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Halleluja für den Fleischklops; Foto: Effilee/Andrea Thode

Typisch Deutsch: Frikadellen

Neidvoll schauen wir oft auf die Kochkünste der Welt. Dabei haben wir im eigenen Land kulinarische Hochgenüsse zu bieten. In unserer Rubrik "Typisch Deutsch" stellen wir die leckersten Gerichte vor. Diesmal Frikadellen, weil nur sie zu jeder Tages- und Nachtzeit – egal unter welchem Namen – das Leben bereichern können

Text: Stevan Paul

Fotos: Effilee/Andrea Thode

Fleischhäppchen mit vielen Namen

Klops mit vielen Namen: Fleischpflanzerl, Bulette oder Frikadelle; Effilee/Andrea Thode

Klops mit vielen Namen: Fleischpflanzerl, Bulette oder Frikadelle; Effilee/Andrea Thode

Die innige Liebe der Deutschen zum Hackklops aus der Bratpfanne ist sehr jung, zu mühevoll war früher das Hacken und Schaben des Fleisches von Hand. Vereinzelt finden sich frühe Rezepturen in Kochbüchern des angehenden 18. Jahrhunderts, doch erst die Erfindung des Fleischwolfs Mitte des 19. Jahrhunderts kurbelte die Hackfleischproduktion richtig an.

Das Erfolgsgericht trägt seitdem viele Namen: Im Norden sprechen die Köche von „Frikadellen“, in Berlin schwört man auf „B(o)ulett en“, in Schwaben und Bayern sind es „Fleischküchle“ und „Fleischpflanzerl“, die stolz mit Kartoffelsalat serviert werden. Die norddeutsche Bezeichnung „Frikadelle“ ist wohl die älteste.

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Eine frühe etymologische Spur führt über Brandenburg in die Niederlande. Im Brandenburgischen Kochbuch von Maria Sophia Schellhammer wird das Gericht erstmals erwähnt, sie notierte Ende des 17. Jahrhunderts: „... also haben wir die Frikedellen, so viel wir wissend, denen Holländern zu dancken.“ Tatsächlich kennen die Holländer ihre „frikadel“ schon ein ganzes Jahrhundert länger als die Deutschen: Seit dem 16. Jahr hundert brät oder frittiert man dort wurstförmige Gebilde aus geschabtem Fleisch, eingeschlagen in Fettnetzstücke von Kalb und Schwein.

Gänzlich unbeteiligt am vorherrschenden Benennungsgewirr sind die oft zu Unrecht als Namensgeber ausgelobten Franzosen. Sie übernahmen die Bezeichnung „fricadelle“ erst im 18. Jahrhundert von den Deutschen. In Berlin wiederum führte man während der französischen Besatzung durch Napoleons Truppen den Begriff „Bouletten“ ein. Daraus machten die Berliner dann „Bulette“, anfangs ein Resteessen aus gegartem, klein gehacktem Fleisch.

Im Süden leitet sich das bayerische „Fleischpflanzerl“ vom volkstümlichen Wort „Pfann-Zelten“ ab, was einen flachen Kuchen aus der Pfanne meint.


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