Zusammen mit den Niederlanden teilen sich Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Wattenmeer entlang der Nordseeküste, das seit 2009 offiziell zu den größten Naturdenkmälern der Welt gehört.
Einzigartiges Ökosystem
Der Westerhever Leuchtturm mit Welterbe-Banner; Foto: Stock, LKN Schleswig-Holstein
Die UNESCO hat das Wattenmeer Ende Juni 2009 in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Und das aus gutem Grund: Die durch den ständigen Wechsel der Gezeiten geprägte Landschaft gehört zu den ursprünglichsten Lebensräumen und ist das weltweit größte Ökosystem seiner Art.
Rund 50 Informationszentren entlang der Küste und auf den Inseln bieten einen Einblick in die faszinierende Welt des Nordseeraums. Auch auf Sylt kann man der Faszination Wattenmeer in aller ihrer Schönheit und Eigenart auf den Grund gehen.
Das zum Welterbe ernannte Gebiet erstreckt sich entlang der Nordseeküste von der niederländischen Insel Texel bis zur Nordspitze Sylts. Das fast 10.000 Quadratkilometer große Gebiet umfasst bereits bestehende Schutzgebiete: Das Wattenmeer-Schutzgebiet in den Niederlanden und die Wattenmeer-Nationalparks in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Weltnaturerbe Wattenmeer
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Bereits 1985 wurde das Gebiet zwischen der Nordspitze Sylt und der Elbmündung zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ernannt und damit in die höchste Schutzgebietskategorie erhoben. Mit der Nominierung zum Weltnaturerbe ist dieser Schutz nun auch international verankert.
Voraussetzungen für die Aufnahme eines Gebietes in die Welterbeliste sind sein außergewöhnlicher universeller Wert, seine Unversehrtheit und die Gewährleistung seines Schutzes. Professor Karsten Reise, Leiter der Wattenmeerstation des Alfred-Wegener-Instituts auf Sylt, hat an dem über zweihundertseitigen Antrag mitgeschrieben, der das UNESCO-Welterbekommitee letztlich von der Einzigartigkeit des Wattenmeeres überzeugte. „Nirgendwo sonst in der Welt säumen die Küste derart weitläufige Watten, häufen so viele Wattwürmer ihre Sandkringel, fressen so viele Vögel auf Vorrat für ihre Langstreckenflüge.
Rund zehntausend Arten von den einzelligen Algen bis zu den Fischen, vom seltenen Küstensandlaufkäfer auf Sylt bis zur zarten Dünenrose bietet das Wattenmeer mit seinen wiederkehrenden Biotopsequenzen von der Tiefe der Seegatten bis zur höchsten Düne eine überraschend hohe Biodiversität.“ Der Sylter Wissenschaftler wertet die Nominierung zum Weltnaturerbe als „Auszeichnung für den schonenden Umgang mit der Küstennatur, für den erfolgreichen Naturschutz trotz aller Widerstände, für die umfassende Erforschung der Naturvorgänge, die seinesgleichen an keiner anderen Küste findet.“
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