Noch vor 500 Jahren war Büsum eine Insel. Heute ist es ein Nordseeheilbad, das von und mit der See lebt. Die besten Sehnsuchts-Tipps für den Urlaubsort am Wattenmeer.
Unbedingt: Wattwandern
Viel zu Entdecken im Watt; Foto: Büsum.de
Auf den ersten Blick sieht es immer ein bisschen traurig aus: das Watt. Gerade ist man über den Deich geklettert und erwartet das große, gewaltige Meer, die Gischt der Respekt einflößenden und unberechenbaren Nordsee. Und dann ist es weg, das Wasser und es bleibt der grau-braune, gewellte Meerboden: das Watt.
Es ist ein trüber Tag, als wir über den Deich schauen, die Wolken lassen die Sonne nur erahnen und der kalte Wind fegt ungnädig über die Ebene. Doch nachdem wir ängstlich unsere Füße aus den Turnschuhen geschält haben und sie mit gespreizten Zehen auf das Watt setzen, kommt die erste Überraschung: Kalt ist das Watt gar nicht. Im Gegenteil, nach kurzer Zeit gewöhnen sich die Füße an die samtige, warme Oberfläche des Sandes und man möchte gar nicht mehr raus.
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Wattführer Bodo Spreu nimmt uns mit auf seine Entdeckungstour im Büsumer Wattenmeer. Zwei Geräte hat er geschultert: eine Forke und ein Gestell mit Holzstreben und Netz, das er zu einem Krabbenfanggerät, dem so genannten Schiebehamen zusammenbaut. Mit dem flachen Holzscheit rutscht er über das Watt und stürzt sich mutig in die seichte Nordsee. Nach ein paar Minuten Schieben kommt er zurück und wir trauen unseren Augen kaum: Von dem so unbelebt wirkenden Nordseeboden kommt ein Netz voller Tiere hervor. Schollen, Krebse und Krabben zappeln um die Wette und graben sich so schnell sie können wieder in den feuchten Sand ein. Nach ein paar Minuten sind sie vollends abgetaucht – wir sind beeindruckt.
Wenig später kommt die Forke zum Einsatz und dunkles, schweres Watt tritt unter der Oberfläche hervor. Anschaulich erklärt unser Wattenmeerexperte die Lebensweise der Wattwürmer und damit die rätselhafte Erscheinung der „Spaghettihaufen“, die sich überall im wasserfreien Watt zeigen. Auch eine Sandklaffmuschel kommt bei der Gelegenheit zum Vorschein, samt ausgefahrenen Sipho, ihrem „Schnorchel“, mit dem sie Nahrung aufnimmt. Nach einer Stunde im Watt gehen wir gut durchblutet und glücklich durch den Priel zurück ans Land.
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