Manche Legenden sind Märchen, doch die Leben, von denen hier erzählt wird, waren echte Berühmtheiten und Charaktere, charismatischer und mutiger als andere, sind sie bis heute unverwechselbar und haben ihrer Zeit Stempel aufgedrückt, die uns generationsübergreifend noch immer bewegen. Sie sind deutsche Legenden. Teil 1: Fritz Huschke von Hanstein, Autorennfahrer & PR-Genie
Rennfahrer mit PS im Blut
Huschke von Hanstein mit Vollgas voraus; Foto: Porsche-Werkfoto
Auf der Burgruine Hanstein im thüringischen Eichsfeld hält das gleichnamige Adelsgeschlecht bis heute seine Familienfeiern ab. Der bekannteste Vertreter war Fritz Huschke von Hanstein, ein genialer Rennfahrer und geschickter Porsche-Werber. Über Jahrhunderte hinweg gehörte das Adelsgeschlecht derer von Hanstein zu den bedeutendsten Familien im Eichsfeld.
Der wohl berühmteste Vertreter der Familie war weder Gutsherr noch Vasall, sondern ein moderner Ritter – ein waghalsiger Rennfahrer, der in seiner zweiten Karriere die Marke Porsche populär machte. Seinen Spitznamen „Huschke“, den er 1956 als offiziellen Vornamen eintragen ließ, erhielt der am 3. Januar 1911 in Halle an der Saale geborene Fritz Sittig Enno Werner von Hanstein von seinen Eltern.
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Denn schon als Kind legte er auf den Pferden seines Vaters stets eine wagemutige Eile an den Tag. Ab 1920 lebte die Familie auf ihrem weitläufigen Gut in Wahlhausen im Eichsfeld, das mit Herrenzimmer und Damensalon standesgemäß eingerichtet war. Der Vater, ein preußischer Kavallerieoffizier, unterzog seine Kinder einer streng deutschnationalen Erziehung.
Der kleine Huschke musste bei der Ernte helfen, wusch sich mit eiskaltem Wasser und verzichtete auf Geheiß des Vaters beim Reiten auf einen Sattel. Doch nach seinem Abitur 1929 waren Fritz Huschke die Pferde nicht mehr schnell genug. Er kaufte sich sein erstes Motorrad und nahm an seinem ersten Rennen teil. Und weil damals in England die schnellsten Motorräder gebaut wurden, studierte er nach einer landwirtschaftlichen und kaufmännischen Lehre eben auf der Insel. Seine für das Dolmetscherexamen erlernten Fremdsprachenkenntnisse sollten ihm später bei Porsche gute Dienste leisten.
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Fotos: Porsche-Werkfoto
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