Hier ein bisschen Literatur, dort ein architektonisches Denkmal und gegenüber erklingt das musikalische Erbe der Stadt. Leipzig strahlt heute schöner denn je.
Kunst aus der Keksdose
In Auerbachs Keller mit Mephisto speisen ; Foto: LTM/Armin Kühne
Text: Uta Buhr
Welche Stadt kann schon eine so elegante Visitenkarte vorweisen wie Leipzig? Der größte Kopfbahnhof Europas hat sich gleich nach der Wende zu einem grandiosen Einkaufsparadies auf drei Ebenen gemausert, das weltweit seinesgleichen sucht. Auferstanden aus Ruinen! Wenn irgendein Diktum auf Leipzig zutrifft , dann dieses. „Obgleich“, wiegelt Doris Schulz ab, „die DDR-Regierung dies ja schon in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts für sich in Anspruch nahm, auch als hier noch alles in Schutt und Asche lag.“
Dann schüttelt die gebürtige Leipzigerin den Kopf und freut sich, dass sich letztlich doch noch alles zum Guten gewendet hat und ihre geliebte Heimatstadt wieder in altem Glanz erstrahlt. „Und jeden Tag wird Leipzig schöner. Schauen und staunen Sie!“ Da hat sie bei mir den richtigen Nerv getroffen, denn ich erinnere mich noch lebhaft an meinen ersten Aufenthalt in Leipzig Anfang 1990, als ich während der Buchmesse ein paar Tage hier weilte. Abblätternde Fassaden, wohin das Auge blickte, miefige HO-Gaststätten, Plattenbauten. Und über dieser Tristesse hing ein grau-gelber Dunstschleier, durch den nur mühsam ein morgendlicher Sonnenstrahl drang. Verursacher dieser Umweltverschmutzung war das Kohlekraftwerk mitten in der Stadt. Doch trotz all der Unbill war zweierlei bereits zu jener Zeit unübersehbar: ein ungeheurer Optimismus und ein unbändiger Tatendrang, die große Teile der Bevölkerung gleich nach der Wende beseelten. Als ich im Juli desselben Jahres wieder nach Leipzig kam, war das Kraftwerk abgeschaltet, die Luft viel sauberer und der Bauboom in vollem Gang. Und bis zum heutigen Tag hat diese Dynamik nicht nachgelassen.
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Wie heißt es doch so schön? „Die Sachsen sind helle.“ Kein Zweifel. „Und wenn wir uns einmal etwas vorgenommen haben, dann ziehen wir es auch durch“, sagen die Leipziger und fügen in aller Bescheidenheit hinzu, dass besonders sie sich dem Fortschritt verschrieben hätten.
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