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Sehnsucht Deutschland - Film
Insel Poel im Abendrot; Foto: Rüdiger Niemann

Deutschlandreise/5: Kleines Eiland Poel mit großem Reiz

Klein aber fein - das trifft auf die Ostseeinsel Poel im besonderen Maße zu. Wer Massentourismus sucht, ist hier fehl am Platz. Urig, echt norddeutsch und unbedingt eine Reise wert - so lautet das Urteil der SEHNSUCHT DEUTSCHLAND-Redaktion.

3.000 Menschen und eine einzige Postleitzahl

Seegelboote im Hafen von Poel; Foto: Kurverwaltung Insel Poel, Markus Frick

Seegelboote im Hafen von Poel; Foto: Kurverwaltung Insel Poel, Markus Frick

Autor: Fritz Vossiek

Die kleine Insel Poel liegt vor den Ufern der Hansestadt Wismar. Poel ist so klein, dass alle Adressen der knapp 3.000 Poeler mit 23999 die gleiche Postleitzahl haben. Alle Wege führen durch Kirchdorf, den größten Ort der Insel. Verschlafen und ruhig, jedenfalls außerhalb der Hauptsaison, in der viele Gäste durchfahren, um die hübschen Strände von Timmendorf, Gollwitz oder Schwarzer Busch zu erreichen. Ländlicher Badetourismus ist es, der den Charme der Insel ausmacht. Discounter oder Bettenburgen gibt es hier nicht einmal auf der grünen Wiese, die auf Poel immerhin 37 Quadratkilometer ausmacht.

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Der Wind heult, die Wellen klatschen an die Mole von Timmendorf im Poeler Westen, Fischerboote und Segelyachten tanzen im Hafenbecken. Eine junge Fischersfrau, die nicht Ilsebill heißt, verkauft Heringsbrötchen vom Boot. Wetterfest eingepackt und sturmerprobt sitzen die Gäste mit Blick auf den 21 Meter hohen Leuchtturm aus dem Jahr 1872, der den Kapitänen den Weg durchs Fahrwasser weist, damit weder die Untiefe Hannibal noch das Eiland namens Walfisch Kontakt mit dem Schiffsrumpf aufnehmen können.

Im Norden liegt Gollwitz und die Fischerpension von Veronika Waack, die „Pension Schwartz“ heißt, seit 1928 existiert und bekannt für – na, was wohl? – Fisch ist. Überwiegend Stammgäste, Familienanschluss inklusive, treffen sich pünktlich um 18.30 Uhr, wenn der auf den Tisch kommt. Dann fährt Mutter Waack auf, was ihr Mann aus der Ostsee ins Netz locken konnte. „Nach acht Tagen täglich Fisch schwimmen unsere Gäste nach Hause“, lacht der Fischer. Und weil das so gesund ist und obendrein Spaß macht, schwimmen die meisten im nächsten Jahr wieder zur Familie Waack zurück!

Und weil ich gerade so mutig bin, fahre ich nach Rerik-Zweedorf aufs Festland, wo Jörg Müller auf dem kleinen Flugplatz eine Reihe historischer Flugzeuge geparkt hat. Die Wilga 35 ist 1972 das erste Mal in die Lüfte abgehoben, sie ist klitzeklein, hat einen Propeller und fliegt auch Loopings und andere Kinkerlitzchen. Dank meiner vornehmen Blässe verzichtet Pilot Müller, der auch Chef des Flugschauteams Black Jacks ist, auf derartige Scherze und fliegt mich entlang der Ostseeküste, ganz gemütlich und immer im Sichtflug. Die Blässe weicht den Glücksgefühlen, Kühlungsborn und Heiligendamm überfliegt die Wilga mit gut 200 Stundenkilometern, der Horizont und der Blick über Meer und Land scheinen keine Grenzen zu kennen, traumhaft.

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Autor: Fritz Vossiek

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