbewerb gewinnt, darf er in New York den großen Pelé treffen. Er fragt ihn nach seinem Rat. „Folge deinem Traum“, antwortet der Fußballer.

Was nun folgt, klingt nach Traumfabrik und ist dermaßen gespickt von Zufällen, Abenteuern und Spinnereien, dass man den Drehbuchautor einer solchen Story nach seinem Geisteszustand fragen würde. Aus der Tiefgarage eines Frankfurter Hotels gelangt Dekeyser ins Tor des FC Bayern. Aus dem Material der Henkel von Waschmittelboxen, die er von Handwerkern auf den Philippinen flechten lässt, konzipiert er das „Wohnzimmer für Draußen“. Nachdem er die Firma verkauft hat, reagieren die neuen Eigentümer auf die Wirtschaftskrise und bereiten den Ausverkauf vor. Dekeyser treibt sein soziales Gewissen, das inzwischen hoch verschuldete Unternehmen zu retten. „Meine Geschichte ist kein Ratgeber“, sagt Dekeyser selbst zu dem Buch. „Aber ich hoffe, dass es andere inspiriert.“

Dann, 2010, scheint das Leben nach einer jahrzehntelangen Achterbahnfahrt perfekt zu sein. Seine Stiftung „Dekeyser & Friends“, die jungen Menschen Prominente als Mentoren vermittelt, nimmt die Arbeit auf. Überall auf der Welt eröffnen Showräume. Er steht am Strand seines neuen Luxusresorts „Dedon Island“, als das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist seine Schwester mit schrecklichen Nachrichten. Ann-Kathrin, seine Frau, mit der er seit fast 25 Jahren verheiratet ist und drei Kinder hat, ist ins Koma gefallen. Eine Ader hat sich in ihrem Kopf geöffnet. Als er nach Hamburg zurückkommt, ist sie tot. Die Familie und Freunde halten zusammen, doch es fällt Dekeyser schwer, den tiefen Schmerz zu verarbeiten. Er macht weiter, steht wieder auf, ist immer häufiger in New York. Er sieht es als seine Aufgabe an – aus Verantwortung für seine Familie und seine Firma. „Manche Hürden im Leben sind so hoch, dass man hinfällt. Das ist nicht schlimm. Immer wieder aufzustehen, darauf kommt es an.“ Er macht weiter.

Lesen Sie das Interview mit Bobby Dekeyser auf Seite 2!

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