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Sehnsucht Deutschland - Film
Ohne Eile, ohne Hast nach Überlingen am Bodensee; Foto: Kur und Touristik Überlingen GmbH

Citta Slow - Teil 1: Überlingen

Die Schnecke auf dem Logo der SlowCities (cittaslow) ist Programm, doch da gut Ding Weile haben will, ist die Vereinigung lebenswerter Städte auch in Deutschland langsam im Kommen. Zeit also, mal in aller Ruhe drei davon unter die Lupe zu nehmen. Teil 1: Überlingen

Text: Beate Schümann

Überlingen ist wirklich slow

Versteckt sich hier die Unruh? Der Münster in Überlingen; Foto: Kur und Touristik Überlingen GmbH

Versteckt sich hier die Unruh? Der Münster in Überlingen; Foto: Kur und Touristik Überlingen GmbH

Der Landungsplatz ist das Herz Überlingens. Ausgerechnet für das städtische Foyer hat der Bildhauer Peter Lenk den skurrilen Bodenseereiter-Brunnen geschaffen. Unvorteilhaft sitzt Martin Walser, der ortsansässige Dichterfürst, auf einem klapprigen Gaul, mit Schlittschuhen statt Sporen, getragen von den Schwänzen gealterter Nixen. Am Boden ist er umgeben von den Skulpturen stadtbekannter Honoratioren, denen das Wasser bis zum Halse steht. Und das am Landungsplatz, wo alle sie sehen, Einwohner und Besucher, die hier auf der beliebten Uferpromenade flanieren, zum Schiffsanleger gehen oder einfach nur auf den See schauen.

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Die Überlinger sehen das entspannt. Vielleicht, weil die 22.000-Einwohner-Stadt auf der Nordseite des Bodensees eine so vorzügliche Südlage mit mediterranen Qualitäten hat. Da soll man nicht locker sein? Sie haben einen der schönsten Plätze am See mit Blick bis zum Alpenvorland, einen Kneippheilkurort, eine erhaltene Altstadt und einen Stadtgarten, der hundertjährigen Baumbestand und seltene Kakteen aufweist. Da waren gleich mehrere Kriterien erfüllt, als Überlingen im Jahr 2004 zur cittaslow wurde.

„In 30 Minuten sind wir 50 Meter gegangen“, schmunzelt die Stadtführerin Reinhild Maier-Rothauge. „Das ist wirklich ‚slow′.“ Genauer gesagt, vom Lenk-Brunnen bis zur Hofstatt, dem prächtigen Platz, der mit dem Rathaus, dem Münster St. Nikolaus und den Zunfthäusern ein prächtiges mittelalterliches Ensemble abgibt. Im Schneckentempo schlendern wir über den Platz, auf dem auch der Bio-Wochenmarkt stattfindet. „Mindestens 90 Prozent Bio“, sagt Maier-Rothauge. Das erstaunt, hat aber Tradition. Denn gesunde Ernährung und gute regionale Lebensmittel führte bereits die anthroposophische Camphill-Bewegung ein, was sich heute in zahlreichen Naturkostläden, Reformhäusern und Hofläden widerspiegelt.

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Fotos: Kur und Touristik Überlingen GmbH

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