Dichter, Denker, Komponisten - so manch kreativen Kopf hat Leipzig schon hervor gebracht. Schritt für Schritt lässt sich die Stadt auf den Spuren von Goethe, Schiller, Bach und Co. erkunden.
Hier spielt die Musik
Völkerschlacht Denkmal und Meer der Tränen; Foto: Jens-Schöninger/pixelio.de
Text: Uta Buhr
Jedes Mal, wenn ich die Nikolaikirche betrete, diesen gelungenen Mix aus Gotik und Klassizismus, befällt mich ein sonderbares Gefühl. Denn hier wurde in den 1980er-Jahren des letzten Jahrhunderts Weltgeschichte geschrieben. Ohne die Friedensgebete der mutigen Menschen wäre der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West nie gefallen, zumindest wohl nicht ohne Blutvergießen. Diese Ikone des Widerstands gegen eine unmenschliche Diktatur zieht nach wie vor Gläubige und Schaulustige in großen Scharen an. Vor dem Gotteshaus finden noch an so manchem Montag Demonstrationen statt – zum Beispiel gegen Ausbeutung und für den Mindestlohn –, die jedoch auf wenig Resonanz stoßen.
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Nächstes Ziel meines Stadtrundgangs ist die Thomaskirche, Wallfahrtsort für Verehrer des großen Johann Sebastian Bach. Hier wirkte der „Urvater der Musik“, wie ihn der kanadische Starpianist Glenn Gould nannte, von 1723 bis zu seinem Tod im Jahr 1750 als Thomaskantor. Gleich gegenüber befindet sich das in einem Renaissancegebäude, dem Bosehaus, untergebrachte Bach-Museum sowie das Archiv mit den Werken des Meisters. Das tragische Schicksal seiner Witwe Anna Magdalena, die nach dem Ableben ihres Mannes trotz ihrer vielen Kinder in bitterer Armut starb, rührt einige Touristinnen fast zu Tränen.
Leipzig galt lange Zeit als die Stadt der Musik und der Musikverlage. „Nicht zu vergessen – der Musikermuseen“, ergänzt Birgit Scheffel, die mit ihrer Gruppe gerade das Mendelssohn-Haus betritt. Die Räume sind mit Originalmöbeln ausgestattet, die Wände mit Aquarellen und Zeichnungen des Multitalents Felix Mendelssohn-Bartholdy geschmückt. Aus einem unsichtbaren Lautsprecher erklingt die „Schottische Symphonie“. Auf den Spuren des im sächsischen Zwickau geborenen Robert Schumann hingegen wandelt, wer das Museum gleichen Namens besucht, in dem der Komponist einige Jahre mit seiner Frau, der weltberühmten Pianistin Clara Schumann, lebte. Auch dem Norweger Edward Grieg, der sich gern in Leipzig aufhielt, hat die Stadt eine sehenswerte Gedenkstätte geschaffen.
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