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Sehnsucht Deutschland - Film
Frühlingserwachen - Mandelblüte; Foto: Deutsche Weinstrasse e. V. -Mittelhaardt-, Fotograf Kurt Groß

Citta Slow - Teil 2: Deidesheim

Die Schnecke auf dem Logo der SlowCities (cittaslow) ist Programm, doch da gut Ding Weile haben will, ist die Vereinigung lebenswerter Städte auch in Deutschland langsam im Kommen. Zeit also, mal in aller Ruhe drei davon unter die Lupe zu nehmen. Teil 2: Deidesheim

Text: Beate Schümann

Schneckenflüsterer in Deidesheim

Wanderlust: Der Weinsteig führt nach Deidesheim; Foto: Pfalz.Touristik e.V.

Wanderlust: Der Weinsteig führt nach Deidesheim; Foto: Pfalz.Touristik e.V.

Deidesheim liegt am Rand des Pfälzer Walds, einer Gegend, in der Milch und Trauben fließen. Ja, fließen, denn Deidesheim ist für seinen Wein berühmt. Ein Paradiesgarten, und so heißt auch eine der prominenten Lagen. Vom Hügel aus sehe ich in der sanften Ebene Kirchturm und Häuser, umgeben von geordneten Rebzeilen, die der Landschaft ihren grünen Anstrich geben. Seit einer Ewigkeit flirtet hier die nackte Eva mit den sich zahllos aneinander reihenden Rieslingstöcken und mit manchem Wanderer wohl auch. „Bis vor gut 60 Jahren stand die Skulptur im Dorf“, erfahre ich im Weinmuseum. Der Ortsgeistliche verbannte sie in die Weinberge, weil er die unverhüllte Schönheit sündhaft fand.

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Für die 3.700 Einwohner besitzt Deidesheim eine überaus mächtige Kirche, die von 1480 stammt und dem heiligen Ulrich geweiht ist. Dass das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert der gotischen Basilika zu Füssen liegt, spricht für sich. Dort hatten die reichen Weindynastien meist das Sagen, die für einen ausgesprochen repräsentativen Regierungssitz mit einer schicken zweiläufigen Freitreppe sorgten, das Wahrzeichen von Deidesheim. Das Prunkstück ist der historische Ratsherrensaal, in dem der Stadtrat im Jahr 2009 beschloss, dass Deidesheim eine cittaslow wird.

„Ich bin der Schneckenflüsterer“, stellt Kulturführer Peter Heitel sich vor, der in Deidesheim auch cittaslow-Führungen macht. Am liebsten beginnt er am Geißbockbrunnen, der die historische Geißbockversteigerung amüsant inszeniert. „Gut gehörnt und wohlgebeutelt muss er sein“, erklärt Heitel. Was auch auf einen Ehemann zutreffen könnte, war einst eine Tributzahlung.

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Fotos: Deutsche Weinstrasse e. V. -Mittelhaardt-, Fotograf Kurt Groß; Pfalz.Touristik e.V.

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