"Altenburg reizt" – so wirbt die ehemalige Residenzstadt auf ihrer Homepage. Hier wurde nicht nur das Skatspiel erfunden, auch sonst ist die Stadt im Osten Thüringens ein reizvolles Ziel. Von Cord C. Troebst
Spielen Sie Skat?
Typisch für Altenburg: der Spielkartenladen; Foto: Altenburger Tourismus GmbH
Spielen Sie Skat? Dann auf nach Altenburg in Thüringen. Oder haben Sie vom Kartenspielen keine Ahnung? Auch dann wäre es höchste Zeit, Altenburg zu besuchen. Denn dort, in der "Spielkartenstadt Deutschlands" wurde im Jahr 1813 von einigen Honoratioren der Stadt das Skatspiel entwickelt.
Zu den Schöpfern des Spiels, das heute angeblich 20 Millionen Bundesbürger beherrschen, gehörte nach Meinung einiger Skatforscher (so was gibt es!) auch ein gewisser Herr Friedrich Arnold Brockhaus. Ja, genau jener, der heute in vielen Bücherregalen steht.
Dass dies ausgerechnet in Altenburg geschah, ist kein Zufall. Denn bereits seit 1543 werden in Altenburg Spielkarten hergestellt. Da jedoch auf der ältesten noch "lebendig existierenden" Spielkarte die Jahreszahl 1509 und das Stadtwappen aufgedruckt sind, feierte die Stadt, die heute etwa 90 % der gesamten deutschen Spielkartenproduktion bestreitet, 2009
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das Jubiläum "500 Jahre Spielkarten".
Besucher können deren Geschichte und alles, was damit zusammenhängt, auf dem „Skat-Wanderweg“ durch die Altstadt erforschen. Wegweiser sind dabei die in regelmäßigen Abständen auf den Bürgersteigen aufgemalten Kartensymbole, die notwendigen Erläuterungen liefern ein Handzettel oder auch ein Gästeführer.
Einer der Höhepunkte der Stadtwanderung ist natürlich das Spielkartenmuseum. Es ist das älteste und umfangreichste Deutschlands und liegt im Schloss, das wie eine mächtige Festung auf einem Porphyrfelsen inmitten der Stadt thront.
Friedrich I. „Barbarossa“ (1122-1190), der „Kaiser Rotbart lobesam“, wie der Dichter Ludwig Uhland ihn nannte, erhob Altenburg zu einer seiner Pfalzen. Georg Spalatin (1484-1545), ein Freund Martin Luthers, setzte hier die Ideen der Reformation in die Realität um.
Auf der 1739 von Heinrich Gottfried Trost in der Schlosskirche gebauten Orgel spielte Johann Sebastian Bach und „befand sie für gut“.
Und dann gibt es noch einige Berühmtheiten: Der „Schwarze Peter“ des gleichnamigen Kartenspiels kommt aus Altenburg, ebenso wie die vom Kartenmaler Otto Pech alias Pix geschaffene Figur des Wenzels. Der stellt den „Buben“ im deutschen Kartenspiel dar und ist heute so was wie ein Botschafter Altenburgs.
Und auch Sam Hawkins stammt aus Altenburg! Den kennen zumindest alle Karl-May-Fans. Dieser skurrile Typ stellt sich im „Schatz im Silbersee“ als Altenburger vor, inklusive Dialekt und Ziegenkäse.
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