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Hunter Valley, Australien? Nein, Basteiblick Sächsische Schweiz, Foto: STG/Dittrich

Sächsische Schweiz - Wandern im Nationalpark

Zwei Tage ist Autor Mark Bloemeke mit seinem Vater Reinhard für „Sehnsucht Deutschland“ in der Sächsischen Schweiz gewandert und gekraxelt. Tolle Eindrücke und sensationelle Panoramen...

Text: Mark Bloemeke

Unbekanntes Wanderparadies - Sächsische Schweiz

Freeclimber in der Sächsischen Schweiz. Foto: STG/Huthmacher

Freeclimber in der Sächsischen Schweiz. Foto: STG/Huthmacher

Tolle Eindrücke und sensationelle Panoramen im Elbsandsteingebirge entlohnen Besucher für nicht immer ganz anstrengungsfreie Wandertouren.

Langsam erhebt sich die Sonne und wirft ihr noch mattes Licht auf ein Rapsfeld. Die Konturen der Affensteine auf der anderen Seite des Lichtenhainer Tales wirken noch harmlos. Auf der Terrasse des Berghofes Lichtenhain frühstücken wir ausgiebig, stärken uns für die geplante Wanderung.
Immer wieder geht der Blick zum Felsmassiv und immer klarer wird die zerklüftete Struktur, immer höher ragen die Steine empor. Bussarde kreisen über dem Feld, Geräusche der Zivilisation sind nicht zu hören, nur die Vögel singen ihr unbeschwertes Lied, während sich eine Katze in der Sonne räkelt um anschließend weiterzuschlummern.

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Am Lichtenhainer Wasserfall (165m) beginnt die Wanderung: Zunächst entlang des Baches Kirnitzsch und der kleinen historischen Kirnitzschtalbahn, die zwei Mal an uns vorbeifährt, gehen wir etwa einen Kilometer bevor wir den Bach überqueren und der Aufstieg wirklich beginnt. Inzwischen brennt die Sonne vom Himmel und die Kiefern rechts und links des Wegs bieten keinen Schatten. Erst langsam gewöhnt sich der Stadttrottoirs gewohnte Körper an den steilen Bergweg. Bereits nach zehn Minuten halten wir inne, um einen Blick auf die Karte zu werfen und nehmen einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche.

Bald biegen wir ab zum „Bauerloch“ und stehen am Fuß der „Zwillingsstiege“: „Da klettere ich nicht rauf, niemals“, befällt es mich einen Moment, bevor ich die erste eiserne in den Stein gehauene Stahlkrampe ergreife und beginne mich langsam hinaufzuziehen. Den Blick nach unten wage ich lange Zeit nicht. Zum Glück ist die Wand wenigstens schattig.
Nach einigen Minuten weicht die anfängliche Angst. Nur ein verstohlener Blick hinunter in die Schlucht bringt die Unsicherheit noch einmal zurück als statt der stählernen Stufen nur eine Birke
als Halt dient.

Von einem ersten Plateau aus geht es weiter in die nur etwa einen halben Meter breite Felsspalte, obere „Häntzschelstiege“. Ein Stahlseil und die gewohnten Sprossen sichern den Aufstieg, der mit einem fantastischen Ausblick belohnt wird: das schroffe Massiv der „Schrammsteine“ und in der Ferne die „Hohe Liebe“. Der laue Wind ist vom Geruch der Kiefern gesättigt. Wir befinden uns jetzt in etwa 419 Metern Höhe, auf dem „Langen Horn“.

Es ist still: Geräusche aus dem Tal sind nicht zu hören und auch Vögel haben sich nicht hierher verirrt. Auf dem Hochplateau laufen wir meistens unter dem Kieferndach vor der Sonne geschützt.

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