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Sehnsucht Deutschland - Film
Mit Gemütlichkeit gegen den Westwind. Friesenkate in Kampen. Foto: sylt.de

Sylt - zwei Tage im Inselrausch an der Nordseeküste

Lange ist es her, dass ich das letzte Mal auf Sylt war. Der sommerliche Duft, den blühende Heide, wehende Dünengräser und...

Alte Liebe Sylt

Sandstrände so weit das Auge reicht, hier bei Wenningstedt. Foto: sylt.de

Sandstrände so weit das Auge reicht, hier bei Wenningstedt. Foto: sylt.de

Sehnsucht Deutschland-Leser Christian Fischer aus Hamburg war auf Sylt. Hier schreibt er uns, warum die Tage dort so schön gewesen sind:

Lange ist es her, dass ich das letzte Mal auf Sylt war. Der warme Duft, den die blühende Heide, wehende Dünengräser und knarschende Holzplanken auf dem Weg zum Strand versprühten, ist Kindheitserinnerung.

Jeder kennt Sylt, es ist wohl eine der bekanntesten Silhouetten der Welt.

Wir haben zwei Tage Sylt gebucht, die Unterkunft ist fixiert. Eben ist unser Zug hoch oben über den Nordostsee- oder auch Kaiser-Wilhelm-Kanal gefahren, der - man kann es sich denken - die Nord- und die Ostsee als Seeweg verbindet.

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Jetzt wird das Land immer flacher, Niebüll und der seit 1927 bestehende Hindenburgdamm kommen in Sichtweite. Mit der Bahn kommend, faktisch der einzige Landweg nach Sylt, da auch Autos hier auf die Bahn umsteigen müssen, können wir uns ganz auf die Vorfreude konzentrieren. Wir nähern uns wie immer von der Wattseite. Keitum und Archsum sind noch kurze Stopps bevor wir im Sackbahnhof von Westerland ankommen.

Eine scharfe Brise fegt den älteren Herrschaften beim Verlassen der Bahn die Hüte vom Kopf, 17 Grad, die Wolken rasen über den Himmel, blau und grau wechseln sich ab. Friesisch. Norddeutsch. Auch deswegen sind wir hier.

Rüm hart, klaar kimming - Weites Herz, klarer Horizont

Aber zuerst zu den Fakten: 40 km feiner Sandstrand. Raue Brandung an der Westseite, stilles Wattenmeer im Osten. Urwüchsige Dünen und grüne Deiche. Blühende Heide und majestätische Kliffs. Tagträume und Nachtleben. Trubel und Abgeschiedenheit.
Zwölf Ortschaften – keine wie die andere und jede mit ihrem unverwechselbaren Charme, die bekanntesten sind Kampen und das alte Seebad Westerland.

Sylt ist die größte deutsche Nordseeinsel, was kaum zu glauben ist, wenn man sich vorstellt, dass Sylt an der schmalsten bei Rantum nur 350 m breit ist. Ein sehr guter Golfer könnte die Insel bei günstigsten Windverhältnissen, der Westwind ist legendär, mit einem einzigen Schlag überwinden. Er könnte natürlich auch am Samoa-Strand liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Sylt liegt auch auf der gleichen geografischen Höhe wie das sibirische Omsk und der Südzipfel Alaskas, kann aber dennoch mit Statistiken aufwarten, die belegen, dass es 1.750 Sonnenstunden im Jahr gibt, d.h. im Schnitt fast 5 Stunden pro Tag. Das wiederum ist fast so viel wie in Omsk und dort herrscht kontinentales Klima mit eiskalten Wintern und heißen Sommern. In jedem Fall hat Sylt mehr Sonne als Hamburg.

Wir starten mit einem Bummel über die Friedrichstraße von Westerland, die quasi vom Bahnhof als breite Fußgängerzone direkt an die Westerländer Kurpromenade führt, wo der Wind noch schärfer, die Luft noch salziger und das Körpergefühl noch besser wird. Das ist sie, die Nordsee, der blanke Hans. Wild und unbezwingbar. So muss, so soll sie sein.

Für den Strandspaziergang wählen wir zuerst den Weg gegen den Wind und Richtung Wonnemeyer, dem legendären Strandkiosk bei Wenningstedt. Wonnemeyer = Britta Wonneberger und Rüdiger Meyer, die Formel zum Wohlfühlen an großen Holztischen. Wir kriegen eine Einweisung ins Sylter ABC a la Wonnemeyer: A- wie Austern, B- wie Bier und C-wie Currywurst. Alles mundet königlich. Da kommt der Wind von hinten auf dem Rückweg ganz gelegen.

Rüm hart, klaar kimming, was Sylter Friesisch ist und Weites Herz, klarer Horizont bedeutet. Was könnte bei diesem Weitblick am Strand besser passen?

Natürlich ein oder zwei Fischbrötchen beim Sylter Fischpapst Gosch, der inzwischen in Wenningstedt, Westerland und natürlich seinem Stammhaus am Lister Hafen brummende Mischungen aus Restaurant, Imbiss und Szene etabliert hat. Erfrischt und gut gelaunt, Seeluft wirkt auf der einen Seite belebend und hebt die Laune ungemein, macht auf der anderen Seite aber auch zufrieden. Die Auswahl an Ferienwohnungen und Ferienhäusern auf Sylt ist groß. Eines wird für einige Nächte unser zweites zu Hause sein. Wohlig müde schlummern wir bei stürmischen Winden in unseren Betten in die Nacht hinein.

Sylter Klassiker: Vogelkoje, Uwe-Düne und Kupferkanne
Unser Fahrradverleiher am nächsten morgen spricht bayerisch und fühlt wie ein Sylter. Wir springen aufs Tandem, Frühstück in der Vogelkoje ist der erste Programmpunkt für heute. Von Westerland kommend, liegt die Vogelkoje kurz hinter Kampen rechts. Was sich so nett anhört, war ursprünglich eine Anlage, um Enten zu fangen und aufzuessen. Inzwischen ist es ein Naturschutzgebiet. Im gleichnamigen Restaurant ist es urgemütlich, wir entscheiden uns für das Fischerfrühstück, dass nach einem Berg von köstlichen Schweinereien noch einen Aquavit inkludiert. Stunden später, inzwischen wird ein Kuchenblech nach dem anderen hereingetragen, eisen wir uns fröhlich los zur Uwe-Düne.

Benannt nach Jens Uwe Lornsen, dem Vorkämpfer für ein vereinigtes Schleswig-Holstein, ist sie Sylts höchste natürliche Erhebung mit rund 52 m. Von hier sieht man Westerland im Süden, den Lister Ellenbogen im Norden, den Blanken Hans im Westen und den Whiskey-Straße genannten Strönwai von Kampen im Osten. Die Gastgeber dort sind lebenslustige Friesen, die Gäste sind auch lebenslustig und überwiegend vom Festland und haben ihre Hamburger, Düsseldorfer oder Münchner Domizile für ein paar Tage oder den Sommer hinter sich gelassen. Es staut sich bereits vor dem Gogärtchen und wir radeln im Slalom zwischen Porsches und blitzenden SUVs Richtung Kupferkanne, einem ehemaliger Flakbunker inmitten von Hünengräbern. Heute ist die Luft erfüllt von frischem Kaffee, köstlichen Kuchen und Kiefern, die den Garten auch bei windigen Verhältnissen so geborgen und gemütlich sein lassen.

Wir ziehen den Kopf ein als wir in die Kupferkanne eintauchen, verwinkelte Gänge, niedrige Zargen, überall gemütliche Ecken, offene Kaminfeuer, bei Sturm und im Winter muss es besonders schön sein. In Rekordzeit fliegen wir über die Insel zurück Richtung Westerland, Leute winken und lachen uns an. Drei Chinesen mit dem Kontrabass? Nein, zwei Hamburger auf dem Tandem.

Es war zwar nicht so warm wie in meiner Kindheitserinnerung, aber es war herrlich. Sylt ist knackig, die friesische Mentalität eigen, die Natur ursprünglich und der Wind kommt aus Westen.

Im Zustand des Inselrausches besteigen wir den Zug, die Insel verschwindet langsam im Hintergrund, der Nordostseekanal kommt näher. Der Kurztrip naht dem Ende. Aber er war nur Vorbereitung für den nächsten, längeren Ausflug nach Sylt.

Rüm hart, klaar kimming. Wir kommen wieder.

Weitere Informationen unter www.sylt.de

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