Wenn die Ursylter im Februar abends an den Strand gehen, dann warten alle auf Tjen di biiki ön, das Stichwort auf das alle Biike-Feuer gezündet werden. Heute auch ein Volksfest, hat sich dieser Brauch gehalten.
Tjen di biiki ön - Startschuss zum Biikebrennen auf Sylt
Haushohe Flammen an Sylts Stränden - Brauchtum Biike. Foto: Hans-Peter Dehn/Pixelio
Auf den drei großen nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr und Amrum ist der 21. Februar stets ein Festtag, ist es doch der Tag an dem der Winter langsam verabschiedet wird und die neue Saison begrüßt wird. Überall ähnlich, aber nirgendwo gleich. Lesen Sie selbst.
Tjen di biiki ön
So lautet das Stichwort, auf das alle Sylter am 21. Februar warten. An diesem Tag feiern sie das „Biikebrennen“, das Nationalfest der Sylter Friesen. Weithin leuchten in der Abenddämmerung der Feuerschein der großen Holzstapel, die an diesem Abend entzündet werden. Die Sylter Dörfer pflegen diese Tradition, ein Stück lebendiges Brauchtum, dessen Bedeutung sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wandelte.
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Die Ursprünge des Biikebrennes liegen in grauer Vorzeit. Als heidnisches Opferritual sollten die Flammen die Götter gnädig stimmen, die Feuer symbolisierten den Glauben an die Kräfte der Natur. Später standen die Biiken für die Vertreibung des Winters oder dienten zeitweilig als Warnsignal vor Piraten.
Später, im 17. und 18. Jahrhundert, als viele Sylter sich als Seefahrer verdingten, galten die Biiken als leuchtender Gruß der Angehörigen, die zu Hause blieben.
Im 19. Jahrhundert wandelte sich die Bedeutung der Biiken erneut. Nun appellierten sie an das Gemeinschaftsgefühls, sie sollten die Zusammengehörigkeit der Sylter stärken. Das manifestiert sich auch im Nationallied „Üüs Sölring Lön“, dass die Sylter zur Feier des Anlasses intonieren.
War die Biike vor nicht allzu langer Zeit ein Fest von Syltern für Sylter, so reihen sich heute auch viele Gäste in die die Umzüge ein, um zu den Biikeplätzen zu marschieren.
Und während die Biiken verglimmen, wird in den Restaurants das Traditionsgericht aufgetischt –Grünkohl mit Wurst und Bratkartoffeln.
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