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Sehnsucht Deutschland - Film
Dirndldrahn - Trachtentanz in Minga; Foto: Darius Wilke

Städtereise München: Minga lieben oder es lassen

Die Bayern sind eigen. Und die Münchner ganz besondere Leute. Sexy und spießig, weltbürgerlich und kleinkariert. München führt ein seltsames Doppelleben. Das kann man mögen oder nicht, aber kalt lässt die Stadt niemanden. Eine Hassliebeserklärung von Verena Carl.

Text: Verena Carl

Fotos: Darius Wilke; TAM/P. Scarlandis

Welcher Städtetypus ist München?

Biergartenkultur am Chinesischen Turm im Englischen Garten; Foto: TAM/P. Scarlandis

Biergartenkultur am Chinesischen Turm im Englischen Garten; Foto: TAM/P. Scarlandis

Städte sind wie Menschen. Köln ist der joviale Saufkumpan, Berlin der unrasierte Szenedichter, Amsterdam die hennahaarige Haschischbraut. Jede hat ihre eigene Persönlichkeit und man mag sie oder mag sie nicht. Aber München? Was ist das für eine Stadt, mit diesem hohen Pro-Kopf-Einkommen und der niedrigen Arbeitslosigkeit, der Wiesn-Seligkeit und dem viel gepriesenen Freizeitwert? Ist der Eingeborene lebensfroh und herzlich oder arrogant und grantig? Die Kulturszene wegweisend oder versnobt? Das Nachtleben Weltklasse oder peinlich provinziell? Fragen, bei denen sich selbst Ex-, Neu- und Schon-Immer-Münchner in die Wolle kriegen.

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Für viele ist die Stadt so etwas wie die Hassliebe ihres Lebens. Der schräge Filmemacher Herbert Achternbusch stoßseufzt: „Ein bisschen weniger München wäre gut“, trinkt aber trotzdem Maß für Maß im Weissen Bräuhaus, keine 50 Schritte vom Rathaus entfernt. Sigi Sommer, jahrzehntelang Kolumnist bei der Abendzeitung, schwärmte: „Ich liebe jeden Tag, den ich in München sein kann und darf.“ Und lamentierte im gleichen Atemzug, wie seine geliebte Stadt mit ihren Spitzweg-Winkeln geliftet und aufgebrezelt worden sei. „Ja, Kruzitürken!“, fragt sich gelegentlich auch der ganz gewöhnliche Thalkirchener oder Milbertshofener. „Wo leben wir denn eigentlich?“

München ist schauderhaft spießig, sagenhaft selbstverliebt, schrecklich schön. Eine Femme fatale vom Dorf, oben herum ganz in Gucci und an den Füßen Haferlschuhe. Am besten hat das der Regisseur Helmut Dietl auf den Punkt gebracht, als er Anfang der Achtzigerjahre die beiden Hauptfiguren für seine Münchenserie Monaco Franze erfand: den pensionierten Polizisten Franz Münchinger aus dem Westend, der in den Waschsalons zwischen Kazmair- und Ligsalzstraße mit Studentinnen anbandelt, und seine Gattin Annette von Söttingen, Antiquitätenhändlerin und Opernliebhaberin aus Schwabing. Der Kleinbürger und die Society-Tante, die sich lieben und streiten und nicht voneinander lassen können. München ist beides: mal weltoffen und weitblickend, so wie auf diesen Touristenpostkarten, auf denen sich die Alpen gleich hinter dem Marienplatz erheben. Und dann wieder so eng wie die mittelalterlichen Gässchen zwischen Weinstraße und Altem Hof.

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