Zukunftsweisend. In Hamburg entsteht das größte innerstädtische Projekt in Wasserlage. Die Hafen City soll bis 2025 fertig sein.
Abgeschleppt
Leuchtturmbau - Elbphilharmonie nimmt Gestalt an; Foto: www.mediaserver.hamburg.de/T. Hampel
Von der Hafencity bis zum Postkartenpanorama der Binnenalster ist es nur ein Katzensprung und um zu verstehen, wieso dieses riesenhafte Filetstück für die Stadtentwicklung zur Verfügung steht, braucht es einen kleinen Rückblick.
Es fängt an mit der Containerrevolution, die Mitte der 1960er-Jahre über die Häfen Europas und der Welt kam. So schlicht, so gut – genormte Stahlkisten, 20 oder 40 Fuß lang (gut 6 beziehungsweise 12 Meter) und Sargnägel in der Zukunft traditioneller Hafenberufe wie Schauermann oder Kaiarbeiter.
Wo heute junge Männer in coolen Lokalen auf dem Pier ihren Arm um junge Frauen legen, kamen früher Schiffe an, Stückgutfrachter, deren Ladung viele Hände ameisengleich den Schiffsbäuchen entrissen. Es gab viel Arbeit für viele Männer. Gleise lagen an den Piers, Ware wurde auf die Schiene verladen oder in Lagerhallen wie den Kaispeicher verbracht, der an historischer Stelle den backsteinfarbenen Unterbau für die Elbphilharmonie bildet. Sandtor, Grasbrook, Kaiserkai – als Straßen finden sie sich noch heute in der Hafencity wieder – waren richtige Häfen, die laut, schmutzig und einfach waren. Für eine Verbindung mit der schicken Innenstadt gab es keinen Grund.
Hamburg: die Elbe im Herzen
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Mit den Containern wuchs die Tonnage, verkürzten sich Lade- und Liegezeiten. Unglaublich, aber die größten Containerfrachter sind bald einen halben Kilometer lang und können bis zu 15.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Units = 20-Fuß-Container) über die Weltmeere transportieren.
Ich gehe an Bord des gut 30 Meter langen Hamburger Schleppers Bugsier 2, um auf Tuchfühlung mit den großen Frachtern zu gehen. Nur drei Mann Besatzung hat der bullige Türsteher des Hafens. Vor Blankenese nehmen wir den zehnmal so langen Frachter Rossini in Schlepp. Als der Riese mit seinem rund 10 Meter hohen Bug von hinten auf den Schlepper aufläuft, melden sich Fluchtinstinkte.
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