Die Schweiz zu Gast in Sachsen. Die Felsformationen des Elbsandsteingebirges waren namensgebend für die Sächsische Schweiz. Zweiter Teil der Reise zu den Geschichten abseits des Wegesrandes.
Theater unter freiem Himmel
In der Wiege des Sportkletterns schaukeln; Foto: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V./Frank Exß
Aus einer ganz anderen Perspektive lernt man die Felsenwelt vom Amselsee im Kurort Rathen kennen. In einem Tret- oder Ruderboot lässt sich der 600 Meter lange Schlauchsee erkunden. An seinem Ende führt ein Waldweg in die Wolfsschlucht zum Freilufttheater Felsenbühne. Vor der Kulisse steil aufragender Sandsteintürme galoppiert mal Winnetous Pferd, dann träumt Aschenputtel von ihrem Prinzen oder es schallen Opernarien durch den Wald, je nach Programm. Scheinwerfer machen dabei dem Vollmond Konkurrenz.
„Ein Mikrofon brauchen wir nicht“, sagt Schauspieler Fred Bonitz, „die natürliche Akustik ist extrem gut.“ Mit bunt bemalten Augen und zerrissenen Jeans wartet er auf seinen Einsatz als Vogelfänger Papageno in Mozarts „Zauberflöte“. 1936 fanden auf dieser Bühne erstmals die Karl-May-Festspiele statt . Das beliebteste Stück ist jedoch seit Langem „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Nach dem letzten Applaus pilgern Scharen von Besuchern durch die Gassen Niederrathens ans Elbufer. Eine Gierseilfähre bringt sie bis 1 Uhr nachts über den Fluss zurück in den Ortsteil Oberrathen. Die sogenannte fliegende Brücke ist ein Relikt vergangener Zeit und steht unter Denkmalschutz. Sie nutzt die Strömung, um anhand zweier Seile auf die andere Seite zu pendeln.
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Aber wo nun hat man den besten Blick auf die Säulen an der Elbe? Der Anzahl der Touristen nach muss es auf der Bastei sein! Jedes Jahr besuchen drei Millionen Menschen die beliebteste Aussichtsplattform in der Sächsischen Schweiz. Unzählige Treppchen mit Eisengeländer führen durch die Felsen. Diese sind so nah, dass man auf ihnen die Gipfelbücher erkennt, eingesperrt in weiße Blechschatullen und fest im Felsen verankert. Dort ist kaum mehr Platz als auf einer Fußmatte, doch die Freiheit scheint grenzenlos. Jedenfalls steht das in den Gesichtern der Kletterer, die auf einer Säule pausieren und dabei in die Ferne schauen. Zu ihren Füßen schlängelt sich die Elbe Richtung Tschechien, wo sich ein Drittel der Sandsteinformationen befindet, darunter das berühmte Prebischtor.
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Fotos: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V./Frank Exß (2)
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