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Sehnsucht Deutschland - Film
Hier dreht sich alles um die Kohle - Zeche Zollverein in Essen; Foto: Zollverein

Traumstraßen: Route der Industriekultur – Teil 1

Von Norden nach Süden. Von Osten nach Westen. Im großen Kreis, von A nach B oder auch querbeet. Auf den Spuren eines bestimmten Themas unterwegs, ist auf Deutschlands Traumstraßen der Weg das Ziel. Teil 1: Route der Industriekultur/Ruhrpott

Text: Janika Kästner

Fotos: Stiftung Zollverein/Thomas Willemsen; Deutsches Bergbaumuseum

Bergbau anschaulich erklärt - Das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum; Foto: DBM

Bergbau anschaulich erklärt - Das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum; Foto: DBM

Zack, die Tür ist zu. Jetzt gibt es kein Zurück mehr, mit mir geht es stetig bergab. Ich stehe im Fahrstuhl des Bochumer Bergbaumuseums und schon geht es runter – tief, tiefer und noch tiefer. „Wo du raufkommst, kommst du auch wieder runter!“, ermutigte mich mein Vater, wenn mir bei flinken Kraxeleien plötzlich mulmig vor dem Abstieg wurde. Und jetzt? Ob Papas Alltagsweisheit auch im Umkehrschluss ihre Gültigkeit besitzt?

„Glück auf!“, schmettert mir Herr Balzer den traditionellen Bergmannsgruß entgegen. Ja, denke ich, mit Glück komme ich später wieder rauf. 17 Meter tief führt mich meine Zech(en)tour auf der Route der Industriekultur unter Tage, weitere 5 bewältigen wir zu Fuß. 22 Meter, beklemmend für mich, aber Pillepalle im Vergleich zu den Teufen (Kumpeldeutsch für Tiefen) von bis zu 1.500 Metern, in denen echte Bergleute heute noch Kohle abbauen.

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Dagegen ist das hier wahrlich Kindergeburtstag. Für mich und mein Bauchgefühl langt es allemal. Unten lauert ein Labyrinth aus Gängen, Stollen und Streben. Kaum vorstellbar, aber alles nur Attrappe. Das flaue Gefühl bleibt echt. Kennen Sie Grabowski, den Maulwurf? Sein stählerner Bruder haust hier unter Tage. Leuchtend gelb erhebt sich der 80-Tonnen-Stahlkoloss vor mir. Kleine Kinder dürfen „Maulwurf“ sagen, erklärt Herr Balzer. Für die Großen ist es eine Streckenvortriebsmaschine – was für ein Wort!

Mit seinem Schneidkopf fräst das Ungetüm scheinbar mühelos Löcher von fast 3 Meter Durchmesser ins Gestein. Meter für Meter bohrt es das kilometerlange Stollennetz in die Erde, um an einzelnen Streben den Abbau der Flöze – Kohlevorkommen – zu ermöglichen. Hier unten leicht das Ruhrgebiet einem Schweizer Käse, der löchriger kaum sein kann. Seit dem Mittelalter haben Grabowskis jeglicher Provenienz im Revier ganze Arbeit geleistet.

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