Er ist eine der architektonischen Glanzleistungen der Menschheitsgeschichte: Als vollkommenstes Beispiel des gotischen Baustils zum Welterbe erklärt, ist der Kölner Dom das Wahrzeichen der Rheinmetropole
Bauwerk der Superlative
Die Türme des Kölner Doms sind von weitem sichtbar; Foto: koelntourismus.de
Die größte Kathedrale Deutschlands ist mit rund sieben Millionen Besuchern jährlich das meistbesuchte Architekturdenkmal des Landes. Seine Größe wird durch das gigantische Turmpaar unterstrichen, das seit seiner Vollendung im Jahr 1880 das Panorama der Domstadt beherrscht. Bis heute ist der Dom, nach dem Fernmeldeturm, das zweithöchste Gebäude in Köln.
Der Grundstein zum gotischen Dom wurde am 15. August 1248 zum Fest Mariae Himmelfahrt gelegt. Der alte Dom war nicht mehr repräsentativ genug, die Gebeine der Heiligen Drei Könige zu beherbergen, die der Erzbischof Rainald von Dassel 1164 aus dem eroberten Mailand in die Domstadt mitgebracht hatte. Durch diese Reliquien wurde der Dom zu einer der wichtigsten Pilgerstätten Europas.
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Im frühen 16. Jahrhundert kam es – teils aus Geldmangel, teils aus Desinteresse – zum Baustopp. Zu diesem Zeitpunkt waren der Chor, der untere Teil des Südturms mit Glockenstube sowie Lang- und Querhaus bis zur Höhe der unteren Arkaden fertig gestellt. Der Nordturm existierte fast noch gar nicht. Über 300 Jahre bestimmte der gewaltige Torso mit einem großen Baukran auf dem unvollendeten Südturm das Panorama der Stadt.
Um die Wende zum 19. Jahrhundert richteten die Anhänger der deutschen Romantik durch ihre Begeisterung für das Mittelalter das öffentliche Interesse erneut auf den unvollendeten Dom. Der Weiterbau wurde nun auch als nationales Anliegen der Deutschen gesehen. 1842 legte König Friedrich Wilhelm IV. den Grundstein für en Weiterbau. Vollendet wurde der Dom 1880 – nach dem überlieferten Plan aus dem Mittelalter – in einer Rekordzeit von nur 38 Jahren.
Bei ihrer Vollendung war die Dom-Kathedrale das größte Gebäude der Welt.
Es grenzt an ein Wunder, dass der Kölner Dom den Zweiten Weltkrieg trotz Bombenhagel überstand, auch wenn er etliche schwere Schäden davon trug. Heute setzen vor allem Witterung und Umwelteinflüsse dem Dom zu. Die Dombauhütte arbeitet ständig an seiner Erhaltung und Restaurierung – Baugerüste zeugen von den anhaltenden Fassadenarbeiten.
Übrigens: Erstmals wurde mit dem Kölner Dom am 5. Juli 2004 eine Welterbestätte aus Deutschland auf die Liste des Welterbes in Gefahr, die so genannte Rote Liste, gesetzt. Hintergrund war die Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch geplante Hochhausbauten auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite. Nach zwei Jahren, am 10. Juli 2006, konnte der Dom wieder aus der Roten Liste gestrichen werden.
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