Es sind der Kaufmann an der Ecke, der Bauer im Nachbardorf oder die Wirtin in unserer Stammkneipe, die unsere Heimat Tag für Tag liebenswert machen. In unserer Rubrik „Lokalhelden“ stellen wir starke Frauenzimmer und echte Pfundskerle vor. Sie alle sorgen dafür, dass es zu Hause am schönsten ist. Teil 3: Aale-Dieter/Hamburger Fischmarkt
Die heißen wirklich so: Aale-Dieter und Eier-Carl
Aale Dieter: Verkaufstalent mit hanseatischem Mundwerk; Foto: Beate Zoellner
11 Uhr vormittags ist eine gute Zeit, um den allerbesten Aal-Verkäufer zu treff en. Aale-Dieter steht vor der Tür von Eier-Carl, einer weiteren Legende des Fischmarkts in Altona, unter Seeleuten einst als „hervorstechende Gastwirtschaft “ gepriesen und legendär für seinen Eier-Grog. Das ist lange her, jetzt pfeift der Wind um die verwaiste Ecke und nur ein Schild am Haus erinnert an dieses Stück Hamburger Geschichte.
Dieter ist bald 73 Jahre alt, voller Körperspannung und Lebensfreude, geradeaus und ehrlich: „Bei mir sind alle gleich, wer ein Arsch ist, ist ein Arsch, wer nett ist, ist nett.“ So einfach kann das sein. Weil ich zu den Nett en gehöre, denke ich an den Hals des Aals, als meine Hand mit festem Druck geschüttelt wird und ich für Aale-Dieter ab sofort „min Jung“ bin.
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Altona ist schon lange Stadtteil der Hansestadt, der sonntägliche Fischmarkt eine der Touristenattraktionen Hamburgs, wo es neben Fisch auch Obst, Gemüse und ganz viel Tinnef und Touristen gibt. Aber der Fischmarkt selbst ist ein Hamburger Exportartikel, der seit Jahren regelmäßig in Stuttgart, München und Aschaffenburg zu Gast ist. Und das liegt zu einem guten Teil an Aale-Dieter, bürgerlich Dieter Bruhn, ein echter Hamburger Jung.
Das heißt, Eltern und alle Großeltern waren schon Hamburger. Er ist mit einem Mundwerk ausgestattet, für das ein Waffenschein durchaus seine Legitimation hätt e, und beschickt den Fischmarkt seit 50 (!) Jahren.
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Fotos: Beate Zoellner
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